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Zeitschrift

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herausgegeben

von

Carl Rhöedir v. Siebold,

Professor an der Universität zu München,

und |

Albert Kölliker,

SErDfaBner an der Universität zu Würzburg.

Erstes Heii. j Ausgegeben den 17. December 1866. # Seite | gische Untersuchungen. 1. :Die Sehnenverbindung in ‚der Planta des | schen und der Säugethiere. Von Franz Eilhard Schulze, Prof.. | in Rostock. EEE) a TE in 2 al a er mb 4 e“ Er menigne rubricaudatus nov. spec. Von Dr. Klunzinger in Kosseir. | Bntwickelugsgeschichte der facettirten Augen von Tenebrio molitor L. von r. H.Landois DAN TREE TE VL 0 Se 2 N HERE uchungen über einige amerikanische Sipunculiden. Von Wilh. Kefer- sin, M. D. in Göttingen. (Taf. VD)... ..-.. TR necke der Vögel. Von Dr. med. C. Hasse in Kiel (Taf. . VI Reh.) 405 Zweites Heft. Ausgegeben.den 21. März 1867. rer bei den insekten. Yon Dr. H. Landois und W. The

en Vorkommen von Distomum Squamula Rud. im braunen ig Von Ernst Zeller; ia Winnenthal. (Taf. ; = u 28

EFURWETSEE ale BANN HARBAAT Peg

‚um 1 Bau Br "Schilddrüse. Von Dr. Peremeschko aus Kasan. ML a und Systematik der Holothurien. ER! am zoolog. Museum in Göttingen. (Taf. XVN-XX) nr 29 ae der Entwickelung 3 der Geschlechter bei den. Insecten. . Won ke en Be. Von Dr. Landois en : er

a) ar bl jexge

IV

Dristses Heft. S Ausgegeben den 4. Juli 1867.

Beiträge zur Entwicklung der Gewebe der häutigen Vogeischnecke. Von Dr. med. C. Hassein Göttingen. (Taf. XXI) . Ueber einige tropische Larvenformen. Von Dr. €. a, in , Wärghuirg, (Taf. XXI) . BEN AR? Ueber Solenogorgia tubulosa. (Eine neue Gattung der Gorgoniden.) Von Car! Genth, stud. med. aus Schwalbach. (Taf. XXIT—XXV)..

Ueber die Ganglienzellen des Rückenmarks. Von Friedrich Jolly in Mün- CBen Ta BANN) N en N a er

Nachträge zur Anatomie der Vogelschnecke. Yon Dr. med. C. Hassein Göttingen. (Taf. XXVM.... ee De

Ueber das Männchen vou Psyche helix (heli@inella) nebst Bemerkungen über die Parthenogenese der Psychiden. Von Prof. C. Claus in Marburg. (Taf. XXVIM) 2

Ueber die Bildung, Strukfur und systematische ee der Eischale der Vögel. Von Dr. med. R. Blasius. (Taf. XXIX und XXX)

Zusatz zu Landeis’ vorläufiger Mittheilung (in dieser Zeitschrift XVII, Bd. 2. Heit) von Prof. C. Th. v. Siebold N ES

Ueber das Gesetz der Entwicklung der Geschlechter bei den Insecten von Dr. Kleine.

Viertes Heft. Ausgegeben den 26. August 1867.

Beiträge zur Naturgeschichte der Würmer. I. Ueber Chaetosoma und Rhab- dogaster. Von Elias Meischnikoff. (Taf. XXX

Studien über die Entwicklung der Sexualdrüsen bei den Lepidopteren. Von Dr. E. Bessels in Heidelberg. (Taf. NXXII—XXXIV) .

Ueber einige neue Schwämme aus der Südsee. Von Dr. Emil Selenka, Assistent am zoologischen Museum zu Göttingen. (Taf. XXXV)

Ueber die Stellung von Tragoceros amaltheus Roth & Wagner in Bezug auf die nächst verwandten Formen. Von Dr. Emil Selenka, in Göttin- gen. (Mit einer Figur in Holzschnitt). 3 ;

Beiträge zur näheren Kenntniss der Musculatur der Cyclostemen und Lepto- cardier. Von H. Grenacher aus Mülheim (Baden). (Taf. XXXW)...

Der Bogenapparat der Vögel. Von Dr. GC. Hasse. (Taf. XXXVU u. XXXVvMm)

Nachtrag zur Arbeit: ‚‚Der Bogenapparat der Vögel‘. Von Dr.C. Hasse. .

Studien über die Bestandtheile der Vierhügel, soweit sie in den nächst unter- halb gelegenen Querschnitten der Brücke gegeben sind. Vom Docenten Dr. Theodor Meynert, Prosector der Wiener Landes -Irrenanstalt. (Mit 9 Figuren in Helzschnitt) .

Seite

464 470 480 u SEE ER 539 545 365 STE 8

e retininng in der Planta des Menschen und in | BR Säugethiere. MR

| Von : Kr 2 s ie CH Franz Eilhard Schulze, | a IR a Professor in Rostock. Ri a * N

Mit Taf. I—II.

de 2 sollen, findet sich als eißfachen Mittel häufig eine Kaler zu gesehen einzelnen Theilen Aigaibryn der Muskeln, sei es. in ER

a die ebigung der langen Teen durch nn 1: Gegensatze zu der Fu Einrichtung an de Hand

. Nächlich berohren differiren ee W elche etwas ieler einpahen)

so ausserordentlich in ihren Angaben, dass es kaum zwei ‚selbst-

2 andige Beschreibungen giebt, welche völlig übereinstimmen. wäh-, hr h;

rend z. B. E. H. Weser in Hırpesranpr’s Handbuch der Anatomie des;

. Menschen 8.503 sagt; »Die Sehne des Fl. hall. long. legt sich dicht auf

die Sehne des Fl. dig. long., so dass sie sich mit dieser kreuzt und Ss

wohl durch kurzes Zellgewebe als durch die schleimige Haut dieser Be

- Sehne mit ihr verbunden wird« heisst es bei Krause in s. a,

_ der menschlichen Anatomie $. 455: »Die Sehne desFl. hall. long. schickt nr 2 an der Kreuzungsstelle einen starken Zipfel ab, welcher di für a ' zweite Zehe bestimmte Sehne des M. Fl. dig. md verstärkt. Der M. Fl. : hall. long. beugt die erste und zweite Zehe« und wieder etwas än- 3 Eayjers bei Hentk in seiner Muskellehre $. 297: »Die Kreuzung in derGe- | gend des dritten Keilbeines wird zugleich benutzt zu einer Verbindung der beiden Sehnen in der Weise, dass von der Sehne desFl.hall.long. ein starkes Bündel an die Sehne desM. Fl. dig. herantritt, welches sich e um grossen Theile und zuweilen ganz in die der zweiten ehe, ; Bear Sehne een während umgekehrt Barra in seiner

u. sagt: Kieler, seine ee Fl. die, long.) Sehne den Plattfuss erreicht = | 2 hat, theilt sie sich in zwei Schenkel, woven der innere mit der Sehne

des langen Beugers der grossen Zehe fortläuft, der äussere aber die =... vier Sehnen zu den kleinen Zehen giebt.« Der Grund dieser Variation 3) - in der Schilderung‘ des normalen Verhaltens dieser Sehnenverbindung Ki liegt, wie wir bald sehen werden, gewiss weniger in mangelhafter Prä— rn, Di ungenauer a, als are Er. keine engen

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S erdines : diesen einzelnen Fall genau wieder sah, a nicht ge Er male T = häufigste Verhalten a Ich habe es vor all

plan nicht sehr bedeutend genannt werden kann, so wird sie in Ben Falle = un ee können. Auch ist zu bemeı

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| an Me arekonshelhede überblicken. Nach & Entfer- Er Sc ia plantaris und desFl. dig. brev. liegt zunächst die Aus- % r Sehne des Fl. dig. long. in der Ansicht von unten frei vor I \ wird nach gehörigem Freipräpariren der ganzen Sehne von er r bis zu den Zehen eine ausreichende Vo rstellung von ihrer

= ng an der Bus der ren Zehensebnen erhalten,

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a echichenden : I TRRE Auge entzieht. Diese Ir ieht von unten (Taf. I. Fig. 4) findet ihre einigermassen ausrei- n le Ergänzung in der Ansicht von oben, welche man am bequem- er, wenn man die beiden ı von der Hinterseite des Unterschenr

sales vorne «licht vor rem Fee RU, und nun 50 Bean Platte mit der Oberseite nach oben vor sich aus-

| ‚Hat man das lockere Bindegewebe und Fett entfernt, so sieht, \usbreitung der Sehne des Fl. hall. long. und ihre Betheiligung a ernildune vollständig, den Verlauf der RN. Be nt quadrata wenigstens zum grössten Theile (Taf. I. Fig.1.2.3.)., s sich übrigens um eine vollständig erschöpfende Analyse der

i Zehensehnen, so reicht, diese einfache Methode der Be

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en von a hinten her vornehmen. Bis allerdings einwas sanühsame, 4 he h

R = uns Sehne des Fl. hall. u mit der 2 ira

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Franz Eilhard Schuize,

eberllächlicher gelegenen Sehne des Fl. dig. long. findet EN, "unter dem vorderen äusseren Theile des Os naviculare oder unterhalb % des Gelenkes zwischen diesem Knochen und dem Os cuneiforme U statt. Hier werden die beiden platt-rundlichen Sehnen durch eine - Bindegewebshülle verbunden, welche aus der Vereinigung der beider- seitigen besonderen Sehnenscheiden entsteht und gewöhnlich mit der Oberseite der Sehne des Fl. hall. und mit der Unterseite der Sehne des Fl. dig. fest verwachsend erst an deren seitlichen Rändern frei wird, um eine zwischen den beiden übereinander gleitenden Sehnen befnd- liche Synovialkapse! zu umschliessen. Diese Hülle, aus mehr oder we- niger lockerem, niemals sehnenartigem Bindegewebe pflegi sich nach

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u hinten und vorne zwischen die zusammenlaufenden und nach der Kreu- I zung wieder divergirenden Sehnen schwimmhautähnlich auszubreiten. > | Schon an dieser Kreuzungsstelle tritt eine Spaltung der Sehne desElL ° ° hall. long. ein, doch erst etwa 2 Ctm. weiter nach vorne und aussen h unter dem Os euneiforme MI geschieht die eigentliche Verbindung des äusseren Stranges mit den Fasern der Caro quadrata und des Fl. dig. '

233

long. (Taf. 1. Fig. !. 2. 3.). Dieses äussere, durch Spaltung der un- versehrten Sehne des M. Fl. hall. in zwei Theile gebildete Sehnenfastikel verdient als wesentlichstes Verbindunssglied der beiden langen Zehen-

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beuger eingehende Besprechung. Zunächst muss hervorgehoben wer- 8 den, dass dasselbe immer vorhanden ist, dass also der Fl. hall- long. 7 durchaus niemals in seiner Wirkung auf die grosse Zehe allein be 7

schränkt sein kann. Eigenthümlich ist ferner der Umstand, dass, wie sich auch weiterhin die abgezweigten Sehnenfasern des Fl. hall. log. verhalten mögen, dieselben doch beim ersten Abgehen von dem zum Hallux fortlaufenden Stamme ein geschlossenes, gewöhnlich von oben nach unien etwas ahgeplattetes Bündel darstellen, die Spaltung der $ Sehne des Fl. hall. also zunächst stets nur in zwei Fascikel erfolgt. Doch schen in Betreff des Stärkeverhältnisses dieser beiden Theile: an ; den sich die bedeutendsten Unterschiede. Ich habe nicht wenige . gesehen, in denen beide gleich stark waren (Taf. I. Fig. 3)! Gewöhn- lich zeigte sich der äussere Strang etwa '%—Y, so dick als der zur ‚grossen Zehe ziehende (Taf. 1. Fig. 2. 1.), oft aber auch bedeutend schwächer. In einzelnen Fällen fand er sich sogar auf ein feines Bün- . 3 del parallei ziehender Fasern redueirt, dann allerdings meistens a vielem lockeren Bindegewebe begleitet. Wie gross oder gering nun ' auch die meistens plattenförmige Ausbreitung dieser äusseren Sehnen- - partie des Fl, hall. sein mag, stets bilden ihre Fasern die oberste |

der zur Bildung der Zehensehnen zusammenfliessenden Faser masse, _

verbindung i in.der Planta des Menschen und der Säugethiere. 5

. auch die Ansicht von oben ihr Verhalten am leichtesten blicken lässt. ‚Nur be 32%, der von mir untersuchten Füsse beschränkte sich die ve > dieser äusseren Portion der Schne des Fl. hall. an der Seh- i dung der kleineren Zehen auf die 2. Zehe allein (Taf. I. Fig. 1), m Fall, den viele Autoren z. B. Mecxer und Luscuxa als den normalen eilen. Bei 58%, erhielten die 2. und 3. Zehe Fasern von Fi. hall., | 'eleher Fall (Taf. 1. Fig. 2) ich demnach als den normalen ans, ad bei 10%, die 2,, 3. und 4. Zehe (Taf. I. Fig. 3). Zur 5. Zehe habe ch hnie aus dem FI, hall. Sehnenfasern ziehen sehen, ebensowenig kam ar. Fall vor, dass mit Uebergehung der zweiten oder dritten Fasern mm Fl. hall. zu den folgenden Zehen verliefen. Häufig gehen kleine üg ig‘ ‚aus der Fi. hall.-Sehne und zwar gewöhnlich die äusseren Fa- n zu Mm. lumbricales, indem sie eniweder an dem Fleische entlang 8 bis zur Verschmelzung mit der Lumbricalis-Sehne selbst hinzie- er sich direct in eine Partie des Muskelbauches selbst fortsetzen. . hnlich ist es der vierte M. lumbricalıs allein, welcher ein feines ndel von der Sehne des Fl. hall. bekommt. Unter den 22 Fällen, Iche von den A400 beobachteten den Uebergang der Fl, hall.-Fasern . lumbricales überhaupt zeigten, fand sich diese speeielle Form vertreten, fünfmal wurde der dritte M. lumbricalis allein ver- 1, ebenso oft ee dritte und vierte, zweimal der zweite, dritte und te und nur einmal der zweite ein n deın Falle, welcher seines überwiegend häufigen Vorkommens n.als der normale betrachtet werden muss, dass nämlich die durch “erste dichotomische Spaltung entstandene äussere Partie der Flexor = ine ihre Fasern zu der zweiten und dritten Zehensehne det, findet die hierzu nöthige zweite Spaltung etwa 2 Cim. vor der n stalt und pflegt die zur zweiten Zehensehne ziehende Fasermasse tere zu sein (Taf. 1. Fig. 2). Nur selten sind beide Zipfel gleich- weilen besteht auch die der dritten Zehe bestimmte Partie nur "wenigen Fasern. Erhält auch die vierte Zehensehne noch einen An- gi P Be dieser doch sehr gering zu sein (Taf. I. Fig. 3). Nur ' weise werden in diesem Falle alle drei Zipfel gleich stark, oder, h es ; einmal sah, sogar der zur vierten Zehe gehende Theil als der 'e gefunden, in der Regel nimmt die Stärke der drei Portionen ii nnen nach aussen schnell etwa im Verhältniss wie 3:2:4 ab. "Neben dieser Ausbreitung der Sehne des Fl. hall. lässt sich nun in ansicht von oben auch oft sehr deutlich die Beiheiligung der von } und etwas von aussen kommenden Caro quadrata an der Zehen— ienb ans studiren;; indessen halte ich es für zweckmässig, die ge-

2 3SE

‚Flexor dig. on: : welche am "besien in der Ansicht von unten. ut | sucht wird. Diese plattrunde Sehne, an Stärke derjenigen des Flex. a ‚hall. vor ihrer ersten Theilung etwa gleichkommend, läuft gewöhnlich glatt unter der ersten Spaltungsstelle der Fl. hall.-Sehne weg schräge | nach vorne und aussen, um hier 2—3 Ctm. vor der Kreuzungsstelle i ; die für die einzelnen Zehen bestimmten Sehnenzipfel zu zerfallen. In- dessen zweigt sich auch nicht selten (bei 29%) schon dicht vor oder an der Kreuzungsstelle selbst von der inneren Seite eine nicht unbeträcht- | liche Fasermasse ab, die, gewöhnlich 3—4 mm. im Durchmesser hal = end sich alsbald an die zum Hallux ziehende Partie der Sehne des Fl. Hall. lest, um mit dieser verschmelzend die innere untere Portion der _Grosszehensehne auszumachen (Taf. I. Fig.3). Es ist interessant, das dies Verhältniss in der Hälfte der Fälle, in denen die zweite, det un - vierte Zehensehne vom Fl. hall. Zuwachs bekam, in % dee wo die zweite und dritte Zehe vom Fl. hall. mit versorgt wurde und nur im sechsten Theile der Fälle, in denen die zweite Sehne allein aus jener Quelle Fasern erhielt, beobachtet wurde, gleichsam als bedürfte die zur grossen Zehe iekende Portion der fl. hall.-Sehne, wenn ihr durch Mitbetheiligung von drei anderen Zehen zuviel von den Fasern des Fl. hall. entzogen wurde, dafür der Kräftigung durch. Zuga g. e . von Fasern der Fl. = un An den für die A kleineren Zehen be- -

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u stets Mich die zweite Zehe, welche doch nächst grossen « di stärkste ist, ER im ı Gegentheile die fünfte also ee kleinste d

Durchschnitt vor den as sich an | m Zwischen die so beschaffenen Ausbreitungen der beiden.

RE NR BEN NE ERROR EANREANR Ei vu a NR 1 R h

Planta Ans Heuschen und der Singehiere. x Si 7

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er unteren aus der f. dig. Söhne verwebt. In der Re Er Sehnen der zweiten, dritten ‚und werten . zU-

Br haupt von ar Caro quadr. mit et wird, zewwbhne RR eine kleine Portion. Einmal sah ich ein nicht unbedeutendes Sehnen- bün Jündel von der Caro quadr. zur Sehne der grossen Zehe abgehen. N ei I; Haben wir nun die Ausbreitung dieser drei so verbundenen a Be ger i im Wesentlichen kennen gelernt, so wird sich schliesslich noch Re Be Antheil ven Br drei Muskeln an der Bildung 8 jeder“ 2 iR

Fe en. Hinzulbat (Taf. 1. Fig. 3\ Ir si einem Falle endlich Heß Ben auch hier sich er Faserzuge aus der Sehne des

E aus dem Fl. hall., Y aus ER Fl. ern und en Ku z Die lee Zchensähne hebt hi Fasern des Fl. 1

Ar fünften Zeha endlich wurde ın 32 von er in den a a

henen umständlichen weise en 50 Tale allein” aus

2 der Cars ah oft bis zu '/, der ganzen Sehne. ( H

Kr mıner war es mir möglich von derselben Person

a doch hat sich ae dass i in der‘ nn das

.G oo ey Mein Bien Shan, r =

; ; ef der andern zur zweiten und ditlen ai ae sogar auf d | = ten Seite nur zur zweiten, auf der linken aber zur zweiten, Wein: Be ; “: Mi . vierten Zehe Fasern sandte; in welchem letzteren Falle die Sehne des x 4 | El. dig. rechterseits auch ein starkes Bündel zur Sehne der-grossen Zehe y | |

|

|

gab, während dies auf der linken Seite nicht geschah. i | Einen irgend bemerkbaren Einfluss des Alters, des Geschlechts" | oder der Muskelentwicklung auf die Form der Sehnenverbindung habe R 3 | ‘ich durchaus nicht auffinden können, obwohl ich ziemlich alle Alters- , 'elassen, besonders auch mehrere Neugeborene untersuchen konnte. Obgleich ein Studium der Mra. lumbricales nicht in directer Bezie- hung zu unserer Aufgabe steht, so möchte doch die Mittheilung einiger diese kleinen Muskeln betreitsnden Beobachtungen hier nicht am un- Y a Orte sein. Ich sah die drei äusseren Lumbricales stets mit brei a ter, fleischiger, von oben nach unten abgeplatteter Basis von den Thei be or der Zehensehnen und zwar von allen dei Faserzügen $ r ohne Unterschied entspringen, während der erste von der Innenseite der zweiten Zehensehne und zwar auch von beiden Faserpartien der- selben abgeht. Wie ich schon oben bemerkte gehen nicht selten äussere Sehnenfasern des Fl. hallueis in mittlere oder äussere Mm. lumbricales über. Dasselbe gilt von Fasern der Caro quadrata, aus welcher man nicht selten beim Beschauen des Präparates von oben einzelne muscu- | löse oder sehnige Bündel sich lostrennen und in diesen oder jenen mei- siens äusseren Lumbricalis übergehen sieht. Sind die Mm. lumbrieales nur schwach entwickelt, so pflegt ihr Ursprung nur an den einander * zugekehrten schmalen Seiten der Zehensehnen zu geschehen, so dass = = ganze platte Muskelbauch in der Ebene der Sehnenausbreitung liegt. Bei stärkerer Ausbildung aber greifen sie mit ihrem musculösen Ur- nn ee oft auf die obere und untere Fläche der Sehnen über und | rücken auch weiter nach hinten auf die allgemeine Sehnenverbindungs- es platte vor. 5 ‘Für einen solchen auf die Unterfläche der verhreiterten Fl. dig. Sehne ‚übergreifenden Lumbricalis muss nun wohl auch von den ieübe i ren Anatomen ein nicht selten nach meiner Erfahrung bei 10% vorkommender, bisher noch nicht beschriebener Muskel g Be. | ' worden sein, welcher von der Unterseite der Sehne desFl. dig. gewöhn- ‚lich da, wo sie eben anfängt sich zu verbreiten und abzuplatten, en weder gleich musculös (Taf. I. Fig. 4) oder mit einer als eine Fort- setzung der Sehnenfasern des langen Beugers selbst erscheinenden =) er sprungssehne on dann mit einem länglich spindeltörmigen, ee etwa 5 mm. breiten ‚und 3 mm. dicken, aus ARE |

Se ER FR:

ii Beugers durchtreten lässt Er an die Basis der zweiten Phalanae ; & ® T erirt. In einem Falle sah ich den Muskel nicht zur fünften sondern ‚vierten Zehe seine Sehne, welche sich mit dem für diese Zeche Ar

bei besonders rk Entseiikhane der Müskelbärehe die vierte ach die fünfte Zehe in derselben Weise mit je einer Sehne re

ei: inneren Zchön geht, so drückt der jetzt gebräuchliche

ine anatomische und physiologische Bedeutung durchaus S t aus. Da nun dieser Uebelstand sich, wie wir bald sehen wr-

Ben weit ne .. in den verschiedenen

Hylobates. CGercopithecus. 3. Cynocephalus porcarnus.

Ateles.

Gebus capueinus. Pithecia rufimana. Chrysothrix sciurea. Jacchus vulgaris.

Stenops tardıgradus. 2.

Dysopes.

Erinaceus europaeus. . Talpa europaea.

Mustela Putorius. Lutra vulgaris. Herpestes javanicus. Canis familiaris. Felis domestica. 2.

Castor fiber.

Mus decumanus.

Mus museculus.

Cavia cobaya. Lepus cuniculus.

“us. scropha. 9. Tapyrus indicus.

Ovis aries. 2.

Phoca vitulina.

Dasypus. Myrmecophaga didactyla Ornithorkynchus paradoxus.

Didelphis Ayarae. ‚<Haltmasur us.

ES eanzer Aus dehaahe eschen ini Ze I. Fig. 2 und 30). r E die Art der Mn pe dieser Sehnen und a. i

nF ern an der Eikkuna des zweiten und ne br Cy |

zweiten, vierten a fünften Zehensehe. Der Authei, 5

id IV E benschk wird. allen aus Fasern des FL. fibuk Een, u ur a ei Cymocephalus giebt auch die Garo quadr. noch %, zur IN. Ba .: Die V. Sehne besteht bei Hylobates ganz, bei den beiden, andern. e zu 3, aus Fasern desFl. tib., während das letzte /, aus der Caro quad 4: an herleitet. ae Reichere Variationen finden sich bei den übrigen, den platyrhinen. | _ und Krallen-Affen , von deren Arten ich 5 Repräsentanten untersuchen - konnte. Auch Keen halten sich die Ausbreitungen der beiden langen . Beugesehnen bis zur Vereinigung ihrer Zipfel in den Zehensehnen ziem- Be ‚lich isolirt, so dass bei etwaiger gesonderter Thätigkeit eines einzelnen i Muskels seine Wirkung gewiss auf die von ihm versorgten Zehen base ; ‚schränkt hileiben kann. Die Fl. fibul.-Sehne zerfällt im vier für die vier inneren a be= = stimmte Zipfel bei Ateles (Taf. II. Fig. 4.), Gebus und Chrysothrix (Taf. le: Fig. $ 6.); bei Pithecia (Taf. I. Fig. 5a.) und Jacchus vulg. (Taf. II. Rige, ran theilt sie sich in zwei für die IH. und IV. Zehensehne bestimmte ‚Züge. Die Ausbreitung der Fl. tib.-Sehne varirt sehr. Bei ‚Ateles © 2 schickt sie Fasern zur I, 11, IV und V (Taf. I. Fig. 4), hei Cebus zur 7, W und Y, bei Pitheeia zur I, U, HI und V (Taf. I. Fig. 5a.), bei Jaechus nur zur I und V (Taf. I. Fig. 7.), und bei Chry A zu ‚allen Zehen (Taf. II. Fig. 6.). Die meistens nur schwache Caro quadrata \ en bei Ateles die v und V (Taf. II. Fig. #.), bei Cebus die V allein, bei Pithecia und Jacchus nur die I und bei Chrysothrix die U und V Zehensehne. So muss also die Zusammensetzung der Zehen- 'sehnen bei den verschiedenen Arten sehr differiren. Während die I Zehensehne bei Ateles, Cebus und Chrysothrix nur von den beide langen Beugern, wenn auch in verschiedener Zusammensetzung Be f : sind (Tat. I. Be 4 und 6.), besteht dieselbe bei Jacchus ganz ı bei Pitheeia zu °/, aus Fasern der hier vollständig in sie aufgehenden I ‚Caro quadrata (Taf. H. Fig. 7 und 5a.), während sich bei Pithecia das ser = aus dem Fl. tib. herlenet. Es steht also bei diesen beiden ı /

ee ken bei Cehns ganz aus Adernı Fl. Abul., u Puhna a ‚allein aus dem Fl. tib. (Taf. I. Fig. 3a. RN 7.), bei Ateles zu % : | em Bl. Abul- zu = aus dem Fl. tib. 2 H, n ‘nr bei ka:

TE OEM Pe er; RE a a 8 S RN ®. ErE

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de > Caro Kasdr zu ben eier Theilen hei Ateles, de Fl. but. | Sa ‚des Fl. Er zu i bei Gehus.

E. demnach die Sehnenvertheilung bei Pithecia und Tach wo ee Jaro quadrata am äusseren Fussende entspringend zwischen RR : 3 den Sehnenverbreiterungen des Fl. fibul. und tib. hindurch A ne Dach innen und vorne zieht, um ihre ganze Sehne allein an die 1Z ehe, si je auch beim einem ganz, beim andern fast ganz versorgt, treten

wo die u und ir AURERRDe Mi aus dem Fl. tib., die a

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an Halbaffen. Stenops tardigradus, fand ich alle 5 Zei | ‚aus den Fasern des Fl. fibul. und tib. zu ziemlich gleichem Anz bildet (Taf. Il. Fig. 8a.) Dieselbe Form der Sehnenvertheilung ae

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chen oder ‚wie bei Erinaceus mit ihren Sehnen noch 1 vor

| = ehnen horn, ohne dass sich bern es ı von Er einen oder a u herkommen. / B: i

Be under in mir vebimsjichen Kaubikieren and. ih den nur e Zehen tragenden, der Katze und dem Hunde, die ee bei es u den langen Beugesehnen, wenn auch allerdings erst in der Planta - 5 eintretend, doch so innig und fest, dass sich nicht‘ ae ei liess, welchen Antheil der einzelne Maske] ie an der Vorderseite j 4 der länglich dreieckigen Platte hervorgehenden Zehensehnen hatte ® N, A Fig. 13.). Eine durch Vereinigung der beiden langen Beige endene, zu den vier äusseren Zehen Sehnenzipfel abgebende . E - Sohnenplatte fand sich ferner bei Herpestes javanicus. Hier exzistirt. ER - eine bei Katze und Hund unbedeutende) Caro quadrata, welche vom äusseren Tarsusrand, wo sie entspringt, unter der ebengenannten i Sehnenplatte, an is selbst einige Fasern abgebend, schräge nach ; ‚innen nnd vorne zieht, und allmählich in eine plattrunde Sehne über- - geht, welche an die Endphalange der etwas zurückstehenden kurzen I Zehe tritt. Eine grössere Isolirung der Sehnenausbreitungen findet sich wieder in der Planta der Fischotter und des Iltis. Bei dem ersteren jr dieser beiden Raubthiere giebt der Fl. fibu). Fasern zur II Zehe, die ‚er, fast allein, zur II und IV, die er zum grössten, und zur V, die er zum ihoen Theile versorgt. Die übrigen Fasern dei I, IV eh Y Zehen- ee werden vom Fl. tib. geliefert, der ausserdem einen starken Ast zur Sehne der I Zehe sendet. Diese letztere Sehne aber wird haupt- sächlich aus der Caro quadrata gebildet, welche, an der Aussenseite de: Tarsus entspringend,, ausser dieser Sehne für die I Zehe noch einige, Fasern an die II und an einen eigenthümlichen sehnigen Zipfel abgiebt, welcher aus üer Unterseite der Ausbreitung des Fl. tib. entsteht und n a die zur Schwimmhaut in Beziehung stehende Fascia plantaris übergeht. (Taf. iM. Fig. i. und Aa.). Beim Iltis fand ich die Sehnenvertheilung ganz ähnlich wie bei der Otter, nur dass vom Fl. fibul. nur die I, & = und IV Zehe, aus dem Fl. tib. alle (die V sogar allein aus ihm) Faser ze und die Caro quadrata ganz in die Sehne der I Zehe einir nn u Fig. 120.). re

volle auch in ihrer Masculatur ver

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Be R Die ee erihindnigi in der Planta des Mischen und der re 15 eh Fl. fbul.-Sehne et, die beiden anderen zu gleichen - Theilen vom FI. fibul. und Fl. tib.

Bei den nun folgender, der Caro quadrata durchgängig entbeh- renden Thieren mit stark RER Zehenzahl, den Pachydermen, Solidungula und Ruminantia findet sich gewöhnlich die schon in frühe- ren Gruppen angetroffene feste Verschmelzung der langen Zehenbeuger- ‘sehnen. Dies gilt namentlich vom Pferde, den Wiederkäuern und dem

An Schweine, wo überall sogar noch der M. tibialis posticus mit seiner > Sehne in die starke Sehne des Fl. fibul. eingeht. Beim Schweine ver- sorgt, wie man aus einer sorgfältigen Auffaserung der vereinigten i‘ Sehnenplatte erkennt, die aus demFl. fibul. und Tib. postic. enstandene Sehne, besonders die beiden starken mittleren Zehen mit derben Sch- nen, ein kleines Faserbündel zur I und vielleicht auch zur IV Zehe sendend. Diese letzteren werden indessen auch zum grossen Theile ‘om Fl. tib. gebildet, dessen Sehne zu den beiden mittleren Zehen nur & schwache an der Unterseite gelegene Züge schickt (Taf. IN. Fig. 5.). Weit isolirter fand ich die Sehnenzipfel in der Planta eines jungen - Tapirs. Jede der drei Zehensehnen war hier zusammengesetzt aus zwei SFaserzügen, deren einer vom Fl. fibul., der andere vom Fl. tib. kam eV Taf. II. Fig. 6.). Beim Pferde und den Wiedetkktien tritt die aus der " Vereinigung desFl. fibul. und tib. postie. entstandene dicke Sehne erst © hinter dem Metatarsus mit der dünnen Sehne des Fl. tib. zu einer star- "ken Faserplatte zusammen, aus der dann beim Pferde eine, bei den jederkäuern dag starke Sehnen für die letzten ey entsichen.

setzung der 5 einzelnen Zbedebsien erkennen. Die} an einem sehr en Thiere angestellte Untersuchung lehrte, dass die Sehne des Fl. . Fasern zu allen Zehen sendet, während sich’ die Sehne des Fl. tib. r an der Bildung der I—IV betheiligt (Taf. IM. Fig. 7.).

Bei den mir zugänglichen Edentaten waren die langen Beuger . zu einem Muskel verwachsen, dessen derbe Sehne sich in der ia zu einer dreieckigen, hei Dasypus ein starkes, rundlich ovales © nenstück einschliessenden Platte, ausbreitet, welche bei Myr- phaga 4, bei Dasypus und Ornithorhynchus 5 Sehnen für die Zehen

halb des Calcaneus diese Sehne sich bei Ornithorhynchus durch ein 'h starkes Band (Taf. II. Fig. 100.), bei Dasypus durch die weit yreichenden Muskelfasern an das Tuber calcanei angeheftet findet. Caro quadrata ist bei Ornithorhynchus und Myrmecophaga vorkan- Beim ersteren theilt sie der ll und IV Zehe, bei letzterem der (mit Be-

vorgehen lässt (Taf. II. Fig. 8, 9, 10.). Eigenthümlich ist es, dass z :

2 vom Fr tib. zur 1 V hehe an Stärke been Bine Caro Bu dehlt. Das vie. .hige Känguruh besitzt für seine zwei kleinen inneren und. zwei grösseren äusseren Zehen nur einen, wahrscheinlich auch | durch Verschmelzung entstandenen, langen Renten A | Mit der so beschaffenen Sehnenverbindung steht, nun bei ven . Säugethieren eine oberflächliche, mit dem: Namen des perforirten Zehenbeugers sahmerlisfenke und auch oft zu einem Muskel . verschmolzene Muskelgruppe in so direcier Beziehung, dass sie bier noch eine besondere Berücksichtigung verdient. Bei allen von mir untersuchten Affen und Halbaffen findet sich a ir Ausbreitung der Sehne des Fl. tib. von einem an der Unterseite dieser Ede Sehne Sleischig entspringenden Muskel bedeckt. Derselbe ist platt, liegt ‚der Sehne des Fl. tib. dicht an, verbreitert sich nach Vorne zu und theilt sich alsbald in drei Zipfel. Diese setzen sich wieder in schmale platte Sehnen fort, welche an der Unterseite der langen Beugesehnen zur Hl, Ahr und V Zoe laufen, sich unter dem ersten Gliede Ralenı, hi

en inseriren, sich also ganz wie die einzelne Portion, de Fl. dig. = "brevis beim Menschen verhalten. Ein solcher vom Tuber calcanei eni- | springender Fl. brevis existirt nun in der That allerdings nicht für de drei letzten Zehen, wohl aber für die II Zehe (Taf. I. Fig. 3 und 3. Ki _ Dieser schmale, mit einer langen dünnen Sehne versehene kurze Beuge: un, der zweiten Zehe entspringt platt von dem Tuber calcanei { (nur bei Ste R nops von der Innenseite des Tarsus, Taf. II. Fig. 8.), zieht ganz obe rn; fächlich dicht über der Fascia plantaris gelegen nach Vorne, um mit einer perforirten Sehne an der zweiten Phalanx der II Zehe zu. enden Ki Durch diesen Befund gewinnt det beim Menschen getroffene

jener Bach sc tenen Varietät, wo aalahı heim Manni a eine Be andere Portion des Flexor brevis von der Fl. tib.-Sehne: entspringt, Rückkehr zum we sehen. Man wird sich ferner erinnern

l Pr vom Calcaneus iieiägt." Einen ähnlichen Ursprung einzelner Partien des perfor irien Beugers fand ich bei Ornithorynchus, wo die für die TH und MI Zehe bestimmte Muskelportion von der Unterfläche der Sehne des langen 7ohenbeugers, die für die II und IV bestimmte dagegen vom Tub. ci . entsprangen je faf. IM. Fig. 10.); ferner bei Didelphis, wo der kurze perforirte Beu- ger der Il Zehe von der Sehne des Fl. tib., die kurzen Beuger der drei zien Zehen aber von der Sehnenplatte des Fl. fib. abgingen, und ich beim Hunde, der Katze und der Ratte, wo von der Unterfläche er r tiefen En stseihiinplatte zwei Muskelchen entspringen und sich t Sehnen des oberflächlichen perforirten Beugers verbinden, und zv ebeijdem Hunde und der Katze mit den beiden mittleren, bi der Eu der IH und IV (Taf. II. Fig. 13 und Taf. II. Fig. 4a.). Bei ı übrigen Säugethieren fand ich entweder einen kurzen vom Tuber entspringenden oberflächlichen Zehenbeuger,, der seine perforirte T zu den vier äusseren Zehen (Mustela, Dätke, Mus Fan wohl nur zur II und IV Zehe (Dysopes) sandte: (Taf. II. Fig. x 4 2 und Taf. I. Fig. 1.), oder es trat, wo nicht der perforirte er a 1z fehlte, der über dem Tuber calc. weglaufende und in der a ich sehnig ausbreitende (bei Mus decumanus, Gastor fiber und e Rue hier noch einmal Muskelfasern ET Taf. II. Fig. 2, 1) . plantarıs an seine Stelle. Die Lumbricalmuskeln fehlen Br oder sie sind auch bei 5 Zehen in ihrer Zahl beschränkt, Herpestes (Taf. II. Fig. 2.), Lutra (Taf. IM. Fig. 4.) und an- sie zeigen jedoch hinsichtlich ihres Ursprunges, Verlaufes und wenig Abweichungen von den gleichen Muskeln des Menschen.

en

ür die Lebensweise der einzelnen Thierart bedeutungsvollen üllt, so ist uns doch von dem Baue dieser Thiere besonders zug. auf Gelenke, Bänder und Musculatur, sowie von ihrer Le- e im Allgemeinen zu wenig bekannt, er dass sich die volle Bud ee jeder einzelnen ee dieser Art

ke: welehe sich mir während der ee f, wissensch, Zoslskie, XVH. Bd. BN

18 | Franz Eilhard Schu ze,

gleichsam von selbst aufdrängten, und welche auch Anderen wohl kaum gesucht erscheinen werden. Wie man zugeben wird, dass durch die Verminderung der Zehen- zahl auf Kosten der freien und complicirten Beweglichkeit und der daraus resultirenden reichlichen Benutzungsfähigkeit des Fusses eine beim vorwiegenden Gebrauche desselben als einfache Stütze zum Tra- gen schweren Körpergewichtes beim Springen oder schnellem Laufe nöthige Starrheit und Festigkeit erzielt wird, so muss im Allgemeinen auch eine innige und feste Verbindung der tiefen Zehenbeuger-Sehnen zu einem derben Strange für denselben Zweck passend erachtet wer- den, während im Gegentheil für eine freiere Beweglichkeit der einzelnen Zehen, wie sie z. B. beim Klettern an dünnen Baumzweigen erforder- lich wird, eine grössere Isolirung der einzelnen Muskeln in ihrer Ein- wirkung auf verschiedene Zehen wünschenswerth sein muss. Dem entsprechend finden wir denn auch bei den Einfüssern, Dickhäutern, Wiederkäuern, bei den auf der Erde lebenden, schnell laufenden oder springenden Raubthieren, den sprunggewandten Mäusen, Ratten, Kän- guruhs, bei dem die Füsse zum festen Anstemmen beim Graben be- nutzenden Maulwurfe und Gürtelthiere, so wie bei dem schwirnmenden Biber, Schnabelthier und wenn auch weniger ausgesprochen bei der Fischotter eine feste Vereinigung, sei es der ganzen tiefen Beugerzueinem Muskel, sei es ihrer Sehnen zu einem starken Strange oder einer Platte, in deren Fasermasse man die einzelnen Züge nicht mehr erkennen kann. Dagegen sehen wir bei den in den Zweigen lebenden Affen und Halb- affen sowohl, als bei dem gleichfalls kleiternden Iltis eine oft weit gehende Sonderung der einzeinen Muskein in ihrer Sehnenausbreitung. Selbst von den speciellen Einrichtungen lassen manche ihren bestimm- ten Zweck leicht erkennen. Der Umstand, dass bei den höheren Affen, bei Hylobates, Gercopithecus, Gynocephalus und Ateles die Sehne des starken M. fl. fibularis ganz oder fast vollständig in die für die I, I und IV Zehe bestimmten Sehnen zerfällt, wird ohne Weiteres dahin führen, dass diese Thiere nur ihren FI. fibul. wirken zu lassen brauchen, um durch die sich beugende II und IV Zehe einerseits und die zu- gleich gebeugte, opponirende I Zehe andererseits eine starke umklam- mernde Zange zu schliessen, an welcher sie bequem ihren Körper von einem ergriffenen Aste herabhängen lassen können, ein Manöver, wel- ‚ches sie in der That oft genug, und wie es scheint ohne besondere An- 2 ‚strengung, ausführen. | Die bei vielen niederen Affen vorkommende Einrichtung, dass die | I, mehr oder weniger opponirbare Zehe ganz oder zum grossen Theile | durch die von der Aussenseite der Fusssohle kommende Caro quadrata

Die Sehnenyerbindung in der Planta des Menschen und der Säugethiere. 19

versorgt wird, muss zu einem besonders ausgiebigen Entgegenstellen der IZehe und dadurch zu einer Rinnenbildung der Sohle führen, ‚welche den mit allen Vieren auf schmalen Zweigen kriechenden oder laufenden Thieren besonders zu Statten kommen wird. Interessant und von diesem Gesichtspuncte aus leicht zu verstehen ist es, dass dieselbe Einrichtung sich auch bei dem zum Laufen auf Baumzweigen oft ge- | nöthigten Itis (Taf. 11. Fig. 12 und 12a.) und bei Herpestes javanicus z (Taf. I. Fig. 2.) findet. Das starke Ligament, welches von der Sehnenverbreiterung des vereinigten tiefen Zehenbeugers bei Ornithorynchus schräge nach aussen und hinten zum Tuber calcanei zieht, dient wahrscheinlich zur Arretirung Iirlieses Muskels bei seiner Beugewirkung auf die Endphalangen , welche im Schwimmen zum llohlmachen der Ruderschaufeln wohl einen ge- hs vissen Grad erreichen, aber nicht zu einem völligen Schliessen und zu _ einer dadurch gegebenen Verkleinerung der Planta führen darf. Prai- Derselbe Zweck scheint bei anderen, in unserer Reihe vertretenen ‚Schwimmenn , dem Biber und der Otter durch die fast quer laufende FA ro quadrata erreicht zu sein (Taf. Il. Fig. 4 und 3.), und bei dem _ grabenden Dasypus ausser der tief herabreichenden Muskelschicht noch durch Einsehiebung eines dicken längsovalen Knochens in den Plantar- heil der tiefen Zehenbeugersehne, welche Knochenplatte nicht durch > schmale vom Tuber calc. und dem inneren nach unten vorragenden Rande des Tarsus begrenzte Rinne zurückgezogen werden kann , son- dern hier durch Anstemmen an diese Höcker eine weitere Wirkung des Beugemuskels auf die letzten Phalangen verhindern muss. "Wenn der an die zweiten Phalangen tretende durchbohrte, ober- 2 ebe Zehenbeuger weniger (als der an die dritten RUHE in-— de tiefe) auf die einzelnen Zehen, dagegen mehr auf die Ver- = resp. Erhaltung der Wölbung des ganzen Fusses zu wirken immt ist, so wird es verständlich, weshalb beim Menschen und ı Thieren, deren Fuss zu Zeiten entweder stärker gewölbt oder ler Abplattung gehindert werden soll, wie z. B. den auf der ebenen laufenden und springenden, den schwimmenden und grabenden en dieser oberflächliche Beuger hinten von einem hinlänglich festen cte entspringen muss, dass er dagegen bei den Thieren, welche r auf den Gebrauch der einzelnen isolirten Zehen als des ganzen lfusses angewiesen sind, immerhin zur Erreichung besonderer Vor- le einen verrückbaren und nicht so festen Ursprungspunct haben 0. Dem entsprechend finden wir denn auch bei den meisten Thie- der ersten Kategorie, diesen oberflächlichen Beuger entweder als dig. brevis vom Tuber calc. (beim Menschen, der Fledermaus, dem ; 2*

20 Franz Eilbard Schulze,

Itis, dem Seehund und zum Theil auch beim -Schnabelthier) oder als Plantaris vom Oberschenkel entspringen (Igel, Maulwurf, Herpestes jav., Hund, Katze, Biber, Ratte, Meerschwein, Hase, Schwein, Tapir, Pferd, Schaf, Gürtelihier, Känguruh). Dagegen entsteht, wie oben be- schrieben , der perforirte kurze Beuger für die drei letzten Zehen bei allen von mir untersuchten Affen und Halbafien, welche als Künstler im Kletiern auch ihre Füsse als Hände benutzen, also vorwiegend die langen fingerartigen Zehen gebrauchen müssen, von der Unierseite der Sehnenausbreitung des tiefen Beugers. Nur die zur II Zehe ziehende Portion hat sich abgesondert und entspringt von einem festen Tarsus- knochen, gewöhnlich dem Tuber calc. Vielleicht wird durch diese, wenn auch nur geringe Kreuzung in der Zugrichtung jener drei und dieses einen Muskels unter Umständen ein gewisses Entgegenstellen auch der II Zehe gegen die drei äusseren ermöglicht.

Indem ich es mir vorbehalte, diese Untersuchungen auch auf die übrigen Wirbelthierabtheilungen und auf die correspondirenden Ein- richtungen an den Vorderextremitäten auszudehnen, nehme ich schon hier die Gelegenheit wahr, darauf aufmerksam zu machen, dass sich nicht selten beim Menschen eine der für die Zehenbiniäen oben be- schriehenen analoge Verbindung der Sehnen des M. flexor pollieis long. und derjenigen des Flexor digitorum profundus findet, welche allerdings wohl als Varietät betrachtet werden muss, aber doch eine interessante Annäherung an jene Sehnenverbindung in der Planta erkennen lässt. Der auf Taf. I. in Fig. 5 dargestellte Fall zeigt einen sehr beträchtlichen Sehnenstrang aus der Sehne des Fl. poll. long. zur Fl. dig.-Sebne und zwar zu der für den Il Finger bestimmten Portion derselben übertreten. Gewiss wird die Uebereinsiimmung dieser Einrichtungen an der hin- teren und vorderen Extremität bei den übrigen Säugethieren noch deut- licher und als Norm hervortreten. |

Die Sehnenverbindung in der Planta des Menschen und der Säugethiere. 3,

Erklärung der Abbildungen auf Tafel I, II und I.

© Die Sehne des M. fl. fibul. ist stets durch f, diejenige des M. fl. tibialis durch | t bezeichnet. Die Ordnungszahl der beiden äussersten Zehen ist durch römische

Ziffern angegeben.

Tafel I.

Er 4. Sehnenverbindung aus einer rechten menschlichen Planta. Ansicht

von oben. 3. Sehnenverbindung aus einer linken menschlichen Planta. Ansicht von oben. 3. Sehnenverbindung aus einer rechten menschlichen Planta. Ansicht von oben. Fig. &. Sehnenverbindung aus einer linken menschlichen Planta. Ansicht von 0000 unten. Ein abnormer Muskel. 5. Sehnenverbindung zwischen dem M, flexor pollicis long. und dem M. fl. dig. prof, an einem rechten menschlichen Arme. .

Tafel II,

Fa Da Sehnenverbindung aus der linken Planta eines Hylobates. Ansicht von oben. 8. 2%. Sehnenverbindung aus der linken Planta eines Cercopitbecus. Ansicht von oben. Linker Fuss eines Cynocephalus porc. Ansicht von unten. Haut, Fett und die Plantarfascie entfernt. 3a. Sehnenverbindung aus der Planta desselben in Fig. 3 dargestellten Fusses, ih 2 Ansicht von oben. 4. Sehnenverbindung aus der rechten Planta eines Ateles. Ansicht von Aikben,. _ Rechter Hinterfuss von Pithecia rufimana. Ansicht von unten. Haut, Felt und Plantarfascie sind entfernt. ;a. Sehnenverbindung aus der Planta desselben in Fig. 5 dargestellten Fusses. Ansicht von oben. Sehnenverbindung aus der linken Planta von Chrysothrix sciurea. An- sicht von oben. \ Sehnenverbindung aus der rechten Planta von Jacchus. Ansicht von.

- Linker Hinterfuss eines jungen Stenops tardigradus. Ansicht von unten.

. Haut, Fett und Fascie . Sehnenv ins aus der Planta desselben in Fig. 9 dargestellten Fusses. Ansicht von unten.

0. Linker Hinterfuss eines Erinaceus europ. Ansicht von unten. Haut, Fett, Fascie und die Sehne des M. plantaris sind entfernt.

Linker Hinterfuss von Talpa europ. Ansicht von unten. Der oberfläch- liche Beuger entfernt.

22 Fig. Fig.

Fig.

12.

A920.

43.

4a.

SA

Franz Eilhärd Schulze, Die Sehnenverbindung in der-Planta eie,

Linker Hinterfuss von Mustela Putorius. Ansicht von unten. Haut, Fett und Fascie sind entfernt. Sehnenverbindung aus der Planta desselben in Fig. 12 dargestellten Fusses. Ansicht von oben. Rechter Hinterfuss eines Hundes. Ansicht von unten. Die durch- schnittene Sehne des M. plantaris ist zurückgeschlagen.

Tafel III.

Rechter Hinterfuss einer Lutra vulg. Ansicht von unten. Haut, Fett und Plantarfascie entiernt.

Sehnenverbindung aus der Planta desselben in Fig. 1 dargestellten Fusses. Ansicht von oben.

Linker Hinterfuss eines Berpestes javanicus. AÄnsicht von unten. Der durchschnittene M. plantaris zurückgeschlagen. . Rechter Hinterfuss eines jungen Bibers. Ansicht von unten. : Der durch- schnittene M. plantaris ist zurückgeschlagen

Rechter Hinterfuss einer Ratte. Ansicht von unien. Haut, Fett und Fascie entfernt.

. Derselbe in Fig. 4 dargestellte Füss nach Zorückschlagung des durch-

schnittenen M. plantaris.

Sehnenverbindung aus der rechten Planta eines Schweines. Ansicht von unten.

Rechter Hinterfuss eines sehr jungen Tapirs. Ansicht von unten. Der durchschnittene M. plantaris ist zurückgeschlagen.

Sehnenverbindung aus der linken Planta einer sehr jungen Phoca vitulina. Ansicht von oben. | j Rechter Hinterfuss von Dasypus. Ansicht von Whten. Haut, Fett und Fascie entfernt.

Linker Hinterfuss von Myrmecophaga didactyla. Ansicht von unten. Haut, Fett und Fascie entfernt.

Linker Hinterfuss von. Ornithorynchus paradoxus. Ansicht von unten. Haut, Fett und Fascie entfernt. | Derselbe in Fig. 40 dargestellte Fuss nach Zurückschlagung des langen Zehenbeugers.

ei 2 a a et

Ueber Branchipus rubricaudatus nov. spec. Von

Dr. Klunzinger

ii; in Kosseir,

Mit Taf. IV.

Vorkommen. Ich fand diesen zierlichen Phyllopoden im Decem- ber 1865 in den thönernen Behältern, die man hier in Kosseir (am rothen Meere) zur Aufbewahrung des Regenwassers im Hause hält, einige Zeit $ er ach dem einzigen Winterregen. Die Menge war verhältnissmässig be- ächtlich: bei dem Einschöpfen dieses Regenwassers wurden fast mit dem Zug 1, oft 8 und mehr solche Thiere zu Tage gefördert, Männ- ‚chen und Weichen so ziemlich in derselben Zahl, zusammen mit - Gulieidenlarven und Cypriden. Andere Thiere fanden sich nicht darin.

Habitus. Die Körpergestalt des Branchipus rubricaudatus, der ohne iweilel eine neue Artist, ist schlank, gestreckt. Die zwei grossen schwar- ‚en Augen und das lange schliesslich in zwei Gabeln auslaufende Abdo- er Mn ‚geben ihm ein fast fischartiges Aussehen. Die Körperlänge beträgt 1,506 .„, wovon etwa die Hälfte auf das Abdomen kommt. Der Rücken is ‚leicht gekrümmt, das Abdomen wird gestreckt oder der Rücken- k nmung entgegengesetzt gekrümmt getragen. Der Rumpf ist mässig ss. Der Körper ist durchsichtig, farblos oder schwachröthlich h das durchscheinende Blut. Nur das letzte Abdominalsegment mit en Endgabeln, sowie der Sack in der Eierröhre des Weibchens ist aft mennigroth pigmentirt. Die Thiere schwimmen immer mit dem ken nach abwärts; das gewöhnliche stetige Schwimmen besorgen Füsse, von Zeit zu Zeit unterstützt durch schlängelnde Contractio- des Rumpfes, die eine schiessende Bewegung bewirken. Das Ab- en dient zum Steuern, die grossen Antennen haben nichts mit dem wimmen zu ihun, sie bleiben immer ruhig eingeschlagen unter den

24 | Dr. Klunzinger,

Die Haut ist überall sehr weich und contractil, besonders am Kopf, die Matrix dicht mit ziemlich grossen rundlichen Zellen (Fig. 7r) be- setzt, welche sich fast wie Schuppenplatten ausnehmen, aber blos der Matrix angehören und bei Zusatz von Essigsäure einen kernigen Inhalt zeigen. Feine strahlige Fäden ziehen überall div ergirend vom Innern gegen die Haut hin.

Der Kopf ist stark gewölbt und, abwwärte geneigt, der vorderste Theil desselben vor den gestielten Augen ist verschmäldrt und durch eine feine quere Linie abgegrenzt (Fig. 4). Auch hinten am Kieferge- lenk ist der Kopf eingeschnürt. Auf seinem Rücken trägt er mehrere Plättchen, besonders ein grösseres querovales, scharf conturirtes auf der Mitte hinter den gestielten Augen, gerade über der Theilung des Darm- canals in zwei Lappen (Fig. 4 c). Es ist ohne Zweifel analog der Ein- senkung, welche sich bei manchen Daphniden, z. B. Daphnia brachiata, Polyphemus am hintern Theil des Kopfes befindet. Ein kleineres Plätt- chen zuweilen mit feinen dornigen Erhabenheiten, findet sich jederseits neben dem einfachen Auge. Vor dem letztern bemerkt man’eine bogen- förmige Figur von zellenartigen, röthlichbraun pigmentirten Körpern unter der Haut (Fig. 4).

An die vorderste Kopfwölbung ist beim Männchen eine Art Stirn- fortsatz (a) angesetzt, in Form eines hohlen etwas gewölbten Panzers, hinten und seitlich bogig breit, vorn allmählich verschmälertund shake lich in einen kurzen hie vorn gewöhnlich abgestutzten Fortsatz auslaufend. Bei jüngeren Männchen ist dieses Stirnschild weniger ent- wickelt, insbesondere finden sich statt des röbrigen Fortsatzes nur zwei mehr weniger vorragende Wülste, welche später zu jener Röhre ver- schmelzen, beim Weibchen endlich ist die Theilung in zwei Hälften auch beim Stirnschild vollständig, und an seiner Stelle sieht man nur jederseits einen über den Anfang der grossen Antennen sich herüber- legenden Wulst. Sollte dieses Stirnschild nicht ein Analogon des R o- strum anderer Phyllopoden sein?

Anhänge des Kopfes: Eigenthümlich für die Biene über-

haupt ist die Verschiebung der grossen Antennen nach vorn bei weiter Zu-

rückstellung der gestielten Augen selbst hinter das andre Antennen-

paar. Letzteres ist indess nach Bau und Analogie als das erste zu be-

trachten. Diese ersten oder Tastantennen (g) entspringen von der Seite des Kopfes, dicht vor den gestielten Augen, da wo der Stirnfortsatz be-

ginnt. Sie sind lang, schmal, fadenförmig, gegen] das Ende allmählich.

verschmälert, segmentlos cl reichen nach hinten zurückgelegt, "unge-

fähr bis zum zweiten bis dritten Fusspaar. Zuweilen haben sie im ‚Ver

Ueber Branchipus rubrieaudatus nov. spee.

1869)

>

laufe einige Ausbuchtungen oder Höcker, und endigen schief abgestutzt. Auf dieser Endfläche tragen sie unten 3 längere und gegen oben rings- herum eine Anzahl kleiner, am Grunde sehr scharf conturirter, im übri- gen Verlauf sehr blasser blättchenartiger Borsten. Der Nerv bildet eine Strecke vor dem Ende gangliöse Anschwellungen, und die Endfäden sind kurz vor der Endfläche von einer grossen Anzahl ansehnlicher runder Zellen umgeben. Die zweiten Antennen sind beim Männchen in mächtige Greif- organe umgewandelt, die bei der Begattung mitwirken; sie haben eine gewisse Aehnlichkeit mit den Greiffüssen der Squillen. Ihre Insertion geschieht an der untern und seitlichen Fläche des Stirnfortsatzes. Bei jüngeren Männchen ist ihre Basis auf der Bauchseite jederseits getrennt, allmählich nähern sie sich hier von beiden Seiten und verwachsen end- lich zu einem besondern abgehobenen Schild, der sich jederseits von der Basis der Antennen zur Mittellinie des Bauches herüber- und her- unterzieht, daselbst eine Längsnaht und Firste bildend (Fig. 2). Das Gründzlied der Antennen, welchem diese Platte angehört, ist breit und kurz und trägt an seiner äussern Wölbung viele kurze Haare. Das zweite Glied der Antennen ist eylindrisch, doppelt so lang, als breit. Der brige Arm zeigt keine Segmentirung, höchstens faltige Ringel, wohl | » mehrere deutliche Abtheilungen, die sich gegen einander knieför- g einschlagen, die erste dieser Abtheilungen, oder, wenn man will, dritte Glied der Antennen ist schmäler, als das zweite und etwas er | ‚Von seiner Basis, die noch innerhalb des Absatzes des vorher- nden Segments jest; entspringt an der untern Fläche ein schmaler elartiger cylindrischer, an der Spitze abgerundeter Fortsatz, der hr 4%, mal so lang ist, als die Abtheilung, der er angehört, und ;hnlich nach innen gerichtet ist. Gegen vorn an der äusseren Seite

> am grössten ist. Dieselbön ss an a Santo ein feines kur- "Haar zu weichem im Innern des Organs ein Faden zieht, der vor le eine Anschwellung zeigt (Fig. 7). Gegen die Mitte oder des Lappens theilt sich dieser Faden in mehrere, welche theils = Bun w. andern re sich Vera nn, theils gegen den

ah der sie ae RR Sie sind offenbar ner- Art und finden sich auch an den Haaren, welche die vorhergehen- > rege bekleiden.

as folgende vierte Glied ist etwas Sförmig gekrümmt, die bei-. Enden leicht eingeschnürt. Es ist so lang, als das dritte Glied und

36 en Dr. Klunzinger,

schlägt sich gegen die Bauchseite des letzteren ein ; am Knie ist es auch wohl etwas verdreht. An der obern und innern Seite trägt es eine | Reihe von kurzen Warzen oder Zipfeln, ähnlich den oben. erwähnten, | | aber ohne Haar an der Spitze. Nach innen an der Einschnürung gegen | das folgende Glied steht ein ähnliches längeres Läppchen vor. Der fünfte | Abschnitt reiht sich unmittelbar an den vorigen, bildet einen kurzen, ® halsartigen Grundtheil und spaltet sich alsbald in eine Gabel, deren Zinken meist gekreuzi liegen. Die innere viel längere Zinke ist an ihrer . | Basis dieker und trägt daselbst einen conischen, breiten, und darüber , ®© einen kürzeren Zapfen, verschmälert sich dann und bildet ein schwa- 3 | ches Knie nach aussen und vorn. Der Endtheil der Zinke ist schmal, | sehr lang, bogenförmig gekrümmt, besonders gegen das verschmälerte Ende, und an der concaven Seite mit.einer Reihe kurzer Zähnchen be- | seizt. Diese Zinke ist länger als der ganze übrige Theil der Antenne. Die andere Zinke ist etwas geschwungen , schwächer , ebenfalls spitz , mit [| der Goncavität gewöhnlich ab- und vorwärts gebogen, ungefähr '/, so 4 lang als die erstgenannte Zinke. Dieses ganze fünfte Glied ist mittelst seines halsartigen Grundtheils gegen die Rückseite des vierten Gliedes | eingeschlagen. Der ganze Greifarm liegt gewöhnlich, die Glieder gegen 7 einander eingeschlagen, ruhig gegen den Bauch angezogen. Nach hinten gestreckt reicht das Gebilde ungefähr bis zum Rumpfende. h

Bei jüngeren Männchen (Fig. 4) sind diese Arme kleiner und ke schmächtiger, besonders sind die Abtheilungen gegen das Ende ver- a kürzt, die Zinken kurz, ohne Lappen und Zähne. Die Uebergänge lassen sich verfolgen. Die entsprechenden Antennen des Weibchens (Fig. 3) sind ganz anders gebaut, sie bilden ein längliches, schliesslich schief lanzettlich zugespitztes Plättchen, viermal länger als breit; sie sind überall dieht mit Härchen besetzt und ungefähr von Länge der Tastantennen. |

Die zusammengesetzten gestielten Augen (m) entspringen zu beiden Seiten des Kopfes weit: hinten mit einer rundlichen Grund- platte (Fig. 3), worauf ein mässig langer, zwiebelförmiger Stiel und ein grosser Augapfel folgt, der °/, einer Kugel bildet. Das Pigment ER des letzteren ist in kleinen Schichten bräunlich bis roth, in grösse- Pi rer Tiefe tief schwarz, Die äusserste Haut des Augapfels ist glatt, die | innere zeigt rundliche oder unregelmässig eckige Facetten. ‘Dahinter Ei sitzen die kugelförmigen oder rundlich eiförmigen Linsen vor den hin- R; tern Keilen, zwischen denen sich das Pigment mehr weniger weit vor- E. ersireckt. Der Sehnerv bildet im Augenstiel, entsprechend der Auf- R: treibung des letzteren, eine zwiebelförmige Anschwellung, die grösste Wölbung derselben nach vorn gerichtet. Daraus entspringen viele Fä-

Veber Branchipns rubrieandatus nov, spec, vr |

den, die schief rückwärts gegen den Augapfel steigen zu einem dort befindlichen zweiten Ganglion, aus dem dann radiäre Nervenfäden zum Auge treten. Das sogenannte einfache Auge {l) bildet einen schwar- zen kleinen Fleck mitten über der Stirn, gleich unter der Haut, etwas vor dem Gehirn. Es besteht aus zwei verwachsenen Theilen,, jeder ungefähr von Trapezgestalt, vorn schmäler. Durch das Aneinanderlegen dieser beiden Theile erscheint der Augenfleck vorn und hinten einge- schnitten. Dieses Auge liegt in einem Matrixstratum, das hinten in zwei muskelartige Stränge ausläuft. Die umgebende Kopfparthie mit diesen Augen wird fortwährend eingezogen.

Die Lippe (h) hat, wie bei den verwandten Thieren, eine kahn- förmige Gestalt, und liegt an der unteren Seite des Kopfes, geschlossen bedeckt sie zum Theil noch das zweite Kieferpaar. An ihrer Basis liegt die kleine, nur bei gefüllter Speiseröbre wahrnehmbare Mundöffnung (Fig. 3 q.). Die aufgeschlagenen Seitenwände sind ausgeschweift, die Seitenecken hinten ziemlich breit. Das zugerundete an der Basis mit einem vorstehenden Züngelchen versehene Hinterende bildet ein ver- deckartiges Blatt.

Das erste Kieferpaar {i} liegt an der Seite des hintersten Theils des Kopfes, auf der Grenze zwischen Kopf und Nacken. Die Seiten des Kopfes zeigen daselbst eine Höhlung (Fig. 3), auf der der Kiefer, durch 'weichhäutige bandartige Verbindungen an die Ränder der Höhlung und oben durch ein Gelenk an den Kopf befestigt, in der Art spielt, dass er sich fortwährend um seine Längsaxe hin- und herbewegt, und die en einander gewandten länglichen convexen Endflächen auf einan- ‚hin- und herrollen. Der Kiefer selbst ist an der äussern Fläche k gewölbt, besonders am untersten Theil, daselbst fast kreisförmig zontal einwärts geschlagen. Die innere Seite ist hohl zum Ansatz Muskeln, ohne Innenwand, mit Ausnahme des untersten platteylin- hen Abschnitts. Die Endfläche ist klein, schmal, convex, mit rleisten und Härchen besetzt. Ansehnliche Muskeln (p) kommen | lenförmig convergirend vom Rücken des Hinterkopfs und Nackens. r der Kaufläche gewahrt man eine gabelförmige Leiste an der Basis Kopfes, wie bei andern verwandten Thieren.

Nackenpartie. Sie ist seitlich und besonders deutlich auf dem en durch eine Einschnürung von dem Kopf getrennt. Nach hinten re Grenze durch das erste Körpersegment gegeben. Dieser Partie ren folgende Theile an:

Das zweite Kieferpaar (k) ist kleiner als das erste, kaum an Seiten des Körpers vorragend. Es liegt gleich hinter dem ersten ir an der Bauchfläche und bildet ein innen abgerundetes Blatt, das

28 Dr, Klunziuger,

gegen hinten und aussen in einen schmäleren Fortsatz unter spitzem Winkel sich umbiegt, der an seiner gewöhnlich vertical gerichteten Innenkanie eine Reihe bogig nach innen und vorn gekrümmter, mehr- fach gegliederter, am sechsten Glied mit kleinen vorstehenden Neben- börstchen beseizter Borsten trägt. Diese Borsten reiben sich theils an denen der andern Seite, theils an kurzen steifen Härchen, welche die innere Kante des Grundblaits trägt. Gegen aussen und vorn trägt das letztere einen kurzen, etwas aufwärts gewundenen Fortsatz.

Das dritte Kieferpaar [o) ist rudimentär, stellt ein rundliches' oder längliches Plättchen dar, hinter dem vorigen Paar, an der Bauch- seite gelegen. Es trägt an seiner nach aussen gerichteten Spitze auf einem kurzen Fortsatz eine lange gefiederteBorste, und nach innen und vorn einige kleinere Fiederborsten und feine Härchen.

Der Nackenpartie gehört ein Gebilde an, das offenbar der »Scha- lendrüse« anderer verwandter Crustaceen analog ist. Es liegt an der Seite dieser Partie ({r) hinter den Oberkiefern, und erstreckt sich auf einem ovalen, nach aussen leicht convexen, weichen, contractilen Haut- vorsprung über die Seitenwände eine Strecke weit herab. Es besteht aus mehreren scharf und zackig conturirten Schlingen, von denen eine nach rückwärts gegen das erste Rumpfsegment gerichtet ist, eine an- dere sich gegen den Rücken hinaufzieht. Unterhalb und zwischen der letzteren setzt sich der Schalenmuskel an, dessen Conturen sich auch auf der Bauchseite in Form eines Bogens hinter und über dem zweiten Kieferpaar wahrnehmen lassen.

Rumpf: Derselbe ist, entsprechend dem Gattungscharakter von Branchipus, in 14 deutliche Segmente von gleicher Länge getheilt, deren Verbindungsceonturen doppelt erscheinen. Die weiche, contractile Haut erstreckt sich nicht in Form von Apophysen über dieFüsse herab, sondern geht unmittelbar in die leicht gewölbte Bauchseite über, an der sich nur ganz vorn hinter den Kiefern eine »Bauchfurche« ent- wickelt. Auf dem Rücken des Rumpfes sitzen kurze Härchen, zu welchen Fäden, ähnlich denen der Läppchen an den Greifarmen, ziehen, die vor der Endigung von dichten Zellenmassen umgeben sind. Die Härchen sind sparsam, gewöhnlich nur 4 auf jedem Segment, oder an einigen fehlend. { |

Die 11 Paar Füsse [z) sind einander an Grösse und Gestalt fast gleich, nur die hintersten und noch mehr die vordersten Paare sind 2 etwas kleiner. Der Bau der Füsse (Fig. 5) schliesst sich mehr an den Typus den Daphniden, als an den der Limnadien an (S. meine Ar- beit in dieser Zeitschrift XIV. p. 139 —473.). Die Hüfte (a) ist kurz, der Mitteltheil zerfällt an seinem Innenrand in zwei bogige

Ueber Branchipus rubrieandatus nov. spec. 39

Lappen oder Klappen, von denen der obere (M?) ungefähr vier mal länger ist als der untere (}). Sie sind an ihrem Rande dicht mit einer ‚Reihe nach innen und vorn gekrümmter, gegliederter, nicht gefiederter Borsten besetzt, die nach unten an Länge zunehmen. Auf der Bauch- seite berühren sie sich von beiden Seiten und haben wohl dieselbe Function, wie bei andern ähnlichen Thieren, trotz der fehlenden Bauch- furche. Auf den untern kleinern Lappen steht gegen oben auf der ‚Grenze zwischen beiden Lappen noch eine anders gerichtete, etwas kleinere gezähnelte Borste. Nach unten folgen dann noch 3 rudimentäre Läppchen (PP), welche je mit 2—3 langen und einzelnen kurzen ‚Borsten besetzt sind. Auf der äussern Seite des Fussblatts liegen gegen ‘oben 2 Lappen, von denen der obere sehr grosse (b) einen guten Theil ‚des je folgenden Fusses überdeckt und auch oben etwas über die Hüfte ‚gegen den Rumpf vorragt. Er ist rundlich oval, am Rand scharf ge- ‚zackt und sehr zart gebaut, durchsichtig. Der zweite Lappen (b') liegt gleich darunter, ist schmal, fingerförmig, ebenfalls zart. Beide sind als Branchiallappen zu betrachten. Unten spaltet sich das Fussblatt in ‚2 Endlappen, von denen der innere oder Tarsallappen breit (P), rundlich mit kürzeren, der äussere (b?) längere, mit schmaler Basis entspringende umgekehrt lanzettförmige, mit längeren und dichteren Fiederborsten am Rand besetzt ist. (Die Buchstaben mögen die Ana- logien dieser Theile mit den in oben genannter Arbeit von mir be- chriebenen verwandten Thieren am einfachsten bezeichnen).

- Das Abdomen besteht aus 9 Segmenten, welche nach hinten all-

leinste. Letzteres läuft in seinem hintern Theil spitz zu und endet it 2 Läppchen,, zwischen welchen der Alter liegt. An den zuge- jzten Hinterseiten sind zwei lange stielartige, rundliche, am Grund itere, allmählich sich verschmälernde, mit rundlicher Spitze endi- e, jederseits und an der Spitze mit langen Fiederborsten besetzte, einander divergirende, horizontal verlaufende schwanzflossenartige 'änge (y) inserirt, welche ungefähr ', so lang als das Abdomen und durch ihre mennigrothe Farbe sich auszeichnen.

Das erste und zweite Abdominalsegment ist bei beiden Ge- ehtern wesentlich für die Geschlechtsorgane bestimmt und an " Bauchseite sackig erweitert (Fig. 3 M und 6 d). | Beim Männchen bestehen die Geschlechtsorgane jederseits in n kurzen unregelmässig buchtigen Hodenschlauch (Fig. 6a), der in ibeshöhle neben dem Darm schwebt, bald gestreckt, bald ge- n ist und kaum bis zum dritten Abdominalsegment hineinreicht. ‚Bildung einer Schlinge tritt er mit seinem vorderen Theil in eine

Rückens herüberlaufend sich an die Scheide der andern Date ansetzen.

30 Dr. Klunzinger,

Scheide (69) ein, welche oben gegen den Rücken in eine Anzahl musculöser Bündel - ausläuft (6b), die über den Längsmuskeln des

Die Scheide wendet sich, nachdem sie das Hodenendeals Vas deferens (ce) aufgenommen hat, bogig nach unten und hinten in den Geschlechts- sack des Abdomens (d) und tritt in den Penis (6e und Fig. 2v.) ein, bis an dessen Spitze verlaufend. Der Penis oder das äussere mäun- liche Geschlechtsorgan bildet jederseits eine eylindrische kurze Röhre, die seitlich von der untern Fläche des Geschlechtssacks abgeht und zurückgelegt über das dritte Abdominalsegment mehr weniger hinragt. Am Grunde sind die Röhren beider Seiten eine Strecke weit blattartig verbunden. Vor der Mitte der Röhre ragt ein etwas gezähnelter leicht gekrürmmter Stachel nach innen. An der Basis des Organs nach aussen sitzt ein Hautläppchen. Das Vas deferens endigt an der abgestutz- ten mehr weniger eingefalteten Spitze des Organs, und die Scheide setzt sich unmittelbar an die Haut des Penis an. Obengenannte Muskeln 5 ziehen fortwährend diese Scheide nach oben und nach abwärts, wobei % sich auch die Haut des Penis mehr weniger mit ein- und ausstülpt. = Auch der Hodenschlauch wird bei diesen ‚Contractionen immer mit e bewegt a

Die weiblichen Geschlechtsorgane sind complicirter. An die sackartige Erweiterung des ersten und zweiten Abdominalsegments 'n (Fig. 3 M) setzt sich eine lange Röhre (N) an, die ungefähr so lang ist, als das ganze Abdomen und so weit, als eines seiner hintern Seg- 3 mente. Sie ist cylindrisch und endigt in eine aufwärts gekrümmite, 3 dornartige Spitze. Ihre Richtung ist gewöhnlich gegen unten und hinten. ae

. Die Eierstöcke befinden sich jederseits unter dem Darmcanal in = der Leibeshöhle über.dem Abdominalsack, in denselben hineinragend und mit dem hintern Ende noch in das dritte Abdominalsegment hinein- tretend. Es sind jederseits 2 Stöcke, ein vorderer und ein hinterer, E die in der Mitte verschmälert gegen den Sack abwärts laufen und zu- | sammenstossen. Die Eier.desselben sind klein, mit deutlichen Keim- | bläschen. Ein weiterer Eierlappen (S) ohne sichtbare Verbindung mit | dem vorigen, liegt jederseits vorn und seitlich an dem Geschlechtssack Y | sehr oberflächlich er ist ‚gestreckt, oben vorn schmal, gegen unten 3 und hinten etwas u Er besteht aus vielen ee genden Schnüren, in denen die Eier liegen, ähnlich denen des Eier- stocks, von der gleichen Grösse, meist. in den ersten Furchungsstadien 4 beskiflen, Die Färbung des Dolkeee derselben ist gewöhnlich etwas heller gelblich als bei den mehr ‚braunen Eiern der Eierstockslappen.. i

Bas»...

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Ueber Branchipus rubrieaudatus nov. spec. 31

in Dotterstock (U), wenn man ihn so nennen darf!), liegt zu beiden Seiten und etwas unterhalb des Darms als schmaler, hinten ungefähr ım fünften Abdominalsegment zugespitzt endigender Blindschlauch , in welchem sich eine weissliche, oft in grosse runde Ballen geformte Masse findet. Er geht vorn am ersten Abdominalsegment plötzlich unter rech- jem Winkel in einen viel schmäleren Ausführungsgang (V) über, wel- her bald frei in dem Abdomimalsack, nach rückwärts gebogen schwebt, rüweilen sich auch horizontal nach hinten in die Leibeshöhle zieht, bald endlich, wie dies bei der Entleerung des Inhalts geschieht, mehr weniger yo in die Eierröhre höreihragt. In der letzteren ist ein isserordentlich dünner , weicher, faltiger, in grösseren Schichten bei ’altung lebhaft mennigrother, sonst dur chsichtiger, farbloser Sack (P) der Länge nach befestigt, veilalin in der Eiern fortwährend hin- und herwogt, nur durch zahlreiche contractile feine Fädehen mit jener seitlich verbunden. Durch seine Bewegungen werden auch die m Abdominalsack liegenden Organe mit ergriffen, besonders die Aus- äufer der zwei Eierstöcke fortwährend herabgezerrt. Gegen das hintere e zu ist er an die untere Seite der Eierröhre angewachsen. Darauf jolgt ein kurzer bogenförmig abwärts gekrümmter, an der Basis breiter, ım Ende enger Ausführungsgang (0), mit dem Lumen des dünnen Sacks durch ein enges Ostium verbunden. Der Canal mündet auf der Vorder- oder Bauchseite der Röhre an der Basis des Endstachels in sinem sehr erweiterungsfähigen Spalt. Kb In dem weichen Sack befinden sich bald blosse weisse Ballen, von pn oben genannten Dotterstock geliefert, bald eine ähnliche weisse ‚gehallte Masse, oder endlich sehr grosse maulbeerartig höckrige ie, mit einer hellen, platten, starren Chitinschale umgebene r (0). Der Sack en offenbar dazu, die Dottermasse um die Eier allen, und die Schale zu bereiten. Diese Umgebung mit Dotter- raid Vergrösserung der Eier muss alsbald nach Loslösung der geschehen; nie fand ich freie Eier der kleinen Art im Sack. 4 Innere Organe. Der Darmcanal (u) bildet einen langen ge- aden Schlauch von graugelblicher Farbe, oft schön grün schimmernd. zten Segment setzt sich ein Mösidarna {R (R) ab. Vorn hinter den zieht sich der Darm in zwei faltige, buchtige Säcke (n) aus, 1 eine dünne Speiseröhre bogig gegen den Mund (g) gezogen ist. hintere Theil des Darms im Abdomen ist von sehr deutlichen Feit- len umstrickt. Zahlreiche Fettkügelchen finden sich auch bei vielen

Diese Dotterstöcke sind die eigentlichen Eierstöcke, die oben beschriebenen öcke dagegen sondern die Schalensubstanz für die Eier ab. (Siehe die An- kung am Schlusse dieses Aufsatzes. Sır».

32 | ve, D Klunzinger,

Individuen in andern Theilen, wie Füssen, Antennen. Das Herz (D) bildet einen einzigen langen weiten Schlauch, der hinten schmäler wird und im vorletzten Abdominalsegment mit zwei kurzen Zipfeln (9), die einen Spalt zwischen sich nehmen, endigt. Das vordere Ende ver- liert sich für die Untersuchung unter den Muskeln des Kiefers. In jedem Segment, in dessen hinterem Theil, befindet sich jederseits eine grosse Spalte (Fig. 8 und 9), welche durch eine halbmondförmige dickere Klappe, die sich um- und vorliegt, geschlossen wird. Das Herz ist sehr durchsichtig und zart, mit Quermuskeln dicht besetzt. Der Strom zieht im Herzen von hinten nach vorn, die Seitenöfinungen nehmen hauptsächlich einen aufsteigenden Strom von den Füssen her auf. a Das Nervensystem besteht in einem bogenförmigen, aus zwei 9 | Ganglienmäassen zusammengesetzten Hirn (B) und den Bauchsträngen, 7 welche entsprechend jedem Ganglion, das länglich ist, zwei quere Ver— 7 | bindungsstränge haben. Die nähere Untersuchung desselben ist, For- schern, die sich mehr mit Süsswasserthieren abgeben können, sehr zu empfehlen, da es über die Lage- und Beziehungsverhältnisse besonders | der Kopfanhänge Aufschluss geben muss. a Diagnose von Branchipus rubrieaudatus. Körper gestreckt, 4,5 "W Centim. lang, durchsichtig, farblos, Sack der Eierröhre und Endgabeln des Schwanzes mennigroth, Haut weich, Rücken gewölbt, Rumpf com- press. Abdomen halb so lang wie der ganze Körper, in zwei lange, 7 horizontale, stielartig gefiederte Zinken auslaufend. Kopf abgerundet, segen hinten oben mit einem ovalen Plättchen, beim Männchen mit grossem, vorn in einen röhrigen Fortsatz auslaufendem Stirnschild. Erstes Antennenpaar fadenförmig, bis zum ersten Fusspaar zurück- reichend. Zweites Paar weit vorn am Stirnschild, beim Männchen von halber Körperlänge, in mehrere gegen einander einschlagbare Abihei- lungen getheilt, schliesslich in zwei Zinken auslaufend, wovon die eine sehr lang, schmal gezähnt. Vor dem zweiten Glied ein langer Cirrhus, j | im übrigen Verlauf zahlreiche Tastläppchen. Antennen des Weibchens 'Jänglich, lanzettlich, platt behaart. Einfaches Auge unten aus zwei trapeziörmigen Hälften zusammengesetzt. Erster Kiefer gross, unten fast winklig, nach innen gekrümmt, zweiter blattförmig mit schmälere nach innen geknickien borstentragenden Fortsatz, dritter Kiefer rud mentär, rundlich, aussen und vorn mit langer Borste. Füsse ziemlie gleich lang, mit grossem, oberen zackig randigen ovalen und unterer fingerförmigen Branchiallappen an der äusseren Seite, und einem obe ren langen, mittleren kurzen Lappen und drei kleinen, unteren, sämm! lich lange Borsten tragenden Läppchen ; untere Endlappen der Füs

Ueber Branchipus rubrieaudatus nov, spec. 3

zwei, ein innerer breiter und äusserer schmaler. Abdominalge- schlechtssack des ersten und zweiten Segments jederseits mit kurzem eylindrischen Penis, mit einem leicht bedörnelten,, etwas gekrümmten Stachel an der Innenseite. Weibchen mit langer cylindrischer Eier- röhre, mit einem aufwärts gekrümmten Stachel endigend. Darin ein zarter, fortwährend bewegter faltiger Sack. Zwei Eierstöcke jederseits, ein Eierbehälter, Dotterstock mit Ausführungsgang, reife Eier gross, Br: maulbeorförmig mit glatter Chitinschale.

1 32:5 3

Erklärung der Tafel.

Fig. 4. Ein männlicher Branchipus rubricaudatus in natürlicher Grösse und Lage. Fig. 2. Ein erwachsenes Männchen von der Bauchseite gesehen.

Fig. 3. Ein Weibchen in Profil.

Fig. 4. Kopf und Vorderkörper eines jungen Männchens, vom Rücken gesehen.

n Die Buchstaben in Fig. 2—4 sind dieselben und möglichst conform denen Pe der Figuren meiner Arbeit über Limnadiden. a«.- Stirnfortsatz (Rostrum ?) m f. Zweites Antennenpaar (beim Männchen Greiforgane). g. Erstes Antennen- an ‚paar oder Tastantennen. A, Lippe, i erstes Kieferpaar, k zweites, o drittes

_ Kieferpaar. I. Einfaches oder Stirnauge. m. Gestielte Augen. r. Schalen- drüse. p. Kaumuskel. z. Füsse. u. Darmcanal. g. Mund. B. Gehirn. 0. Vordere Darmanhänge. R. Mastdarm. %. Stiel- oder flossenartige An- hänge des Abdomens. c. Plättchen am Hinterkopf. v. Aeussere männliche ' Geschlechtsorgane (Ruthe), M. Abdominalsack. N. Eierröhre. P. Eiersack. a if: "Ausführungssang desselben. Q. Reife Eier. S. Eierstöcke. U. Dotter- Br stock. V. Ausführungsgang desselben. D. Herz. H. Hinterende desselben. . Ein Fuss. r. Hüfte. M?* Maxillarfortsatz oder innerer oberster Randlappen. 14 Zweiter innerer Randlappen. 221°" Drei weitere rudimentäre Randlappen. Tarsallappen. b und 5! Branchiallappen. b* Aeusserer unterer Lappen (unterer Branchialanhang ?)

Männliche Geschlechtsorgane im Profil gesehen: a. Hoden. 5. Oberes Ende _ der Geschlechtsscheide g. c. vas deferens. d. Abdominalsack. e. Ruthe. . Tastzipfel an den Greifantennen des Männchens, stärker vergrössert. o. Ner- . venfaden. £. Endanschwellung desselben. s. Haar. 9. Theile des Nerven. g. Faden zum Arm. r. Matrixzellen.

Herz von der Seite während der Systole.

asselbe in der Diastole.

hi

rkung. Die Deutung der Organe $S und U ist unrichtig und muss in Weise aufgefasst werden. Die beiden Dotterstöcke (Kruxz.) sind die entlichen Eierstöcke. Was der Herr Verfasser oben als Eierstöcke beschrieben ein allen Branchipus-Weibchen eigenthümliches, aus sehr deutlichen Zellen ngesetztes Organ, welches den Stoff zu den Eierschalen absondert. Diese substanz schwitzt aus der erwähnten zelligen Drüsenmasse in die höhlen- weiterten Eierleiter (Drüsentaschen) hinein, in welchen die Eier sich län- it, aufhalten und von eigenthümlichen Muskeln dieser Drüsentaschen fort- Baur geworfen werden, wodurch Veranlassung gegeben wird, S ier von der allmählich gerinnenden Schalensubstanz schichtweise um-

verden. SIEBoLD..

Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. XVII, Bd, ed

Zur Entwickelungsgeschichte der facettirten Augen von Tenebrio molitor L.

Von

Dr. H. Landois.und W. Thelen.

Mit Tafel V.

Die Vorgänge bei der Entwickelung der zusammengesetzten Augen der Käfer sind so abweichend von dem, was bisher über die Genese der Augen anderer Insecienordnungen bekannt wurde, dass es sich wohl der Mühe lohnen dürfte, unsere Resultate über diesen Gegenstand zu veröffentlichen. Um zu dieser schwierigen Untersuchung hinreichen- 3 des Material zu haben, wählten wir aus der Ordnung der Käfer den gemeinen Mehlwurm (Tenebrio molitor) aus, da sich diese Species so ausserordentlich leicht in dem Arbeikainirter züchten lässt.

1. Die Larvenaugen.

An jeder Seite des Kopfes der Larve des Mehlkäfers liegen in der | Nähe der Fühler, etwa 0,117 Mm. von ihnen entfernt, zwei kleine dunkle 9 Fleckchen in einem Abstande von 0,5 bis 07 Mm. (Vgl. Fig. 4 a. b.). Schon mit unbewafineten Augen lässt sich erkennen, dass das eine dunkle Fleckchen etwas grösser ist, als das andere. Unter diesen bei- den Puncten liegen im Kopfe der Larve, zweien Aesten des Opticus | aufsitzend, zwei dunkel violett pigmentirte Augenhäufchen; sie schim- mern durch die Epidermis der Kopfhaut hervor und werden eben an R die oben erwähnten dunklen Fleekchen an dem Larvenkopfe erkannt. Die Epidermis bildet über den Larvenaugen keine eigentliche Cornea; die Chitinhaut zeigt auch hier wie an den übrigen Stellen des F die zellenförmige Zeichnung; nur sind die Feldchen hier weniger pig- mentirt, als die sie umgebenden gelben Chitinbildungen, und eben da- & durch id der Durchtritt des Lichtes offenbar begünstigt. Die zwei

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Zur Entwiekelungszeschichte der facettirten Augen von Tenebrio molitor L. 35

jederseitigen Augenhäufchen (Vgl. Fig. 2 a. b.) mögen zusammen unge- fähr fünfzig einzelne Augen erkennen lassen. Das eine dieser Häufchen, welches in seiner Lage dem dunkleren und grösseren Fleckehen unter der Chitinhülle des Kopfsegmentes entspricht, enthält mehr einzelne Augen, als das andere; es misst im Durchmesser 0,1234 Mm., und sitzt dem kürzeren Aste (Vgl. Fig. 2 c.) des Sehnerven auf, während das Andere einem längeren und dünneren Zweige desselben entspricht (Vgl. Fig. 2 d.). Der Sehnerv der Larvenaugen entspringt aus dem grossen Gehirn und schwillt in einiger Entfernung zu einem kleinen Ganglion an (Vgl. Fig. 2 g.). Aus diesem tritt er wieder als ein ein- facher Nervenstrang hervor. Nach einem Verlaufe von 0,0534 Mm. er ist dann 0,0283 Mm. dick theilt er sich unter dem rechten Winkel in zwei Aeste (Fig. 2 e), von ungleicher Länge. Der kürzere Ast, dem das grössere Augenhäufchen aufsitzt, ist 0,05 Mm. lang; der andere ist bedeutend länger (0,1067 Mm.) und etwas dünner, und trägt das klei- nere Auge. Die Larve hat also an jeder Seite zwei kleine Augenhäuf- chen. Ueber die histologischen Verhältnisse derselben liessen sich die genaueren Untersuchungen nur schwierig weiter führen. Die Grund- substanz der Augenhäufchen bilden kleine 0,006 Mm. im Durchmesser ende Zellen (Vgl. Fig. 2 z.), durch welche sich ein feines Gewirre ' Tracheen hindurchzieht. Kleine Pigmentkörnchen liegen in lenselben augehäufi, so dass die Untersuchung sehr erschwert wird. ie Fasern des Sehnerven schwellen zwischen dieser Zellenmasse zu iekeren Knöpfen an. Ihre Anzahl gaben wir bereits vorhin auf 50 an. er Nervenknopf hat eine birnförmige Gestalt, mit einer Längen- nsion von 0,038 Mm., und mit einer Breite von 0,0216 Mm. Der f ist von vier Furchen in der Längsrichtung eingekerbt, und rings herum von sehr kleinen dunkelvioletten Pigmentkörnchen umgeben ‚Fig. 2 nk). Umhüllungskörper wenn man nicht jene kleinen , worin diese Nervenknöpfe eingebettet liegen, für solche an- en will —, Linsen, Iris u. s w., wie wir sie im Raupenauge ge- aben'), kommen in den Larvenaugen unseres Käfers nicht vor. bei einer solchen mangelhaften Einrichtung des Auges das Seh- sen der Larve sehr unbedeutend sein muss, lässt sich wohl mit ıfenthalt derselben an dunkeln Orten gewöhnlich mitten im Futter n Verbindung bringen. Mit der Bildung des Käferauges haben diese Larvenaugen nichts zu thun, was wir hier besonders des- h hervorheben zu müssen glaubten, weil nach den Beobachtungen Weısmans an den Larven von Corethra plumicornis ganz andere

4) Vgl. diese Zeitschrift. Band 16. p. 27 und Tafel II.

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36 Dr. H. Landois und W. Thelen,

\

Verhältnisse vorwalten!). Noch im Käfer, wenn die zusammengesetzten . Augen schon ganz ausgebildet sind, finden sich die Larvenauger und zwar hinter den Käferaugen noch vollständig, wenn auch stark dege- I] nerirt. Das Käferauge bildet sich unabhängig von den Larvenaugen. |

2. Das Käferauge in der Larve.

Die Anlage für das künftige Käferauge sitzt als kleine # Imaginalscheibe auf der Peritonealhülle eines Astes der Kopftracheen 1 | der Larve (Vgl. Fig. 3. im); sie erlangt während des Larvenstadiums | eine Grösse von 0,5 Mm. und besteht aus mehreren Schichten kleiner Zellen, von 0,002 bis 0,004 Mm., die sämmitlich einen deutlichen Ken besitzen. Diese Imaginalscheibe ist nicht genau in einer ebenen Fläche | ausgebreitet, sondern trägt mehrere Wülste, die in schräger Richtung | darüber weglaufen (Vgl. Fig. 3. ww). Im Laufe der Entwickelung der ° | Larve zum Käfer wächst die Augen-Imaginalscheibe und nimmt zuletzt | eine Grösse an, welche dem Käferauge entspricht; ihre Zellen haben dann einen Durchmesser von 0,02 Mm. Me |

Diese Imaginalscheibe lagert ungefähr in der Mitte zwischen N N den beiden hellen transparenten Fleckchen in der Chitinhülle des Larvenkopfes, die über den Larvenaugen liegen, jedoch etwas seit- wärts von denselben und schmiegt sich dem Chitinpanzer eng an; und ; nicht selten findet sich die Stelle dieser Änlagerung insofern geändert, als dieselbe eine hellere Färbung trägt, und sich durch grössere und mehr viereckige Zellen auszeichnet, im Gegensatze zu den mehr run- den und kleineren der benachbarten Stellen der Epidermis. Ausser- dem ist diese Stelle, welche in ihrer Gestalt und Umgrenzung genau der Form der Augen-Imaginalscheibenoberfläche entspricht, frei von Drüsenzellen und Haaren. Fig. A. i gibt einen Theil der Chitinhülle des Kopfes mit der eigenthümlich veränderten Stelle, welche die Lage der Augen-Imaginalscheibe andeutet in 50facher Vergrösserung. In Fig. 4. sind diese viereckigen Zellen stärker vergrössert dargestellt.

Noch während des Larvenzustandes tritt beim Wachsen der Ima- ginalscheibe in einzelnen Zellen derselben eine zarte hellbraune Bi Pigmentirung auf (Vgl. Fig. 5.), welche allmählich stärker wird und sich zuletzt in je acht ovalen bräunlich gefärbten Zellen ge- sammelt zeigt. Diese Zellen, deren Pigment im Verlaufe der Ent- wickelung siets dunkler wird, sodass zuletzt eine violett-braune Fär- bung hervortritt, sind die Grundlage für die pigmentirten E

A We I

1) Vgl. diese Zeitschrift. Band 16. pag. 60—65.

Zur Entwiekelungsgeschiehte der facettirten Augen von Tenebrio molitor L. 37

Theiledes Käferauges. Sie stehen, wenn wir uns die Imaginal- scheibe wagerecht ausgebreitet denken, senkrecht auf derselben, indem sie von einem Puncte büschelförmig ausstrahlen. Zwei dieser acht pigmentirten Zellen liegen jedesmal in der Mitte dieses Büschels und haben nicht selten in Folge der Einengung durch die Anderen eine mehr hexagonale Gestalt angenommen; die Andern rundlich gebliebe- nen umgeben diese beiden im Kreise (Vgl. Fig. 6.). Diese aus je acht pigmentirten Zellen bestehenden Gruppen liegen auf der Imaginal- scheibe in einiger Entfernung auseinander, sodass zwischen ihnen ein so grosser Zwischenraum bleibt, als der Durchmesser jedes Zellenhäuf- chens beträgt.

Ueber dieser Lage der je acht pigmentirten Zellen liegt dann, dieht unter der Chitinhülle der Larve die zukünftige Cornea der Puppe. Sie ist im ausgewachsenen Zustande 4 Mm. lang, und an bei- den Enden 0,5 Mm. breit. Ihre Gestalt ist die eines Biscuits (Vgl. Fig. 7.). In der Mitte sehr verengt,, weitet sie sich an beiden Seiten wieder aus. In geraden Längs- und Querlinien ist dieselbe von Porencanälen (Vgl. Fig. 7. p) durchsetzt, die jedoch nicht alle gleich gross sind. An der einen Seite treten sie in grösserer Mächtigkeit auf, sodass sie nach deranderen Seite allmählich an Grösse abnehmend, zwischen 0,006 Mm. bis zum unmessbaren Durchmesser variiren.

Fi Die eben genannten je acht pigmentirten Zellen der Imaginalscheibe und diese Porencanälchen der Puppen- cornea stehen in genauer Beziehung zu einander, indem nicht r den acht pigmentirten Zellen jedesmal ein Porencanälchen über- ert, sondern die Ausdehnung dieses letzteren auch mit der Ausbil- ng der acht Zellen gleichen Schritt hält, indem den kleineren Poren-

Aufdie Porencanäle der Puppencornea glauben wir hier so mehr eingehen zu müssen, weil dieselben bisher von den frühe-

' Die Porencanäle der Cornea in der Puppe sind zunächst nicht verwechseln mit den Gebilden, die nach Lewis als Poren- tälchen bezeichnet werden und der Chitinhülle der Kerfe über- t zukommen. Diese Canäle finden sich einzig und allein in der a der Puppe und kommen in keinem Hautgebilde wieder vor. ')

| ) Ich finde dieselben Porencanäle auch in der Cornea der Schmetterlings- pen. Lanpois.

38 Dr. H. Landois und W. Thelen,

Ihre Anzahl beträgt bei der Mehlkäferpuppe an jedem Auge eiwa 420 bis 450. Sie liegen in Reihen und haben durchschnittlich einen gegenseitigen Abstand von 0,0434 Mm. Häufig bemerkten wir gerade in der Mitte von je drei Canälen ein kleines Härchen auf der Oberfläche der Gornea. |

Dass wir es wirklich mit Canälen, die röhrenförmig oben und unten

eine Oeflnung haben und im Innern lufthaltig sind, zu thun haben,

lässt sich leicht constatiren. Unter dem Mikroskope haben sie zunächst sehr scharfe dunkle Gontouren, wie wir sie an lufthaltigen Gebilden zu sehen gewohnt sind. Trocknet man das Präparat und behandelt es mit Terpentin, so verschwinden diese vollständig, da bekanntlich dieses Oel die Luft verdrängt. Diejenigen Canäle, welche keine Oefinung haben, behalten in solchen Präparaten auch die dunklen Gontouren bei, weil die Luft nicht verdrängt werden kann.

Die Länge der Porencanäle stimmt mit der Dicke der Puppen- cornea überein, indem die Ganäle die Haut Ra durchseizen; meistens beträgt dieselbe 0,0117 Mm.

Auf der Oberfläche N Puppencornea münden die Ganäle. etwas becherförmig vertieft (Vgl. Fig. 8.0); eben dadurch kommt eine Zeich- nung zu Stande, wie die Tüpfel einer Goniferenholzzelle. Der äussere grössere Kreis entspricht dann dem äusseren Rande der becherförmigen Vertiefung, das innere kleinere Kreischen, mit jenem concentrisch , ist

die Oefinung des Lumens des Ganals selbst. In den meisten Fällen ist

diese Zeichnung jedoch mehr oder weniger verschwommen. Das Lu- men der grösseren Ganäle hat eine Weite von 0,0046 Mm.

Die untere Oeffnung des Ganals zeigt eine sternförmige Umgren- zung (Vgl. Fig. 8. st\. Rings herum liegen vier bis sieben chitinisirte zellenförmige Fleckchen, jedes etwa 0,0025 Mm. gross. Wir ver- muthen, dass diese Fleckchen, welche diese Zeichnung hervorbringen, Beste der Zellen sind, die den Canal ringsum umgeben.

Jeder Porencanal liegt mit seiner sternförmigen unteren Oefinung genau über den pigmentirten acht Zellen, die wir als die Grundlage jedes einzelnen Kerfauges kennen gelernt haherı

Auch die Ausbildung der Porencanäle hält mit der ER A

Entwickelung der einzelnen Augenabtheilungen gleichen Schritt. Je

mehr sich jene Zellen mit Pigment füllen und tief violettbraun werden, desto mehr entwickelt sich der darüber liegende Porencanal. Dass hier 3 ein Zusammenhang stattfindet, unterliegt keinem Zweifel, aber wir vermochten es nicht, zu entscheiden, ob die Ausbildung der Poren- =

canäle die Ursache der Pigmentirung der darunter liegenden Zellen ist, oder ob von Innen heraus die weitere Entwickelung der Anlagen des

Zur Entwickelungsgeschichte der facettirten Augen von Tenebrio molitor L. 39

Auges in der Imaginalscheibe die Bildung der Porencanäle veranlasst; wir möchten uns jedoch wohl für das Letztere zu entscheiden haben. Die Puppencornea ist auf ihrer Oberfläche nicht ganz eben, son- dern sie hat seichie uhrglasförmige Wülste, deren Oberfläche unregel- mässig wellig gerieft ist. Gerade in der Mitte jedes Wulstes liegt je ein Porencanal. Bei dem Eintritte des Puppenstadiums hat das Auge demnach folgende Theile: A. Die Imaginalscheibe, welche die Grösse angenommen hat, die - das spätere Käferauge besitzt, dem sie auch im äusseren Umriss gleicht. Ihre eine untere Fläche ist der Ausbreitung des Sehnerven zugewandt, der sich jetzt schon stark verzweigt zeigt und welcher die Imaginal- scheibe durchbrechend, die zu je acht gruppirten pigmentirten Zellen trägt. | 2. Die Gornea mit den ebenfalls verschieden entwickelten Poren- eanälchen, die in der Lage und Ausbildung den acht Zellen ent- sprechen.

3. Das Käferauge in der Puppe.

Die weitere Entwickelung der zusammengesetzten Augen während - des Puppenstadiums ist insofern leichter’ zu verfolgen, als die mehr

- oder weniger stark auftretende Pigmentirung der Augen derselben auf - den Stand ihrer Entwickelung einen ziemlich sicheren Schluss erlaubt, und man so das geeignete Object leichter herausfinden kann. Die folgende Ausbildung steht mit den acht pigmentirten Zellen in engster Verbindung. Diese wachsen nämlich zunächst zu einer . Länge von 0,02 und zu einer Breite von 0,014 Mm. aus, nehmen dabei eine dunklere Farbe an, behalten dagegen die oben angegebene Lage- | rung bei.

= Darauf bildet sich um jede derselben eine hyaline Hüllmem- bran (Vgl. Fig. 6. 7). Alle diese Umhüllungshäute laufen, wie die acht pigmentirten Zellen selbst, an der dem Sehnerven zugekehrten . Seite verjüngt zusammen; an dem freieren Ende zeigen sie eine Dicke von 0,01 Mm.

e: Jetzt erfolgt in der Imaginalscheibe des Auges über diesen _ Hüllmembranen eine sehr lebhafte Zellvermehrung. Diese neu sich bildenden Zellen sind mehr lang als breit; ihre Länge beträgt durchschnittlich 0,03 Mm., die Breite 0,007 Mm., jedoch variirt die _ Breite in ziemlich weiten Grenzen, während ihre Länge ziemlich con-

40 Dr. H, Landois und W, Thelen,

stant bleibt (Vgi. Fig. 9.) Auch diese Zellen halten die strahlenförmige oder besser die sternförmige Anordnung ein, sodass sie ein Kugelseg- ment, welches der Halbkugel nahe kommt, über den acht pigmentirten Zellen bilden. Durch diese Zellbildung entsteht über den acht pigmen- tirten Zellen und ihren Hüllmembranen eine hügelartige neue Schicht, deren Erhöhungen jedesmal gerade über den acht pigmentirten Zellen, deren Thäler gerade zwischen je zweien jener Zellgruppen fallen. Abgesehen von diesen hügelartigen Erhebungen dieser Zellschicht ist ihre Oberfläche glatt, da die sie constituirenden Zellen sämmtlich eine gleiche Länge haben. |

Ein solches Auge von seiner Oberfläche aus betrachtet, zeigt schon die Grenzen der späteren einzelnen Corneas des teen facettirten Käferauges. Diese Grenzen werden nämlich gegeben durch das An- einanderstossen der über je zwei benachbarten acht pigmentirten Zellen liegenden hügeligen Zellschicht. Das Niveau jeder hügelartigen Zell- gruppe liegt an der Stelle, wo sie zusammenstossen, am tiefsten.

In jeder dieser Zellgruppen, welche jedesmal eins der zu acht sruppirten Zellen-Häufchen überdeckt, unterscheidet man bis zu 24 einzelne Zellen. In Fig. 9. sind dieselben, wie sie sich beim Aufblick darstellen, gezeichnet. Bei verschiedenem Einstellen des Mikroskops erhält man natürlich ganz verschiedene Bilder, indem bald eine tiefer, bald eine höher liegende Fläche sich darbietet. Fig. #1 ER diese Zell- schicht von der Seite.

Nun fängt eine oder mehrere dieser Zellen an zu wachsen, indem sie auf Kosten ihrer Nachbarzellen sich ausdehnen. Das Wachsthum hat dann seinen Grund in der Resorption der Zellwände. Wir erhalten dann nach einiger Zeit Bilder, wie sie Fig. 10 a.d.c. darbietet. In Fig, 10a. liegt die grösser werdende Zelle in der Mitte, in Fig. 10 b. hingegen an der Seite. Bei diesem Vorgange liegen gewöhnlich grosse Fett- tropfen zwischen diesen Zellen. Ob diese ein Product des Zerfalles der

zusammenfliessenden Zellen sind, lässt sich schwer entscheiden, da

nur zu leicht bei der Präparation etwas Fett zurückbleibt. Das Grösser-- werden der einzelnen Zellen dauert fort, bis die Cornea die Bilder von Fig. 10. ec. gibt. |

So ist über der Lage der zu je acht gruppirten pigmentirten Zellen

eine neue Lage von grossen fast halbkugeligen Zellen entstanden: die

erste fertige Schicht der Gornea. An der weiteren Ausbildung der Gornea betheiligen sich die Matrix der Puppencornea und die Semper'schen Kerne.

Die Matrix der Puppencornea schmiegt sich der eben eirkreeh | R

Schicht der Käferaugen-Cornea genau an. In der Matrix liegt jedesmal

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Zur Entwickelungsgeschichte der farettirten Angen von Tenebrio molitor L. aA

da ein Porencanal, wo sie mit dem höchsten Puncte jeder Facetten- wölbung zusammentrifft. Diese Porencanäle verschwinden aber mit der Zeit vollständig, sodass auf der fertigen Gornea-Facette nichts mehr davon wahrzunehmen ist. In den Thälern hingegen sprossen allmählich aus den Zellen der Matrix einzelne Haare hervor, welche später auf der Cornea des Käferauges, und zwar auf den Begrenzungslinien derselben, leicht beobachtet werden können.

"Sobald die Cornea jenes Stadium der Entwickelung erreicht hat, wo die einzelnen Facetten halbkugelige Segmente bilden, treten die Semper’schen Zellen auf, gewöhnlich in der Vierzahl, und von ihnen geht die weitere Ablagerung der Cornea-Schichten nach Innen aus. Die Semper’schen Kerne gehen aus der Imaginalscheibe hervor und zwar liegen sie zwischen den acht pigmentirten Zellen und der Zellen- schicht, welche die Gornea formiren. Sie sondern zunächst eine Schicht ab, die weich ist und von oben aus gesehen, das Bild eines dicken sie umgebenden Ringes abgiebt (Vgl. Fig. 12. r.). Indem diese Schicht eintrocknet, wird sie allmählich dünner und ist dan» stark lichtbrechend. Die Semper'schen Kerne (eigentlich Zellen), welche bei ihrem ersten Erscheinen eine Grösse von 0,03 Mm. haben, lagern sich später ganz ler Wölbung der Cornea an und werden bedeutend kleiner.

Die Streitfrage, ob die Cornea der facettirten Augen ein Epidermis-

dass zu ihrer Bildung sowohl die Matrix der Epidermis, die sogenannte ypodermis, als auch die Imaginalscheibe des späteren Käferauges

"Während der Bildung der Gornea verändern sich auch die zu acht ppirten pigmentirten Zellen. Sie strecken sich sehr in die Länge 1 werden auf Kosten dieser Ausdehnung zunehmend schmäler. c hliesslich bilden sie in dem fertigen Auge die Umhüllungskörper in

eh em Verlaufe in ein kleines an anschwillt, worin a ine Menge Ganglienzellen nicht schwer beobachten lassen (Vgl. . 2. 9.). Aus diesem Ganglion setzt sich der Sehnerv weiter fort, er sich nach einiger Entfernung in zwei Aeste theilt. Der eine Ast 1 ürzer und etwas dicker, der andere bedeutend länger, dabei aber ner. Jeder der beiden Es Ale trägt ein Augenhäufchen. Das

42 | Dr. H. Landois und W. Thelen,

ist in kurzen Zügen die Nervatur des Larvenauges, dessen histologische Structur wir bereits vorhin gegeben haben. |

Die Larvenaugen degeneriren in dem Entwickelungsstadium vor der Puppenhäutung. Sie werden jedoch nie vollständig resorbirt, denn man findet die stark pigmentirten Augenhäufchen stets noch in dem Käfer vor, und zwar liegen sie dort hinter dem Käferauge seitlich ge- drängt. Die Nervengabel (Vel. Fig. 2. c. d. h.) des Optieus reisst mit ab und geht allmählich vollständig verloren ; man sieht an derselben im Käfer nichts mehr. <

In gleichem Maasse, als die Entwickelung der Imaginalscheibe des Käferauges in-der Larve voranschreitet, wächst auch das Ganglion des Sehnerven, und sobald die Nervengabel der Larvenaugen abge- h rissen ist, legt sich das verdickte Sehnerven-Ganglion eng an die Ima- Bussheibe des Auges.

Es wachsen nun allmählich aus dem Ganglion die en Nerven- stäbe hervor und treffen mit den je acht pigmentirten Zellen zusammen.

Leiztere umgeben den Nervenstab, indem sie sich,‘ wie wir oben be-

reits auseinandersetzien, allmählich verlängern. Die Nervatur des Lar- venauges bleibt somit zum grössten Theil in dem Käferauge. |

Erklärung der Abbildungen.

er e)

ig. 4. Ein Theil der Chitinhülle des Kopfes einer erwachsenen Larve, Schwache Vergrösserung. 4 f. Das untere Ende des Fühlers. R @. db. Die beiden Fleckchen, durch welche die Augenhäufchen der Larve ei hervorschimmern. 4 E i. Die mauersteinförmige Zeichnung über der Imaginalscheibe des späteren. 6 ‚Käferauges. n; Fig. 2. Ein Larvenauge, wie es sich an jeder Seite des Larvenkopfes findet. ver F grösseruug 30. u z. Die Grundsubstanz der Augenhäufchen aus kleinen Zellen bestehend. nk. Die Nervenstäbe in denselben, an der Spitze eine viertheilige Lines furchung zeigend; stark dunkelbraun-violett pigmentirt. { cd. Die gabelige Theilung des Nervus opticus. e. Die rechtwinklige Biegung dieses Nerven. h. Der gemeinsame Opticus-Stamm. Sr g. Kleines Ganglion, an ge enthaltend. Das Neurilemm ist deutlich ; sichtbar. RE ; i. Abgerissenes Ende des Nerven, welches aus dem grossen Gehirn en = R springt. |

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| = Ber Rmpeweeschichie der facettirten Augen von Tenehrio molitor L. 43

Fi 5 Imaginalscheibe des Käferauges, einer Kopftrachee aufsitzend. Schwache | z Var Vergrösserung. | tr. Trachee. EI ze, Imaginalscheibe. | w. Wülste auf derselben. ‘#: Die Epidermis der Larvenkopfhaut über der Imaginalscheibe, mauer- förmig. Vergrösserung 500. . 5. Die obere Zellschicht der Imaginalscheibe des Auges; in ihren Zellen be- giant die körnige Pigmentbildung. Vergrösserung 500. ig. 8 Je acht dieser Zellen sind bald sehr stark pigmentirt und haben sich stern- i fürmig gelagert. Vergrösserung 500. | ch Deren später erscheinende hyaline Hüllmembran. ig. 7. Imaginalscheibe des späteren Käferauges in der Puppe von oben gesehen, sehwach vergrössert; sie hat eine biscuitförmige Gestalt, und zeigt p. p. die Reihen der Porencanäle. 8. Ein einzelner Porencanal. Vergrösserung 600. 0. Becherförmige obere Oeffnung desselben. st. Die sternförmige untere Begrenzung. . Die Zeilen, aus denen sich später die Käfer-Cornea entwickelt; Vergrösse- rung 500. 0. Die Zellwände derselben werden allmählich resorbirt. se a. Die grösser werdende Zelle liegt in der Mitte. db. Hier liegt sie an der Seite. i a er; ‚ec. Die Zwischenzellwände sind völlig resorbirt. £ Corneabildung von der Seite gesehen. Vergrösserung 500. 2 Eine einzelne Facette. Vergrösserung 500. e . Die Semper’schen Zellen. . Die Schicht, von oben gesehen, sich ringförmig darstellend, welche ba von den Semper’schen Kernen abgeschieden wird, wodurch die Zellen . selbst immer kleiner werden.

[51 4

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Untersuchungen über einige amerikanische Sipuneuliden. Von Wilh. Keferstein M.D,

in Göttingen.

Mit Tafel VI.

Durch die Güte des Herrn Auzx. Acassız wurde mir von dem # Museum of Comparative Anatomy des Harvard College in Cambridge Mass. eine in neunundvierzig Gläsern enthaltene Sammlung grössten- E theils nordamerikanischer Sipuneuliden zur Untersuchung anvertraut, welche zu den nachfolgenden kurzen Bemerkungen Veranlassung ge- geben hat. Wenn diese an Exemplaren reiche Sammlung an verschie- denen Formen auch keine grosse Mannichfaltigkeit darbot und, abge- ° sehen von einigen Echiuriden, von ächten Sipuneuliden nur zehn Arten in brauchbarer Erhaltung enthielt, so ergaben sich doch aus der ana- 3 tomischen Untersuchung einiger derselben bemerkenswerthe Resultate, während andere durch ihr Vorkommen in thier-geographischer Hinsicht interessant wurden.

So fanden sich bei Phascol. pectinatum an der Basis der Haken 3 des Rüssels bisher nicht bekannte mit langen Zähnen versehene Fort- # sätze, bei Phasc. cumanense sehr eigenthümliche Hautkörper und An- sätze zu Septalbildungen in der Körperhöhle, bei Aspidosiphon trun- > catum in der Leibeshöhle langgestielte- trichterföormige Wimperorgane = und bei demselben Thier zeigten sich die von €. Srmper entdeckten f inneren Oeffnungen der Segmentalorgane sehr deutlich, welche: letztere Bi bei Phasc. pectinatum vorn einen langen Fortsatz tragen, der dem dop- pelten sehr verlängerten Wimpertrichter von Thalassema zu entspre- chen scheint. Be

In thier-geographischer Hinsicht verdient es hervorgehoben zu werden, dass nach dieser Asassız'schen Sammlung der Sipunculus

Untersuchungen über einige amerikanische Sipuneuliden, 45

"nudus auch in den westindischen Meeren vorkommt und sich ebenso ‘wie auch das Phasc. Antillarum an der Westküste von Mittelamerika findet, welches Vorkommen an beiden in der marinen Fauna sonst so völlig von einander geschiedenen Küsten nur von wenigen Geschöpfen mit Sicherheit ausgemacht sein möchte.

©... Um Wiederholungen zu vermeiden, gehe ich gleich zur systema- ‚tischen Aufführung und Beschreibung der Arten und behalte dabei die Anordnung bei, welche ich in meinen Beiträgen zur anatomischen und ‚systematischen Kenntniss der Sipunculiden'') befolgt habe.

Sipuneulus L.

41. Sipunculus nudusL.

Man hat gewöhnlich den im westindischen Meere verbreiteten ‚Sipunculus für den Sip. phalloides Pırzas gehalten, es liegen mir aber von der Küste Florida’s (Tortugas Inseln, Captiva Key) drei sehr wohl erhaltene von L. Acassız selbst gesammelte Sipunculus vor, welche ich \ on dem Sip. nudus des Mittelmeeres nicht zu unterscheiden vermag. meiner oben angeführten früheren Arbeit (p. 119. 120) habe ich als Unterschiede des Sip. nudus und phalloides angeführt, dass bei erste- rem der Rüssel (d. h. der Theil vom After bis zu den Tentakeln) */, bis 7 » der Länge des Körpers (Rumpfes, d. h. des Theils vom Hinterende bis zumi After) hat, während derselbe bei Sip. phalloides nur etwa ‘, der Körperlänge deehaik: Ferner hat der Sip. nudus 30—32 Längs- muskelstränge, einen über dem After entspringenden, deutlichen Spin- muskel, dicht neben dem After die büschelförmigen Körper, hinten Enddarm ein Divertikel, zwei contractile Schläuche und vier Re- toren, die jeder von 6—7 Längsmuskeln entspringen; dagegen soll Sip. phalloides 36—38 Längsmuskeln haben und weiter neben Enddarm und After des Spindelmuskels, wie der büschelförmigen | er und des Divertikels entbehren, nur einen contractilen Schlauch vier von 2—4 Längsmuskeln entstehende Retractoren besitzen. ‚An den mir noch vorliegenden (450”” langen) Sip. phalloides aus st ndien zeigen sich alle diese chen deutlich, nur dass dort a am Enddarm ein deutliches Divertikel handen ist, auf dessen esenheit i in andern Exemplaren also vielleicht kein Werth zu legen \ bei dem Sipunculus aus Florida aus der Asassız’schen Sammlung fen aber sämmtliche Kennzeichen des Sip. nudus zu, nur dass, so-

4) Diese Zeitschrift. XV. 1865. p. 403—445. Taf, 31—33.

46 | | Wilh, Keferstein,

weit man es bei. diesen 190—230”” langen Exemplaren ausmachen konnte, an der Speiseröhre nur ein contractiler Schlauch herabläuft.

Ein einzelnes von Aızx. Acassız selbst in Panama gesammeltes Exemplar von Sipunculus (von 34"" Länge) zeigte ganz dieselben Cha- raktere wie die Exemplare ven Florida, und so auffallend auch dieses Vorkommen in Westindien und besonders an der pacifiken Küste Ame- rika's wäre, sehe ich doch keinen Grund, diese Thiere von dem sonst nur aus dem Mittelmeer und der Nordsee bekannten Sip. nudus spe- ciisch zu trennen. Schon GrusE!) führt den sonst westindischen Sip. phalloides Pall. von Puntarenas an, doch beschreibt er denselben nur nach äusseren Kennzeichen, die bei diesen Thieren zu einer genauen Erkennung nur selten ausreiäkel!

Phascolosoma F. S. Lever.

I. Phascolosomen mit Haken am Rüssel.

A. mit gesonderten Längsmuskelsträngen, einer durch einen vollständigen Spindelmuskel an die Körperwand vorn und hinten befestigten Darmspira, grossen Papillen auf der. Haut, besonders am Hinterende und an der

. Rüsselbasis. a. Vier Retractoren.

2. Phascolosoma Agassizii. Taf. VI. Fig. 3—8. Phascolosoma Agassizii Kererstein. Nachrichten der K. Gesellschaft 2 Wissensch. in Göttingen, 2. Juni 1866.

Körper etwa viermal so lang wie dick, Rüssel so lang oder länger ais der Körper. Haut dick, hell, gelblich, ziemlich gleichmässig mit zahlreichen, kleinen, dunklen Papillen bedeckt,-die am Rüssel und auf der Bauchseite des Körpers kleiner, an der Rüsselbasis und am Körper- ende grösser sind. Bei kleineren Exemplaren finden sich auf der Rückenseite des Körpers oft grosse braune Pigmeniflecke. An der Rückenseite ist der Rüssel von mehreren, dunklen Halbbinden um- geben. Bei Exemplaren von Panama sind die Papillen viel grösser und ebenso hell wie die Haut selbst, sodass das ganze Thier ein helle- res, gelblicheres Aussehen hat und die dunklen Binden am Rüssel kräftiger hervortreten. Vorn am Rüssel, dicht hinter den Tentakeln stehen etwa zwanzig Ringe von breiten Haken (0,088%= hoch und

4) Annulata Oerstediana in Vidensk. Meddelelser fra den naturhist. Forening i Kjöbenhavn. Aar 4858, Kjöbenhavn 1859. 8. S. 146. 447.

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- Untersuchungen über einige amerikanische Sipuneuliden. 47

19280 er 18—20 Tentakeln etwas länger als der Hakentheil Rüssels. ‚Am Körper finden sich eiwa 23 Längsmuskelstränge, die beson- s vorn und hinten mit einander anastomosiren. Vier starke Retrac- . im mittleren Körperdrittel, ziemlich weit hinter einander ent- ingend. (In einem Exemplar fehlte einer der dorsalen Retractoren tändig). Darm mit 41—12 Windungen. Spindelmuskel stark, ein tiger, Enddarm ziemlich: lang. Ein contractiler Schlauch. Seg- talorgane fasi in ihrer ganzen Länge durch ein Mesenterium be- #. Eier mit dicker Dotterhaut und schönen Porencanälen. ıem Exemplare von Panama fanden sich grobkörnige Zellen, in en Peripherie oft ein Kranz von kleineren Zellen enthalten zu sein enen, welche als Bildungszellen von Zoospermien aussahen. 40”® lang. Sehr zahlreiche Exemplare von Mendocino Cal., Crescent City Cal., 'Franeisco; zwei Fxemplare von Panama, alle von ALzx. Acassız mei. | Xi Ich hatte zuerst geglaubt, in dieser Art das von GrUBE in seinen ulata Oerstediana') von Puntarenas, Costarica beschriebene Phase. renae vor mir zu haben. Herr Prof. Grüsz in Breslau aber, dem inige Exemplare meiner Art aus Californien übersandte, will die- n nicht zu jener von ihm aufgestellten Art rechnen, bei deren Be- ung ihm jedoch ein sehr unvollkommenes Material vorgelegen hat. | aueh die mir von GruseE gütigst mitgetheilte Copie der Orrsrep’schen nung des Phasc. Puntarenae, besonders in den Papillen mehrere Bee von meiner Art zeigt, so bleibt mir nichts übrig, als der- en einen eigenen Namen beizulegen. Die Exemplare von Californien und von Panama sind durch die und Färbung der Papillen, wie es bemerkt wurde, äusserlich cht verschieden, so dass sie zwei Varietäten darstellen können, bei jedoch in den wesentlichen Kennzeichen gar keine Unterschiede vorireten.

3. Phascolosoma pectinatum.

| | ‚Taf. VI. Fig. 9—12.

ascolosoma pectinatum Krrerstein. Nachrichten der K. Gesellschaft der Wissensch. in Göttingen, 2. Juni 1866.

Körper etwa fünfmal so lang als diek, Rüssel länger, oft doppelt

‚als der Körper.: Haut dünn, geihiliöh ockerfarben bis farblos,

4)a.a.0. p. AMT.

483 Wilh. Keferstein,

mit zerstreuten, flachen, hellen Papillen besetzt, die nur hinten und an der Rüsselbasis etwas hervortreten. Hinter den Tentakeln ist der Rüssel eine kleine Strecke weit mit zahlreichen Ringen, blasser Haken (0,036"" hoch und breit) (Fig. 41.) bedeckt, welche an dem nach hin- ten gerichteten Theil ihrer Basis einen kleinen, mit vier langen Zähnen versehenen Nebenhaken tragen. Etwa 20 Tentakeln; die Rüsselhaut hinter denselben mit einem Kranz kleiner Haken oder Fransen besetzt.

Die Musculatur zeigt am Körper 25 Längsmuskelstränge, die im hinteren Körperdrittel aber ziemlich mit einander verschmelzen und erst ganz hinten wieder hervorireten. Die vier Retractoren sind sehr fein und das ventrale Paar entspringt, wie ich es sonst noch nirgends gesehen habe, vor dem dorsalen,, beide Paare aber nicht weit von ein- ander und etwa in der Höhe des Afters. 16 Darmwindungen, ein Be- festiger, Spindelmuskel vorn deutlich, hinten feblend und nicht im Hinterende befestigt. Enddarm kurz.

Die Segmentalorgane sind kurz und in ganzer Ausdehnung frei. Bei beiden von mir secirten Exemplaren haben sie vorn eine lange Ausstülpung, sodass das Organ dadurch zweitheilig aussieht. (Fig. 12.). Es erinnert dies Verhalten an das bei Thalassema, wo an jedem der meistens in vier Paaren vorhandenen Segmentalorgane, wie ich bei einem Exemplare von den Sandwich-Inseln deutlich sehe (Fig. 13.), vorn zwei sehr lange theilweis spiralig gewundene Fäden entspringen, die an ihrer vorderen Seile eine Wimperfurche tragen und augen- scheinlich die inneren Wimpertrichter des Organs vorstellen, wie sie auch schon von C. Srmrer!) gedeutet wurden. Ob das ähnliche Ge- bilde bei unserm Phascolosoma auch eine Wimperfurche trägt und also wesentlich als Wimpertrichter zu betrachten ist, konnte mit Sicherheit nicht ausgemacht werden.

Körper 15— 25", Rüssel 25 —42"" ame.

Drei Exemplare von Panama (Aurx. Acassız).

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4. Phascolosoma varians. Phascolosoma Puntarenae Krrersterv. Zeitschr. f. wiss. Zool. XII. 1862. pP. 20. Tat. DV. Fig, 4.267402. 95:

Phascolosoma varians Kerrersteim. Zeitschr. f. wiss. Zool. XV. 1865. p. 424—1426. Taf. XXXI. Fig. 3. Taf. XXX. Fig. 22. 4

Von dieser in Westindien sehr häufigen, schon von Erxis und Soranper recht gut abgebildeten Art lagen mir zahlreiche Exemplare

4) Reisebericht in dieser Zeitsehrift. Bd. XIV. 1864. 8. 420.

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0 Untersuchungen über einige amerikanische Sipuneuliden. 49

‚von Florida (Florida Reef Key West, Tortugas, Cape Florida) von L.

5. Phascolosoma pacificum.

Taf. VI. Fig. 1. 2. Phascolosoma paeificum Krrersteı. Nachrichten der K. Gesellsch. der Wissensch. in Göttingen, 2. Juni 1866.

_ Körper viermal so lang als dick, Rüssel länger als der Körper. Haut hell gelblich mit dunklen Papillen, am Hinterende und an der

2

sselbasis sind dieselben dicht stehend und spitz kegelförmig, in der

ı Rüssel endlich sind sie spitz und dicht gedrängt und es zeigen sich ‚dort öfter einige Pigmentbänder. Das vordere Viertel des Rüssels ist von sehr zahlreichen Ringen grosser, breiter Haken (0,10”” hoch,

‘von denen das neutrale Paar vorn im mittleren, das dorsale hin- 'im vorderen Körperdrittel entspringt. Darm mit 13 Windungen, tarkem Spindelmuskel und einem Befestiger. Enddarm kurz. sntalorgane sehr lang, in ganzer Länge befestigt. Eier mit

eisten andern Phascolosomen (Ph. granulatum etc.) der Fall | Sinwei Schichten, welche sich leicht von einander lösen, beide canäle zeigen und von denen die äussere, weichere, oft ganz ab- ift wird. |

(örper 42", Rüssel 55”" lang.

)-

Diese Art hat viele Aehnlichkeit mit dem von mir beschriebenen !) den Viti-Inseln stammenden Phase. nigrescens, doch unterscheidet das Ph. pacificum von demselben durch die verschiedene Anzahl as ngsmuskeln , deren Ausdehnung weit in den Rüssel hinein, den satz der Retractoren und durch andere kleinere Unterschiede in den en, Haken und Segmentalorganen. Da ich jedoch von dem Ph. cens nur ein, von dem Ph. pacificum nur zwei Exemplare unter-

4) Diese Zeitschr. Bd. XV. 1865. S. 424. Taf. 31. Fig, 2. Taf. 32. Fig. 44. 45. Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. XVII. Bd. 4 |

50 Wilh, Keferstein,

suchen konnte, so wird es sich vielleicht später bei einem ausreichen- deren Material zeigen, dass beide von nicht weit von einander ent- fernten Fundorten stammenden Arien zusammengezogen werden müssen, | |

6. Phascolosoma laeve. | Taf. VI. Fig. 14. Phascolosoma laeve KsrErstein. Zeitschr. für wissensch. Zool. XI. 1862. 5.38. 39. Taf. II. Fig. 4. und Bd. XV. 4865. S. 427. Taf. 31. Fig. 6. Taf. 32.. Fig.20. 21.

Von dieser Art lag mir ein Exemplar (mit 14"= langem Körper) von Fayal, Azoren (J. W. Hiccıyson) vor, welches mit der von mir früher nach sicilianischen Exemplaren gegebenen Beschreibung ganz übereinstimmt. Es zeigte 22 Hakenringe vorn am Rüssel, 24 wenig anastomosirende Längsmuskelstränge mit geringen Anastomosen, 6—7 Darmwindungen und einen Enddarm von der Länge der Darmspira. Ganz dieselben Charaktere (jedoch mit 8—9 Darmwindungen) fand ich an zahlreichen Exemplaren des Ph, laeve aus der Adria, die mir durch die Güte des Herrn Prof. Hzırer in Innsbruck zu Gebote stehen und wenn auch die Unterschiede nicht sehr gross sind, welche diese Art von dem Ph. granulatum trennen, so scheinen sie mir doch aus- reichend, um zunächst wenigstens diese beide Arten noch auseinan- der zu halten. Ich kann daher Osc. Schumpr!) nicht beistimmen, wenn er diese Arten zusammenzieht und namentlich angiebt, dass ich selbst anerkennte, die Anatomie gäbe nicht den geringsten Anhaltspunct zur Trennung de Ph. laeve von dem mit ihm zusammen vorkommenden Ph. granulatum,

b. Zwei (ventrale) Retractoren.

7. Phascolosoma (Aspidosiphon) truncatum. Taf. VI. Fig. 15—18.

Phascolosoma truncatum Kererstem. Nachrichten der K. Gesellschaft d. Wissensch. in Göttingen, 2. Juni 1866. |

Körper zwei bis dreimal so lang als dick, Rüssel dünn, länger als

der Körper. Haut dick, bräunlich, in der Mitte des Körpers mit ganz. 4) Ueber den Bau und die systematische Stellung von Aspidosiphon Mülleri

Dies. in den ge ine des naturwissensch, Vereins für Steiermark. Heik IH. Gratz 1865. S. 64. 65. Note.

Untersuchungen über einige amerikanische Sipuneuliden. 51

- kleinen Papillen, fast glatt, am Hinterrande und an der Rüsselbasis mit grossen, flachen, zusammengesetzten Papillen, die sich am Hinterende zu einer allerdings nicht scharf abgesetizten Schwanzscheibe strahlen- förmig an einander legen. Vor dem After bilden diese grossen braunen Papilien eine scharf begrenzte abgestutzt einförmige Afterscheibe, in er man etwa sieben Längsreihen der Papillenbildungen unterscheiden kann. Der Rüssel ist dünn, dünnhäutig, fast platt, vor der After- scheibe plötzlich vom Körper abgesetzt; die Hautkörper an demselben ind klein aber mit hohen, ceylindrischen Mündungskörpern versehen. twa das vordere Viertel des Rüssels trägt zahlreiche Ringe kleiner | Haken (0,032=® hoch und breit) (Fig. 16.). Die Tentakeln sind klein, lleicht 16 an der Zahl, nicht genauer zu erkennen.

Die Musculatur ist stark und besteht etwa aus 18, jedoch sehr lfach mit einander anastomosirenden Längsmuskelsträngen, die in ‚Höhe des vorderen Randes der Afterscheibe ganz plötzlich aui- "hören, sodass der Rüssel völlig glatt ist. Es sind-zwei starke, ventrale actoren vorhanden, welche sich ganz im Hinterende des Körpers, dicht neben dem Nervenstrang, ansetzen und sich schon in der Körper- itte mit einander vereinigen. Darm mit 14—12 Windungen ; Spindel- kel stark, besonders hinten; ein Befestiger; Enddarm kurz. mentalorgane lang, fast in ganzer Länge durch ein Mesenterium estigt. An ihren vorderen, oberen Theilen zeigen dieselben schon n blossen Auge eine kurze Längsspalte, deren Ränder lappig und senartig zusammengefaltet und mit Flimmerhaaren besetzt sind: ben hier augenscheinlich die inneren Wimpertrichter der Seg-

n alorgane vor uns, wi hei a von C. SEmper!) eni-

J Eehie. er kolbige Körper mit Kali, ee Fort- (Fig. 18.). Dieser Fortsatz ist hohl und der kugelige Theil bildet angeschwollene, augenscheinlich mit Wimpern besetzte Mündung

ste mein mangelhaltes Material nicht die genaueren Verhältnisse iben auszumachen , was überdies auch wohl nur an lebenden

2 pe: ren mit nei gelingen dürfte. Vielleicht stehen sie in

B= A*

52 | Wilh. Keferstein,

Verbindung mit dem von J. D. Macpoxaıp !) von der bewimperien Leibeswand eines Aspidosiphon erwähnten Wassergefässsystem.

Körper 15””, Rüssel 15” lang.

Ein Exemplar aus Panama (Ar. Acassız).

Die von Diesme?) für ähnliche Thiere aufgestellte Gattung ÄAspido- siphon möchte ich wenigstens bei der jetzt noch herrschenden Einthei- lung der Sipunculaceen nicht als eigene Gattung anerkennen, da die Bildung eines Schwanz- und Afterschildes allerdings in einem gerin- geren Grade, bei sehr vielen Phascolosomen, namentlich den in Steinen und Korallen bohrenden vorkommt und die innere Anatomie des Aspi- dosiphon von der der Phascolosomen keine wesentlichen Unterschiede bietet. Auf das Phascolosoma Strombi müsste man mit weit grösserem * Rechte eine eigene Gattung gründen.

Nach den neueren Untersuchungen Osce. Scummpr’s?) über das Phascolosoma scutatum Jos. Mürzer's (Aspidosiphon Mülleri Diesine) würden dort allerdings im Darmcanale beträchtliche Unterschiede von dem Verhalten bei Phascolosoma vorkommen, indem derselbe nicht spiralig in einer Schlinge um den Spindelmuskel gewunden und der Enddarm ganz im Hinterende aus dem geschlängelten Darm hervor- treten soll. Bei einer ziemlichen Anzahl Exemplare dieses Thiers aus dem Adria, welche ich Herrn Prof. Heıırr in Innsbruck verdanke, sehe ich aber trotz ihrer geringen Grösse (der Körper ist nur 8"” lang), dass der Darm ganz ebenso wie bei dem oben beschriebenen Aspidosiphon truncatum beschaffen ist, nur dass er blos 3—4 Windungen macht. Die innere Oeffnung des Segmentalorgans sieht man auch bei dieser Art gut. Die Eier derselben haben eine ausserordentlich dicke von sehr feinen Poren durchbohrte Haut und wie es schon Scamipr angiebt, ist der ganze Rüssel mit Hakenringen besetzt. '

Aus der Abtheilung B der Phascolosomen mit Haken, solchen ohne | gesonderte Längsmuskelstränge, ohne Spindelmuskeln ein lagen in der Acassız'schen Sammlung keine Arten vor. |

4) Observations on some Australian and Feegeean Heterocyathi and their E parasitical Sipunculus in Natural history Review. 4862. London.p. 78—81. c. fig. (Aspidosiphon Heterocyathi von den Bellona Reef im Australischen Korallenmeere), °

2) Systema helminthum. Vol. I. Wien 4854. 8. p. 67. 68. und Revision der Rhyngodeen in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie. math. naturwissensch, ; Glassn, XXXVII. 1859. p. 767—768. Taf. 11.

3) Ueber den Bau und die systematische Stellung von Aspidosiphon Mülleri Dies. (Lesina farcimen Osc. Scaxipr) in den Mittheilungen des naturwissenschaftl. Vereins für Steiermark. Heft IIl. Gratz 1865. p. 56—66. Taf. 1. F

Untersuchungen über einige amerikanische Sipunenliden. 53

I. Phascolosomen ohne Haken am Rüssel. -A. Mit gesonderten Längsmuskelsträngen, vier Retractoren und einem voll ständigen Spindelmuskel.

8. Phascolosoma cumanense.

Taf. VI. Fig. 19—21. | hascolosoma cumanense Krrsrstein. Nachrichten der K. Gesellsch. der | Wissensch. in Göttingen, 2. Juni 1866.

irper lang, Rüssel etwa von “% der Körperlänge. Haut farblos, mit blossem Auge glatt, mit stark durchschimmernden Längs- und Ringmuskelsträngen , an der Rüsselbasis und am Hinterende etwas ockergelb gefärbt. Zahlreiche Tentakeln.

- - Musculatur stark, aus 20 sehr wenig anastomosirenden Längsmus- kelsträngen und aus schmalen , aber scharf von einander gesonderten gmuskelsträngen bestehend. Die vier Retractoren sich nicht weit "hinter dem After alle in gleicher Höhe ansetzend. Sehr zahlreiche Darmwindungen mit starken Spindelmuskel und zwei Befestigern. "Enddarm kurz. Contractiler Schlauch so lang wie die Speiseröhre und. zahlreichen, langen zottigen Ausstülpungen, ähnlich wie ich!) es “üher von Phasc. Antillarum beschrieben habe, versehen. Segmental- gane kurz, nur in geringer Länge von einem Mesenterium befestigt. An der Innenseite der Körperwand treten an der rechten und lin- en Seite des Körpers vom Hinterende bis zum After hin eine grossa hl schmaler, quergestellter Hautblätter in die Körperhöhle hinein, s wenn dadurch dieselbe, wie bei den Ringelwürmern, in einzelne ilungen getheilt werden sollte. Zu dem Darm gehen jedoch von ' sichelförmigen Hautblättern, die nur aus der zarten, kern- gen die Leibeshöhle auskleidenden Haut, ohne Muskeln, bestehkn, Fäden ab. uf den Längsmuskeln sitzen, in die Körperhöhle vorspringend, nliche Anzahl zerstreut ide oyadler 4 breiter, 1,9. | r) Körper, von blasenartigem Bau, 1 im Ganzen den ne an der inneren Seite ihrer geschichteten, kernhaltigen Wand nthümliche 0,08—0,10”” lange Haken oder Spitzen (Fig. 20.) en, welche ein hyalines Ansehen haben und von Essigsäure und on Di ht aufgelöst werden.‘ Das Verhältniss des Nervensysiems zu n merkwürdigen Körpern, die zuerst wie eine krankhafte Bildung inen, konnte ich leider nicht erkennen. Die gewöhnlichen örper (0, 0 (,2”® gross) sind sehr zahlreich, springen aber aussen nicht. Papillenartig vor. Sie enthalten kolbige oder haken-

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Diese Zeitschrift. Bd. XV. 1865, S. 435. Taf. 33, Fig, 37,

54 - Wilh, Keferstein,

artige Gebilde, deren Spitze meisiens nach dem äusseren Pol hin ge- kehrt sind (Fig. 21.).

Ein Exemplar (Körper 110”®, Rüssel 08 lang) von Cumana in Venezuela (Govruouy).

9, Phascolosoma Gouldii.

Sipunculus Gouldiüi PourtaL&s. Proceed. Amer. Assoc. V. Meeting held at Cineinnati 1851. p. 40. MM. /

Phascolosoma Gouldii Kererstem. Zeitschr. für wissensch. Zool. XV. 1865. S.434, Taf. 33. Rig. 32.

Von dieser Art liegen sehr zahlreiche Exemplare aus Massachusetts vor (Nantucket, Nahant, Boston, Massachusetts Bay). Ich habe meiner früheren Bosihreiben: nichts aan als dass der dort erwähnte ungleichseitige Ansatz der dorsalen Netractoren, wie es zu erwarten war, als eine abnorme zufällige Bildung zu betrachten ist und dass die Eier, wenn auch eine nur dünne Dotterhaut zeigend, doch deutlich die beiden Schichten derselben und feine Porencanäle haben.

410. Phascolosoma Antillarum.

Phascolosoma Kallarus GruBE et Örsten., Videnskab. Medel. fra na- 4 turhist. Foren. Kjöbenhavn 1858. p. 117. 118. |

Phascolosoma Antillarum Kerrerstein. Zeitschr. für wissensch. Zoologie. Bd.. XI. 4862. S. 40. Taf. 1. Fig. 2, 41.,:Bd. XV. 4865. 5, 5% Taf. 34.: Fig. 11. Tat. 33. Fig, 37.

Diese sehr charakteristische Art lag mir in einem von Herrn Arzx. Acassız selbst gesammelten Exemplar aus Panama vor. Die äussere Be- schaffenheit, wie die innere Anatomie desselben passte bis auf die ge- ringsten Kleinigkeiten völlig mit den Exemplaren von den Antillen, \ sodass an der Zusammengehörigkeit beider gar kein Zweifel obwalten E kann. Wenn also keine Verwechselung bei der Bezeichnung der Fund- orte stattgefunden hat, welches mir nicht wahrscheinlich scheint, so haben wir Bier nn users seltenen Fall vor uns, dass u marine , i

bei seinem PR Anl als Bud an ren St. ER 5 da er jedoch ausschliesslich äussere Kennzeichen berücksichtigt, so”

\

Untersuchungen über einige amerikanische Sipuneuliden. "585

konnte man bisher immer mit Recht an der Identität der Exemplare ‘von jenen beiden geographisch so getrennten Orten zweifeln.

Aus der Abtheilung B der hakenlosen Phascolosomen, denen ohne gesonderte Längsmuskelstränge, ohne Spindelmuskel ete., waren in der Acassız'schen Sammlung keine Arten enthalten.

E | | | Erklärung der Abbildungen.

Ki er; Tafel VI. B a After. ec eontraefiler Schlauch. Bi -, sp Spindelmuskel. $ Segmentalorgan. | r Dorsaler Retractor. T Tentakeln. R ventraler Retractor. n Bauchstrang.

b Beifestiger.

-

4. Phascolosoma pacificum Kef. Kingsmills-Inseln. 3. Haken desselben. 3. Phascolosoma Agassizii Kef. Mendocino, Californien. 4, Haken desselben. 5. Varietät derselben Art, ebendaher, ‚6. Anatomie derselben Art. 7. Phascolosoma Agassizii von Panama. 8. Haken desselben. 9. Phascolosoma pectinatum Kef. Panama. , Anatomie desselben. Haken desselben. 12. Segmentalorgan desselben. 43. Segmentalorgan einer Thalassema von den Sandwich-Inseln. i Phascolosoma laeve Kef. von Fayal (Azoren). 5. Phascolosoma (Aspidosiphon) truncatum Kef. Panama. . Haken desselben. "Anatomie desselben. Wimperorgane desselben aus der Leibeshöhle, hascolosoma eumanense Kef. Cumana. x hlasige Körper an den Längsmuskeln,, y querstehende, sichelför- .mige Hautblätter. R lakenartige Bildungen aus den blasigen Körpern &. Gewöhnlich Hautkörper ebendaher.

Die Schnecke der Vögel.

Von

Dr. med. ©. Hasse in Kiel.

Mit Taf. VIL., VIH., IX.

Meine Dissertation: »De cochlea avium« enthielt schon alles We- sentliche, was ich in Betreff der Schnecke erforscht hatte, vermochte aber kein anschauliches Bild der Verhältnisse zu geben, da sie nicht durch Abbildungen unterstützt wurde, und so hatte sie mehr den Werth einer, wenn’auch ausführlichen Mittheilung. Hiermit will ich nun versuchen, eine eingehendere, wenn auch nicht erschöpfende Darstellung des Baues der Vogelschnecke zu geben und darf ich mir auch nicht schmeicheln, über alle Puncte ins Klare gekommen zu sein, so ist es mir doch zum ersten Male gelungen, den wesentlichsten Punct, die Endigungsweise des Nervus acusticus aufzuhellen. Bei dieser For- schung standen mir die reichen Erfahrungen Hensen’s auf diesem Ge- biete in jeder Weise zu Gebote und auf das Bereitwilligste wurde mir Rath und Beistand gewährt, so dass manche Puncte mir klarer vor die Augen traten, als es sonst wohl der Fall gewesen wäre. In einigen, wenn auch weniger wesentlichen Puncten, wird diese meine Darstel- lung von der in der Dissertation gegebenen abweichen, wie denn im- mer erneute Untersuchungen die Verhältnisse schärfer und bestimmter hervortreten lassen ; nur Eins bedaure ich, dass ich nicht zugleich, wie ich es ursprünglich beabsichtigt hatte, die embryonalen Verhältnisse in Betracht ziehen konnte. Es ist das eine nicht ausgefüllte Lücke mei- ner Arbeit, da durch das Nachspüren des Entwickelungsganges der Theile manches Räthsel gelöst wird, das allein auf diesem Wege gelöst werden kann, mancher Punct ein neues und oft wesentlich anderes Interesse bekommt. Ich hoffe, dass es mir vergönnt sein wird, dem- nächst diese Lücke auszufüllen. "A

Die Schneeke der Vögel, NEE 27

Ich bin fortgefahren, hauptsächlich die Tauben als Untersuchungs- "object zu benutzen, einmal, weil mir das Material daran reichlich zu ebote stand und dann, weil viele Verhältnisse leichter bei ihnen wie ei andern Vögeln zu untersuchen sind. Doch habe ich auch Hühner, "Krähen und Sperlinge in Betracht gezogen, nirgends aber wesentliche Abweichungen gefunden.

= Eine ausführliche Aufzählung der bis jetzt über die Schnecke der Vögel existirenden Arbeiten und deren Resultate würde eine unnütze iederholung dessen sein, was DEITERS in seiner vortrefflichen Ab- Bi; andlung : »Untersuchungen über die Schnecke der Vögel« angegeben, und es sei mir daher gestattet, auf das von ihm Gesagte zu verweisen. "Seine eigenen Angaben dagegen werde ich überall in Betracht ziehen, sie bilden die Basis meiner Untersuchungen, und oft habe ich bedauert, dass es diesem leider so früh verschiedenen Forscher nicht vergönnt ar, eine Arbeit zu Ende zu führen, in der er zuersi das Dunkel, wel- ıies bisher auf dem Gegenstande ruhte, aufgeklärt hat. Wer die iwierigkeit der Untersuchung dieses Theils, die diejenige weit ertrifft, welche sich der Erforschung der menschlichen Schnecke ent- enstellt, erfahren hat, der kann nicht anders als mit Bewunderung ‚die Resultate sehen, die Deiters in seiner oben eitirten Arbeit er-

| Bevor ich mich nun zu meinem eigentlichen Thema wende, sei es ? gestattet, Einiges über die Art und Weise zu sagen, in der ich e Präparate anfertigte. Es diene hier gleich für diejenigen, welche segenstand nach mir untersuchen wollen, zur Nachricht, dass es ngänglich nothwendig ist, will man die! Theile gehörig erhalten n, so frische Präparate wie möglich zu gebrauchen, worauf auch s aufmerksam macht. Ganz kurze Zeit nach dem Tode verändern :hon die zarten Gebilde. Ich verfahre gewöhnlich so, dass ich inem Vogelkopfe die Basis des Schädels ziemlich weit gegen die decke hin, oberhalb des äusseren Ohres, abschnitt, in aller Eile Gehirnmasse herausnahm und den Schädeltheil sogleich in abso- 1 Alkohol oder in Mürzer’sche Flüssigkeit brachte, welch letzterer oftmals einige Tropfen Chromsäure hinzusetzte. Nach einigen Tagen iparirte ich nun die Schnecke so schnell wie möglich heraus, zuerst er Schädelwand, dann von den anderen Seiten, öffnete das erne Gehäuse, holte die Schnecke vorsichtig mit der Nadel heraus, rachte sie wieder in die Flüssigkeit zurück. Die Präparation muss ein rasch vor sich gehen, und um die Verdunstung der Flüssig- u verhüten, muss man ab und zu die Schnecke wieder benetzen. kann nicht vorsichtig genug sein, die geringste Unachtsamkeit hat

58 Dr, med. 0. Hasse,

auf das Präparat einen ungünstigen Einfluss. Meine Schnitte habe ich alle mit dem Rasirmesser auf dem Objectglase, das Objeet mit der conservirenden Flüssigkeit beneizt, gemacht. Die Schnitte habe ich meistens mit Carınin imbibirt, weil sich dann die Zelleontouren, die Kerne, die Nervenverbreitungen und Endigungen am Besten hervor- heben. Als conservirende Flüssigkeiten habe ich ver Allem Lösungeä von arseniger Säure in mehr oder minder concentrirtem Zustande ge- braucht. Mit weniger concentrirten bin ich am glücklichsten gewesen, die Anderen machten das Präparat dunkel und die Zellcontouren ver- vaschen. Als erhärtende Flüssigkeit habe ich anfangs absoluten Al- kohol und Mürrer’sche Flüssigkeit mit wenigen Tropfen Chromsäure gebraucht, aber in Letzterer veränderten sich die feinen Gebilde bei längerem Liegen so, dass ich mich zuletzt ausschliesslich des Alkohols bedient habe. Schrumpfen dann die Theile auch etwas, so wird man doch nach einiger Uebung immer den rechten Moment herausfinden, wo der Erhärtungsgrad ein passender ist und am wenigsten Schrum- pfungen eingetreten sind. Grosse Vortheile würde bei der Kleinheit der Gebilde der Hensen’sche Querschnitter geboten haben, aber leider sind mir alle Versuche damit wegen der Eckigkeit und Unebenheit der Theile missglückt, und ich bin somit wieder auf das Rasirmesser zu- rückgekommen. Beim Schnittemachen hat man zuerst, um zur rich- ‘tigen Anschauung der Lagerung der Gebilde zu kommen, darauf zu achten, dass sie senkrecht auf die Axe der Schnecke fallen. Später sind Schnitte in allen Richtungen, namentlich auch Längsschnitte un- umgänglich nothwendig, wenn äuch schwer auszuführen. Flächenan- sichten sind bei vorsichtiger Abhebung des Tegments ziemlich leicht darzustellen, und geben die schönsten Controibilder. Nur durch die mühevoilste und sorgfältigste Untersuchung wird man dahin kommen, sich ein klares Bild der einschlägigen Verhältnisse zu machen. Zu meinem Gegenstande ühergehend, beginne ich mit der knöcher- | nen Schnecke. Dieselbe ist in spongiöses Knochengewebe eingebettet, Ä hart, compact und lässt sich in zwei Theile trennen, in eine eigentliche Schnecke und in einen Vorhof oder Vorhofstheil, Pars vestibularis (Fig. II. b und d.). Nach unten vorne und etwas nach innen gerichtet, ist, sie namentlich bei den kleineren Vögeln von: der inneren Schädelwand aus deutlich zu sehen und schimmert als ein weisser, gekrümm- ter Cylinder durch. Bei den grösseren Vögeln ist dies nicht der Fall und nur der Nervus acusticus ist eine kurze Strecke weit durch den Knochen zu verfolgen. Bei Ersteren markirt sie sich durch eine ihrer Lage entsprechende schwache leistenartige Hervorragung gegen die Schädelhöhle hin. In verschiedener Richtung gekrümmt, sieht die eine”

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Die Schnecke der Vögel, Er 39

-

Concavität gegen die Schädelhöhle, die zweite nach unten. Die Spitze der Schnecke ist leicht verdickt und zeigt dahinter eine schwache Ein- schnürung (Fig. N. b.), im Uebrigen besitzt sie, soweit die eigentliche Schnecke reicht, denselben Durchmesser. Etwas complieirtere Verhält- isse bietet die Pars vestibularıs dar. Aus dem mittleren Ohr, ver- ılossen durch die Columella führt das Foramen ovale, eine ovale fast rundliche Oeffnung näher dem unteren Theile in den Vorhof. Der "grösste Durchmesser der Oeffnung geht in der Richtung von oben nach unten. Der Vorhof oder die Pars vestibularis ist eine ampullenförmige rweiterung der Schnecke, der Knochen ist gleichsam nach vorne und unten aufgeblasen. Gegen die Schädelhöhle zu findet man keine nen- nenswerthe Ausweitung. Ausser dem Foramen ovale führen noch ei Oeffnungen hinein, das runde Fenster und das Foramen vestibu- . Jenes rundlich findet sich in gleicher Höhe wie das ovale Fenster, doch kommt es beim Oeffnen des mittleren Ohrs nicht zum Vorschein, indern zeigt sich erst nach Abtragung der spongiösen Knochenmasse wischen den vorderen Schenkeln der senkrechten Bogengänge. Die nere Mündung in den Vorhof findet sich gerade hinter dem Foramen ale, und es stelli die Communication der Pars vestibularis mit der ngiösen Knochenmasse her. Oft sieht man durch dasselbe ein feines äss verlaufen. Von einem Tympanum seeundarium habe ich Nichts decken können. Hinter dem runden Fenster in der hinteren Seiten- ad (Taf. VI. Fig.t.b.) findet sich eine zweite Oefinung, das Foramen bulare, welches die Verbindung zwischen dem Vorhofe und den pullen der Bogengänge vermittelt. Es hat eine mehr ovale Form mit m grössten Durchmesser von oben nach unten. Ausserdem bemerkt noch an der Hinterwand einen von hinten oben nach vorn unten e verlaufenden Knochencanal für den Nervus acusticus. ‘Wie schon erwähnt, ist der vestibulare Schneckentheil ampullen- g nach Aussen hin erweitert, doch auch hier nicht gleichmässig in Richtungen , sondern hauptsächlich nur nach unten. Oefinen wir 'Vorhofstheil durch Abtragen der vorderen Wand rings um das ovale r, so bemerken wir eine feine Knochenleiste (Taf. VI. Fig. 2. c.), ‚unmittelbar über dem Foramen ovale von der hinteren Seitenwand Vorhofs entspringend nach vorne verläuft und im Beginne der ntlichen Schnecke endet. Es ist ein selbständiges Gebilde, weiches jur indirecte Verbindungen einerseits mit der vorderen Wand des orhofs andererseits mit der häutigen Schnecke eingeht. An der hin- | Wand mit einer breiten Basis ziemlich dreieckig entspringend, ält es anfänglich diese Form bei, allmählich aber wird das Säulchen dliceh und endet dann wieder mit einer dreieckigen Verbreiterung.

60 Dr. med, 0. Hasse,

Auf die Verbindung mit den benachbarten Theilen komme ich alsbald zurück. Durch dieses Knochenstäbchen in Verbindung mit der häu- tigen Schnecke wird der Vorhof in zwei von einander völlig geschiedene Räume getrennt, in einen vestibularen und einen tympanalen, den An- fängen der entsprechenden Scalen (Taf. VI. Fig. 2. d.unde.). Der obere tympanale Raum ist kleiner, der untere geräumiger. In Letzteren öffnen sich auch sämmtliche Foramina.

Die Schnecke ist von einem feinen Perioste ausgekleidet, welches sich an die vordere Wand des vestibularen Theils nur lose anlegt und leicht abgehoben werden kann. Bei Abtragung der vorderen Knochen- wand bleibt dasselbe häufig in inniger Verbindung mit dem Knochen stäbchen. An anderen Orten ist die Verbindung mit dem Knochen eine festere. Das Stäbchen wird gleichsam in eine Duplicatur eingehüllt. Die Verbindung mit dem Knochen ist jedoch nicht die einzige, die das Periost eingeht, es kommen auch solche mit dem häutigen Theile der Schnecke hinzu, die in der eigentlichen Schnecke die Gestalt von mehr oder minder feinen und dichtgedrängten Fäserchen annehmen (Taf. VII. Fig. 5. a). Diese können so reichlich und so fest sein, dass bei der Herausnahme der häutigen Theile das Periost mit herausgezogen wird. Im vestibularen Theil ist die Verbindung eine andere ; doch komme ich später noch einmal auf diesen Punct zurück. 2.

Das Periost ist eine sehr dünne, helle, durchsichtige Membran von beträchtlicher Rigidität. Ihrer histologischen Structur nach ist sie dem Bindegewebe zuzuzählen und bietet unter dem Mikroskop ein wenig charakteristisches Aussehen (Taf.VI. Fig. 7.). Sie präsentirt sich als eine homogene Membran mit eingestreuten mehr oder minder dichtstehen- den Kernen, die nach allen Seiten hin feine, anastomosirende Ausläufer senden {Fig. VII. a.). Die Kerne sind rund oder länglich rund, oval. Innerhalb der Membran sieht man dann noch feine Gefässe verlaufen. Von einem Epithel ist Nichts zu sehen. Nur einmal habe ich Bilder bekommen, die auf dem ersten Anblick durch das Dichtgedrängtsein, durch das Regelmässige des Aussehens der Kerngebilde und durch die Kürze der Fortsätze als Epithelzellen imponirten , aber weitere Unter- F suchungen haben sie unzweifelhaft als Periostkerne dargethan, so dass |

|

ich mich dem Satze von Hensen in seiner Abhandlung: »Zur Norpbe logie der Schnecke des Menschen und der Säugethiere« anschliesse, dass das Periost keinerlei Epithel besitze. Der Bau des Periostes bei den Säugern und den Vögeln ist völlig übereinstimmend. Was die feinen Stränge betrifft, die die Verbindung zwischen Periost und häu- tiger Schnecke vermitteln, so sind dieselben bald schmäler, bald brei= ter, bald dichter zusammengedrängt, bald weiter auseinanderstehend.

Die Sehnecke der Vögel. Er 61

Es wird durch dieselben der Raum zwischen Periost und den häutigen Theilen ein maschiger ; man sieht dies jedoch nur in der Scala vestibuli ‚und namentlich an der Spitze der Schnecke (Taf. IX. Fig. 20. b.). Dietym-

"panale Seite zeigt Nichts von diesen Verbindungen. Die einzelnen Stränge ind schwach gestreift, gehören offenbar dem Bindegewebe an, zeigen

Br % »

hin und wieder vereinzelte Kerne, sind im Uebrigen aber nicht be-

nders charakteristisch in ihrer histologischen Structur. Die feinen Stränge verbinden sich vielfach untereinander. Dies die knöcherne Schnecke mit ihrer Periostauskleidung. In lieser eingeschlossen findet sich die häutige, ein Gebilde, welches ın jerschiedener Richtung gekrümmt, den Raum von dem Foramen vesti- bulare bis zur Spitze des knöchernen Gehäuses einnimmt. In der Pars stibularis lehnt sie sich an das Knochenstäbchen, ist an demselben festigt und nur schwer davon zu trennen. Im Uebrigen ist sie leicht s der knöchernen Umhüllung herauszuschälen. Was die Krümmungen trifft, so entsprechen zwei derselben den vorhin erwähnten Krüm- gen der knöchernen Schnecke (Taf. VII. Fig. 1.). Die eine Concavität, m Beginne der häutigen Schnecke am stärksten ausgeprägt ist, so dass fast eine rechtwinklige Biegung zu Stande kömmt (Taf. VH. Fig. 1. c.), tgegen die Schädelhöhle, die zweite nach unten ; ausserdem haben wir ber auch eine Spiraldrehung. Diese entspricht einer halben Windung. | hrend sich im Beginne eine fast senkrechte Lagerung der häutigen Theile zeigt, liegen dieselben in der eigentlichen Schnecke horizontal. die rechte Schnecke geht die Spiralwindung von links nach rechts, die linke von rechts nach links. Grob anatomisch betrachtet, lässt die häutige Schnecke in zwei Theile theilen, im die eigentliche hnecke und in die Lagena (Taf. Vll. Fig. I. d.). Erstere liegt mit ihrem

en sich leicht unterscheiden. Herausgenommen lassen sich, wenn | vom Tegmente absieht, die häutigen Theile am besten unter dem eines Pantoffels vorstellen. Die Knorpel, die die Seitentheile n, stossen im Beginne bogenförmig zusammen. Dasselbe findet Spitze statt; hier verbinden sie sich und wölben sich gegen ndeı ähnlich dem Schuh des Pantoffels. Von der im Beginne der cke von Deıters beschriebenen und abgebildeten Inciruv. habe Nichts bemerken können, wenn ich auch zuweilen bei Betrachtung anzen Schnecke von oben eine solche zu Gesicht bekam. Diese te jedoch darauf, dass man bei vollständig erhaltener Schnecke

62 Dr. med. €. Hasse, |

dieselbe nicht in ihrer ganzen Länge zu Gesicht bekommt, da wir ja im Beginne eine starke Biegung haben, und somit dieser Theil nicht sicht- bar wird, während das Uebrige stark hervortritt. Namentlich die Sei- ientheile werden stärker vorragen, und so könnte vielleicht eine Incisur vorgetäuscht sein. Möglich jedoch, dass sie sich bei von mir nicht un- tersuchten Vögeln findet, und so muss ich die definitive Entscheidung . noch vorläufig suspendiren. In Betreff der Lagerung der Theile finden wir, dass anfänglich das Tegment nach vorne und etwas nach unten sieht; der eine Knorpel lehnt sich oben an das Knochenstäbchen, der Fi untere an die untere Knochenwandung des Vestibulum, die Membrana 3 basilaris ist der Schädelhöhle zugekehrt. Natürlich ändert sich mit der ° Spiralwindung die Lage so, dass das Tegment nach oben sieht. Vom Beginne bis gegen die Lagena hin überall von gleicher Breite, ver- ® schmälert sich die Schnecke etwas in ihrer Nähe, um sich dann wieder e ampullenartig zur sogenannten Lagena zu erweitern. Es wird vor dieser dadurch gleichsam ein Hals gebildet, der der vorhin beschriebenen ; Einschnürung am Knochen entspricht. Durch diese Lagerung innerhalb | der knöchernen Schnecke werden zwei Räume gebildet, die jedoch nur im Vestibulum von irgend welcher Bedeutung sind, nämlich die Seala tympani und die Scala vestibuli (Taf. VII. Fig. 4. c.undd.). Indem sich =“ der obere Knorpel dicht an das Knochenstäbchen und der untere an die untere Knochenwand legt, ebenfalls in der eigentlichen Schnecke die Knorpel dem Knochen dicht anliegen , wird der Raum in der Pars ves- | tibularis und der eigentlichen Schnecke in zwei Treppen getheilt, die | nur an einer Stelle mit einander communiciren und das auch nur mit | einem schmalen Raume an der Spitze der Schnecke. Im Beginne % schmiegen sich die vereinigten Knorpel dicht an die hintere a wand, so dass hier keine Communication besteht. Im vestibularen Theil ist der Raum der Scala vestibuli grösser als der der Scala iympani, was mit der schon früher beschriebenen Lagerung des Knochenstäb- chens zusammenhängt. In der eigentlichen knöchernen Schnecke ver- schwindet dagegen die Scala vestibuli so gut wie ganz, die Scala tym- pani ist anfangs noch als unregelmässiger Raum vorhanden, ver- schwindetaber auch mit der veränderten Lagerung des Nerven fast völlig. | Allerdings treten an stark erhärteten Alkoholpräparaten (Taf. VL. Fig.5.) die Treppen deutlich zu Tage, jedoch entspricht dieses Verhalten dem natürlichen keineswegs. Der Raum isi auf beiden Seiten nur ein | äusserst geringer und wird nur dadurch grösser, dass durch die Ein- wirkung des absoluten Alkohols eine beträchtliche Schrumpfung ent- steht. Die häutigen Theile, namentlich in der Scala vestibuli ziehen si zurück und dadurch erh die feinen Verbindungsstränge mit dem

Die Schnecke der Vögel, ee 63

"Perioste ausgezogen. In geringerem Grade ist das mit der Lagena der ‚Fall, weil die Knorpel dem Schrumpfen einen bedeutenden Widerstand entgegenseizen. So bleibt hier der Verbindungsraum der beiden Trep- pen, der durch die Stränge zu einem dichten Maschenraume wird, an BE härtoten Präparaten nur ein geringer. Das Tegmentum, welches sich von einem Knorpel zum anderen pannt, zeigt schon bei Betrachtung mit blossen Augen eine trans- rselle Streifung, die jedoch nur im Beginne deutlich ausgesprochen später dagegen verschwindet und gegen die Lagena hin einem ichmässigen Aussehen weicht. Die Streifen verbinden sich unter nander auf eine Weise, die ich später beschreiben werde. Jedoch det sich das Tegment nicht überall in der eigentlichen Schnecke. Es ekleidet nur die seitlichen Theile der Knorpel, lässt aber den bogenför- | gen Zusammentritt derselben frei (Taf. VI. Fig. 9. c.), dadurch kommt 1 rundliches Loch zu Stande, welches ich a ans cochlearis nen will. Der Canalis cochlearis oder der Ganalis membranaceus jchleae, wie ich ihn auch nennen will, ist nämlich der Raum, welcher ach oben und unten von den beiden Knorpeln vorne vom Tegment, | ten von der Membrana basilaris begrenzt wird, in derLagena jedoch überall von Knorpel umgeben ist. Diese Apertur liegt in unmittelbarer 2 ähe des Foramen vestibulare, an dessen Umgebung sich der Beginn der häutigen Schnecke dicht anlegt, seitlich von demselben, und sieht was nach unten gerichtet in den Raum der Scala vestibuli, theilweise n das Foramen ovale. Es ist ein rundliches Loch, scharf begrenzt, erseits von dem hier etwas ausgeschnittenen Tegmente, auf der an- en Seite von dem Kamm des bogenförmigen Vereinig er, serdem bemerken wir auch noch von der Stelle, wo sich das Teg- nt am Beginne des unteren Knorpels ansetzt, ausgehend einen mehr "minder feinen Tegmentstrang, der sich durch das Foramen vesti- rein seinem unteren Theile hindurch schräge nach oben zu der häu- en Ampulle begiebt (Taf. VI. Fig. 3. c.). Dieser Streifen, den ich Ganalis iniens nennen will, und der schon von HEnseEn in seiner vorhin eitir- bhandlung bei den höheren Thieren beschrieben ist, kann oft sehr elhafı entwickelt sein, und statt seiner findet man dann nur ein nes ‚Gefässchen, lebe von derselben Stelle des Tegmenies aus- ge end, nsclben Verlauf nimmt. |

es von mir gegebene Darstellung der gröberen Verhältnisse ht ziemlich von der ab, die Drirers in seiner Abhandlung gegeben Indem er von den Krümmungen der Schnecke abstrahirte, giebt namentlich eine andere Darstellung des Verhältnisses der Treppen, ] insbesondere der Scala vestibuli. Er rechnet, wie es scheint, das,

64 Dr. med. 0. Hasse,

was ich als Pars vestibularis bezeichnet habe, als Vestibulum, dagegen E: einen Theil des von mir sogenannten Canalis cochlearis zwischen Teg- | ment undLamina fenestrata in seinem ganzen Verlaufe bis in die Lagena 7 hinein als Scala vestibuli, als Canalis membranaceus cochleae dagegen den Raum zwischen an fenestrata und Lryvie’schen Zellen. Doch hiervon später. Die Apertur ist ihm entgangen, wie auch der Canalis | reuniens. M Was die mikroskopischen Verhältnisse anlangt, so unterscheidet Deiters einen viereckigen oder Nervenknorpel und einen dreieckigen ; ersterer soll sich oben, letzterer unten befinden. Vom viereckigen Knorpel beschreibt er die schon von Huscazz entdeckten Gehörzähne, den inneren oberen Fortsatz der Knorpelmasse (Taf. VI. Fig. 10. c. und Fig. 11.«.). Ich behalte diese Eintheilung bei und werde bei der Einzelbeschreibung auf die Differenzpuncte zwischen Deiters und mir aufmerksara machen. Betrachten wir die Theile in der natürlichen Lage, so finden wir den dreieckigen Knorpel vorne, oben liegen, dem Knochenstäbchen sich anschliessend, den viereckigen nach unten hinten und sie geben das - Gerüst der Schnecke ab.

Der viereckigeKnorpel besitzt eine, wie schon der Name andeutet, viereckige aber unregelmässige Gestalt und zeigt eine obere, eine in- nere, eine untere und eine äussere Fläche; jedoch ist es von vorne | herein nöthig, darauf aufmerksam zu machen, dass ein Gebilde, welches eng mit demselben verbunden ist, doch davon abgetrennt werden muss, nämlich die von mir sogenannte Knorpelleiste (Taf.VIL Fig. 10. f.). Durch den Durchtritt des Gehörnerven wird nämlich etwas jenseits des Be- sinnes der Schnecke ein Knorpelstück vom Nervenknorpel getrenn welches, seine Form ändernd, gegen die Lagena hin sich wieder mi dem Knorpel vereinigt. Im Anfange der Schnecke, wo die Zahl der) durchtretenden Nervenfasern nur gering ist, ist eine Trennung in diese | zwei Gebilde nicht durchzuführen (Taf. VII. Fig. 41.). Durch die später mit Zunahme des Nervendurchtritts erfolgende we wird die untere Fläche etwas modificirt. Im Anfange zeigt der viereckige Knorpel ei convexe hintere Fläche (Taf. VI. Fig. 10.a.), eine gerade abgeschnitte oder leicht wellenförmig gekrümmte untere (Fig. 10..), eine senkrechte innere und eine leicht concave obere. Dem entsprechen vier Winkel, ein |

"innerer oberer , ein hinterer oberer, ein innerer unterer und ein he terer unterer. len ist insofern ee als er die Gehörzäh: von Huscnxz und Drirers abgiebt (Fig. 10. c. und Fig. 11. 0.). Ic lasse diesen Namen fallen, weil die Wichtigkeit dieses Gebildes ei eigenen Namen kaum rechtfertigt. Von den Flächen ist die innere'de: Canalis cochlearis zugewandt, die hintere schmiegt sich der Knoches

Die Schnecke der Vögel. N 65

"wandung an, die obere dient zur Anlagerung des Tegments und an die untere legt sich der Nervus acusticus. Die innere Fläche ist convex, entsprechend der Krümmung der Innenseite des knöchernen Gehäuses. uf dem Querschnitt sieht man vom hinteren unteren Winkel häufig "einen längeren oder kürzeren Fortsatz ragen, der ebenfalls eine der knöchernen Schneckenwandung entsprechende Krümmung besitzt, und ‚sich allmählich dünner werdend in dem Perioste verliert 'Taf. VIL Fig. "be. u. 44 e.). Dieser Fortsatz entspricht einer Knorpelplatte, die in gi rer oder geringerer Ausdehnung von der dem oben erwähnten N Winkel entsprechenden Kante des Knorpels entspringt und an seinem er Spitze der Schnecke zugewandten Ende einen mehr oder weniger en Einschnitt zeigt. Durch den Knorpel denselben schräge von der unteren Fläche gegen den unteren inneren Winkel hin durchbohrend, erlaufen Nervenfasern, die anfangs gering an Zahl immer mehr zu- ehmen und so die Knorpelleiste abtrennen. Dadurch wird die untere Bihe so verändert, dass, je stärker das durchtretende Faserbündel desto mehr eine Bheikiing in zwei Flächen sich geltend macht,

von en die eine nach unten sieht, die andere dagegen immer steiler ind steiler wird, und so schliesslich beinahe senkrecht stehend gegen hintere Fläche der Knorpelleiste sieht und einen Winkel mit der nach en sehenden Fläche 'bildet (Taf. VII. Fig. 10). Aber damit sind die "Veränderungen in der Form des viereckigen Knorpels noch nicht abge- Mossen, was auch schon Drıters in seinen Abbildungen Fig. I., IL,

I. andeutet, wenn er es auch nicht deutlich ausspricht. Die innere anfangs steile Fläche wird allmählich mehr und mehr gekrümmt (Fig. 10. d.) schalenförmig, die obere Fläche nimmt an Breite ab und ver- >hwindet zuletzt fast ganz, so dass die oberen Winkel zusammenfallen nun zu einer Spitze ausgezogen werden. Die hintere Fläche bleibt rändert, der von dem hinteren unteren Winkel ausgehende Fort- kann bis ganz an die Nähe derLagena reichen, oder er wird unter- ben, um später an der Lagena von Neuem aufzutreten, wie wir " sehen werden. So verwandelt der viereckige Knorpel seine ‚so dass er sich der dreieckigen erheblich nähert. Durch den el sieht man häufig mehrere Gefässe (Fig. 10. h.) verlaufen, mei- zwei, von denen das eine sich in der Nähe des unteren hinteren _ nkels, das andere dagegen in der Nähe der Huscakr'schen Gehör- jerbefindet. Die Lagerung dieser Gefässe ist keine ganz constante, man findet sie bald mehr bald weniger tief in die Subsianz des ‚pels eingebettet, Zuweilen bemerkt man noch ein kleineres Ge- von - oberen ausgehend gegen die obere concave Fläche hin

Es durchbohrt hier den Knorpel und verläuft im Tegmente En f. wissensch, Zoologie. XVII. Bd. 5

66 | Dr, med. 0, Hasse,

weiter (Taf. VIH. Fig. 16.%.). "Diese Gefässe entsprechen wohl denen, die Deisenrs auf seinen Flächenansichten in den Gehörzähnen abbildet. Die Knorpelleiste trennt sich vom Nervenknorpel als ein anfangs dreiseitiges Gebilde, dessen Basis nach unten dem Nervenstrang zugekehrt ist, dessen Spitze gegen den Canalis membranaceus eochleae hin sieht und zum Ansatz der Basilarmembran dient, und deren beide andere Seiten gegen die Scala tympani und gegen den Nervendurchtritt gewandt sind. Allmählich ändert die Leiste, die constant von einem Gefässchen durch- | zogen wird, ihre Form, der untereinnere Winkel (Taf. VI; Fig. 10.f.)wird länger ausgezogen, die gegen die Scala tympani gewandte Seite sieht immer mehr gegen die Membrana basilaris und in der Nähe der Lagena ist die dreieckige Form verschwunden und wir haben es dann mit einer Platte zu tbun (Taf. VII. Fig. 16. c. und #8. a.). ‘Was dort aus ihr wird, werden wir bei der Beschreibung der Bildung der Lagena sehen. 4 Weniger wechselnd in seiner Gestalt ist der dreieckige Knorpel. Während die eine convexe Fläche (Taf. VI. Fig. 1%. h.) dem Knochen dicht anliegt, sieht die zweite concave gegen die Scala tympani, die dritteund wichtigste ebenfalls leicht gekrümmt gegen den Canalis cochlearis (Fig. #4. c.). Im Beginne der häutigen Schnecke fehlt die zweite Fläche und an ihre Stelle iritt die hintere convexe der Knochenwand anliegende, dagegen zeigt sich eine andere an.der Spitze, die als solche versehwun- den und in eine leicht ausgehöhlte Fläche verwandelt ist, in die sich das Knochenstäbchen hineinlegt (Fig. #1. g.). Später nimmt sie die vor- u hin beschriebene Form an und wechselt dieselbe erst wieder in. der R Nähe der Lagena. Die Krümmung der dem Canalis membranaceus zu- gewandten Fläche bleibt von Anfang an ziemlich eonstant, nur im Be- ; ginne (Fig. #9. c.) ist sie etwas weniger ausgehöhlt, wie später, und i | ausgedehnter. Der Knorpel wird eonstant von einem Gefässe von dem- | | selben Durchmesser wie das des viereckigen Knorpels durchzogen und | es verläuft in leichten Schlängelungen fast in der Mitte, jedoch näher . der convexen Fläche (Fig. 60. 1.). Häufig ist der untere Theil des Knor- pels zu einem immer schmäler werdenden Fortsatze ausgezogen, dessen Gewebe allmählich den Uebergang zum Periost. macht (Fig. #0. m.).. Auch in ihm ist häufig ein Gefäss eingeschlossen und in diesem Falle ist der- selbe an dieser Stelle mit’ einer Hervorragung versehen. Diese Fortsätze an den Knorpeln hat Dsrmers nicht gesehen, wie er sieh auch nicht weiter über den Wechsel: in der Form und über die Veränderunge welche die Knorpelleiste, die er nicht besonders: trennt, treffen, aus- spricht. Häufig sieht man; von dem: eingeschlossenen Gefüsse Zwei durch die Masse gegen das Tegment.hin verlaufen. | Was den Zusammentritt der Knorpel im Beginn und in der Lagen

| Die Schnecke der Vögel, | 67

anbetrifft, so verhält es sich damit folgerdermassen : Deirers erwähnt am Anfange der Schnecke nur die Incisur. Es ist im Wesentlichen nach den Gebilden zu schliessen, die ihn bekleiden, der dreieckige Knorpel, welcher die Vereinigung vermittelt. Er biegt sich bogen- - förmig um, aber dennoch ist diese Vereinigung keine einfache, wie Dirmens elaubt, ohrie Veränderung der Form des Knorpels, mit eitier oberen scharfen Kante, sondern dieselbe verändert sich, wie ich we- Hiestens dus den später zu beschreibenden Epithelverhältnissen schliessen zu dürfen glaube. Ich kann mir wenigstens auf andere Weise das Bild nicht erklären wie es Taf. VII. Fig. 17. zeigt. Ich habe diese = Formveränderung in meiner Dissertation noch nicht beschrieben, und es verhält sich damit folgeridermassen: Bevor der dreieckige Knorpel - ümbiegt, zeigt sich an der dem Canalis membranaceus zugewandten Seite unmittelbar ünter der oberen Fläche, in die sich das Knochenstäbchen - hineinlegt, eine zweite, kleinere, leicht concave (Taf.VH. Fig. If. f.). Die Vertiefung und Ausdehnung der Fläche nimmt an dem Knorpelzusammen- tritt immer mehr zu und tritt an die Stelle der oberen Aushöhlung mit einem inneren und äusseren scharfen Rande, von denen ersterer die Apertura canalis cöchlearis begrenzen hilft. Von oben gesehen, sieht anan die Aushöhlung immer breiter werden und gegen den viereckigen "Knorpel damit enden, dass die Kanfen im leicht Sförmiger Biegung zu- sammentreten. Jenseits derselben tritt dann die früher erwähnte obere Fläche des viereekigen Knorpels auf, in die sich das Tegment hinein-

"In der Lagena sind die Verhältnisse wo möglich noch complieirter, enigstens als Derters sie beschreibt, der die unteren Spitzen der der ala ee Se Flächen sich verbinden ig a

itzen sich vereinigen. Diese Derale Ihe bedarf einiger Mödificationen. e Knorpelleiste, die wir gegen die Lagena hin sich zu einer Platte a SzZiehen sahen, trägt einen Theil zur Bildung der Lagena bei. Nach- H Ydie Platte den dreieckigen Knorpel erreicht hat (Taf. VIE. Fig. 18. d.),

h untrennbar mit ihm, zu gleicher Zeit legen sich auch die Fortsätze, "von den unteren Theilen der Knorpel ausgehen, an einander und verbinden sich. Wären sie nicht schon vorlanden, so zieht sich die _ untere Spitze des dreieckigen und die untere innere Spitze des vier- eckigen: Kniorpels zu Fortsätzen aus, die dann den Strang des Nerven | umfassen und'sich vereinigen. Dasselbe geschieht mit den oberen Spitzen.

| Diese wölben sick immer mehr gegen einander und vereinigen sich zum

v Dache der rg (Taf. VHT. Pig. 18. c. undd., Taf. IX. Fig. 19. b.): Wäh- | 5%

68 | Dr. med. C. Hasse,

“rend dies geschieht und der Nerv zwischen zwei Knorpelplatien einge- schlossen wird, erlangen die Knorpel überall die gleiche Dicke und stellen sich auf dem Durchschnitt als ein gleichmässiger Ring dar (Taf. IX. Fig. 20. a.). Dies die Bildung der Lagena. Der Raum zwischen Membrana basilaris und der Knorpelleiste muss dabei verschwinden und die Scala tympani ausserhalb des Knorpels zu liegen kommen. Während sich in der Lagena nur schwache Gefässe unregelmässig angeordnet, wahrneh- men lassen, sind solche beim Zusammentriti der Knorpel im Beginne der Schnecke reichlich vorhanden und verzweigen sich. Das Gefäss des dreieckigen Knorpels verläuft näher gegen den Ansatz der Basilarmembran und geht in einem Bogen zum viereckigen Knorpel (Taf. VI. Fig. 14. c.). Was die histologische Structur der Knorpel betrifit, so stimme ich vollkommen mit Deiters überein, der dieselben dem Bindegewebe zu- zählt. Wir haben es hier mit einem aus spindelförmigen Zellen und einer hellen fast gleichmässigen Zwischensubstanz bestehenden Gewebe zu thun, welche namentlich in der Lagena in querer Richtung eine regel- mässige, feine, helle Streifung zeigt (Taf. IX. Fig. 29. b.). Diese Streifen stehen in ziemlich gleichmässigen Abständen und sind sehr schwer zu sehen. Ob dieselben ven Fasern herrühren oder ob es vielleicht Kunst- producte sind, herbeigeführt durch den Schnitt, darüber vermag ich nicht zu enischeiden. Man bekommt sie auch nicht stetig zu Gesicht. Die Spindelzellen, deren Zellmembranen wahrscheinlich untrennbar mit der Zwischensubstanz vereinigt sind, zeigen einen deutlichen, rundlichen oder mehr länglichen Kern von 0,05” Durchmesser. Sie sind verästelt und ihre Zweige anastomosiren mit einander, wie man es in allen Abbildungen, in denen die Knorpel dargestellt sind, deutlich sieht. Von sonstigen Elementen ist Nichts zu entdecken. Dass das Ge- webe der Knorpel dem Bindegewebe zuzuzählen ist, ist unzweifelhaft, wenn man sieht, wie die Substanz allmählich in die des Periostes über— geht, was namentlich vorzüglich schön an den Fortsätzen zu sehen ist, die sich allmählich im Perioste verlieren. Die spindelförmigen Zellen rücken immer weiter auseinander, die Zwischensubstanz mehrt sich, die Fortsätze werden immer dünner und durchsichtiger, allmählich treten die kernhaltigen Gebilde des Periostes auf, mehren sich, und so bekommen wir ein Bild wie es Taf. VII. Fig. 40. anzeigt. Die in den Knorpeln eingebetteten Gefässe besitzen selbständige Wandungen. Der Theil, welcher in der eigentlichen Schnecke das Gewölbe über dem Ganalis cochlearis bildet , ist das Tegmentum vasculosum ,. wie es E Driters nennt. Dieses quergestreifte Gebilde legt sich. ausserhalb der Pars vestibularis dicht an den Knochen an, wie es der genannte Forscher schon erwähnt hat und steht hier mit dem Perioste durch die mehr.oder

ET

ee nn

Die Schnecke der Ve. 69

minder reichlichen früher 'beschriebenen bindegewebigen Stränge in Verbindung. Mit einer Einbiegung zu Anfang der Schnecke sich in die obere ausgehöhlte Fläche des Nervenknorpels nineinlegend, verlässt es diese mit der Abnahme derselben, haftet an der Spitze des oberen in- neren Winkels, der Gehörzähne nach Deirers, und geht mit einem Theil seiner Elemente auf die dem Ganalis membranaceus cochleae zu- gewandte Fläche über und grenzt sich hier scharf gegen die unterliegen- den Gebilde ab (Taf. VII. Fig. 16. m.). Von hier aus wölbt es sich zum dreieckigen Knorpel hinüber, setzt sich an die Spitze zur Seite des an- liegenden Knochenstäbchens und geht auf die innere Fläche über. Hier grenzt es sich ebenfalls scharf gegen die unterliegenden Gebilde ab (Taf. VIIl. Fig. 16.n.). Später rückt das Tegment an der inneren Fläche mehr in die Höhe. Hat die Spitze des dreieckigen Knorpels mehr die ausgeprägte Form einer Fläche angenommen, so lehnt sich das Tegment an den inneren oberen Winkel. Den Zusammentritt der Knorpel be- - kleidet es, wie schon erwähnt, nicht, sondern ist an dem, dem Kamme gegenüberliegenden Rande etwas ausgeschnitten und bildet hier die Begrenzung der Apertura canalis cochlearis. Der transversellen Strei- fung habe ich schon gedacht. Was die Befestigungsweise an den Knor- peln betrifft, so geschieht dies durch ein feines, klares Bindegewebe mit sparsam eingestreuten Kernen, und es findet sich dieses namentlich "häufig an der inneren Spitze der oberen Fläche des viereckigen Knor- pels. Ferner durch die Gefässe, die aus dem Knorpel in das Tegment treten. Die Verbindung mit dem dreieckigen Knorpel geschieht auf dieselbe Weise, ist jedoch viel lockerer. Es lässt sich hier leicht tren- nen und hinüberschlagen, so dass man dann schöne Flächenansichten sämmtlicher Gebilde innerhalb des Canalis membranaceus bekommt. Die transverselle Streifung anfangs am deutlichsten ausgeprägt, macht gegen die Lagena hin einem gleichmässigen Aussehen Platz. So wie die Knorpel nach oben hin sich zur Lagena zu schliessen beginnen, wird das Tegment immer mehr und mehr verdrängt (Taf. VII. Fig. 18. m.). - Schliesslich haben sich die Knorpel über dem Tegmente vereinigt, und dann findet es sich nur eine kleine Strecke weit innerhalb der Lagena Taf. IX. Fig. 19. h., Fig. 21. e.), bis die Knorpel derselben überall die gleiche Dicke erreicht haben. Drivers lässt das Tegment sich ganz bis zum Fundus hin erstrecken. Es ist mir aber nicht möglich gewesen, es so weit zu verfolgen, es wird bald von den später zu beschreibenden "Theilen abgelöst. Dann beschreibt Derrens ein tr aubenförmiges Hinein- ragen des Tegments in den Canalis membranaceus und Faltungen, _ namentlich aber eine tiefe Incisur. Auch mir sind Bilder zu Gesicht ge- kommen, die mir daseigenthümliche traubenförmige Hineinragen, wie es

70 | Dr, med. U. Hasse,

Deiters abbildet, zeigten, jedoch sind mir über das natürliche Vor- kommen Bedenken aufgestossen, denn ich sah einmal solche Bilder nur dann, wenn ich die Objeete sehr stark in Alkohol erhäriet hatte und schon ein Zusammenschrumpfen sämmtlicher Gebilde eingetreten war. An zweckmässig erhärteten Präparaten fand ich keine Spur dieser Her- vorragungen, dagegen zeigt die Lagena ein anderes Verhalten. Hier habe ich constant Bilder bekommen (Taf. IX. Fig. 49. h.), die denen von Deı- TERS gezeichneten gleichen. Hier findet sich das traubenförmige Hinein- ragen des Tegmentes nur nicht so lief, wie er es abbildet. Dann glaube ich auch, lassen seine Bilder sich dadurch erklären, dass seine Schnitte schräge über mehrere transverselle Streifen gefallen sind. Die histo- logische Strustur weist darauf hin. Sie ist sehr interessant, und im Wesentlichen so, wie Deirers es darstellt, doch glaube ich, in einigen Puneten eine andere Beschreibung geben zu müssen. Wenn DeITERS von Paltungen spricht, so bin ich vollkommen damit einverstanden. Die transversellen Streifen sind der Ausdruck dieser Faltungen (Taf. RX. Fig. 22. b.). Es besteht das Gewebe aus dreierlei Elementen, aus in ho- rizontaler Riehtung sich schlängelnden, mit einander anastomosirenden Gefässen, aus einem zarten Bindegewebe, in das dieselben eingebettet sind, welches ich beider Befestigungsweise des Tegment an den Knorpel

beschrieben habe, und aus bekleidenden Epithelzellen. Man kann das N

Verkäliniss dieser drei Elemente zu einander folgendermassen aus- drücken. Wir haben es mit einem Straium feinen, dünnen Bindege- webes zu thun, welches von einer Knorpelspitze zur anderen hinüber- gewölbt mit einer einfachen Zellenlage bekleidet ist. In diese Masse hinein sind die Gefässe gelegt und bewirken wenigstens im Anfange der Schnecke ein Faltenhineinragen in den CGanalis membranacens, Oftmals anastomosiren die Gefässe einer Falte hogenförmig mit denen einer anderen, und so kommen Verbindungen dieser hineinragenden Koulissen zu Stande (Taf, IX. Fig. 22. e.). Gegen die Lagena hin bewirken die Gefässe keine Faltung, daher. das gleichmässige Aussehen. Ein Längsschnitt durch das Tegment zeigi diese Faltung deutlich (Fig. 22,).. Die einzelnen Koulissen liegen ziemlich dicht an einander. Das Binde- gewebsstratum ist ungemein hell und durchsichtig, so dass die dasselbe \ hekleidenden Zellen von der Fläche gesehen , überall durchsebimmern u (Taf, VIL Fig. 8.). Da wo die Gefässe die Falten bilden, werden sieh die Zellen von beiden Seiten gegen einander neigen, undes wird bei Flächen- E: ansichten das Aussehen haben, .als seien die Gefässe überall von Zellen E

umgeben. Beim genaueren Hinblicken siebt man aber immer gleich- AR

sam eine Raphe und in dieser die Kontouren der. Gefässe durch das Pi helle St"oma schimmern (Fig. 8..b.). Geht nun ein Schnitt parallel F

Die Schnecke der Vögel. 11

mit dem Verlauf der Gefässe, so bekommen wir ein Bild, wiees Taf. VII.

_ Fig. 16. zeigt, wo man das Gefäss aus dem Knorpel heraustreten sieht und das Epithel glatt den Canalis eochlearis zu bekleiden scheint. Legt man den Schnitt so schräge, dass mehrere Streifen getroffen werden, so wird man ähnliche Bilder wie Drıters bekommen.

Dieser beschreibt nun zwei Arten von Zellen, peripherische und centrale. Erstere sollen rund, hyalin und grosskernig sein, letztere polygonal, mittelst feiner Ausläufer sich verbindend, granulirt, gelblich.

Die hyalinen Zellen ‚habe ich nicht wiederfinden können, und somit . bleiben nur:die anderen übrig, von denen Deiters eine gute Beschrei- bung geliefert hat. Ich wage es nicht länger, eine strenge Eintheilung

i in die Zellen zu machen, die sich in den Gefässzwischenräumen befin- - den und die, welche den Gefässen aufsitzen, wie es in meiner Disser-

tation geschehen ist, ich glaube, es sind alle im Wesentlichen dieselben

Gebilde, vielleicht dass die Zellen, die an den Faltungen sitzen, etwas

a ‚mehr aanlirt und grosskerniger ie auch nicht eine so v denen

- regelmässige Form besitzen, wie die in den Zwischenräumen, oder wie

man es besser bezeichnen könnte, an den Koberaaigztdlläh der Fal-

u ngen. Wie gesagt. ich lasse sohn Unterschied fahren. Es sind fünf-

oder seehseckige polygonale Zellen von 0,0146°" Durchmesser, die leicht

_ granulirt, einen hellen Kern mit Kernkörperchen zeigen. Die Zellen

Aepind: mehr cylindrisch 0,042”" hoch und an ihrem Ende ein klein wenig

_ zugespitzt und abgerundet. Da wo sie dem Knorpel aufsitzen, ins ihre

öhe um ein Unbedeutendes geringer (Taf. VII. Fig. 16. m. u. n.). Wo

zwei Zellenflächen im Winkel zusammenstossen (Taf. VI. Fig. 8. d.);

nden sich ganz feine zarte Ausläufer, die sich mit denen anderer

Z Zeller ‚verbinden und so eine feste Vereinigung zu Stande bringen. Der

allenkern besitzt einen Durchmesser von 0,0043"", das Kernkörper chen

von 0,001 6., in’ Wie soll man sich nun aber das Zustandekommen des traubenför-

nigen Hineinragens in die Lagena denken? Ich glaube, man kann sich as auf folgende Weise versinnlichen. In der eigentlichen Schnecke verlaufen die Gefässe in horizontaler Richtung. Treten die Knorpel nun zusammen und dringen die denselben aufsitzenden Gebilde nach, so vird der Raum für die Ausbreitung der Gefässe, die in reichlicher Zahl Sie. Lagena ernähren müssen, beschränkt. Sie fahren fort, sich zu schlängeln und zu anastomosiren, können es aber wegen der Be- schränktheit des Raumes nicht in rdkieintaiee Richtung , und so ge- sehieht es in senkrechter. > Nach unten zu wird der Ganalis cochlearis von det Scala tympani durch die sogenannte Membrana basilaris abgeschlossen. Sie ist schon

73 Dr; med. ©. hasse,

früher bekannt gewesen. Dieselbe ist, wie es Deirers beschreibt, als zartes, durchsichtiges Häutchen im Knorpelrahmen ausgespannt. Spitz an dem oberen Kamm der Knorpelleiste beginnend, nimmt sie dann plötzlich beträchtlich an Dicke zu, die ungefähr in der Mitte der Mem- bran am beträchtlichsten wird, doch näher dem Nervenknorpel, um sich dann sehr allmählich dünner werdend an den gegenüberliegenden Winkel des dreieckigen Knorpels zu inseriren (Taf. VI. Fig. 40... u. h.). Die Dicke der Basilarmembran in der Nähe des Nervenknorpels beträgt 0,0048”, die grösste Dicke 0,02”" und gegen den dreieckigen Knorpel hin 0,0064"®, Doch nicht überall findet sich diese Verschiedenheit in der Dicke der Membran. Im Beginne ist sie überall gleichmässig, erst weiter- hin treten die Unterschiede zu Tage (Taf. VU. Fig. 41.d.). Schmal leicht abgerundet an dem Zusammentritt der Knorpel imBeginne der Schnecke ihren Ursprung nehmend (Taf. VII. Fig. 4%. u. 47.) ist sie dann bis zur Lagena hin und ein kleines Stück in dieselbe hinein in immer mehr zunehmender Breite ausgespannt und inserirt sich hier in einer leichten Rundung die Convexität dem Fundus zugekehrt an einem Vorsprunge des Knorpels (Taf. IX. Fig. 21. h.). Die Membran hört da auf, wo die Knorpel in der Lagena eine gleichmässige Dicke gewonnen haben, was ja durch das eigenthümliche Verhalten der Knorpelleiste mit bedingt wird. Auf dem Querschnitt fein längs gestreift, zeigt sie auf der dem Canalis membranaceus zugewandten Seite häufig kleine dreieckige Vorsprünge und zuweilen auch längere dünnere Fäden. Jedoch ist dieses Verhalten 7 nicht constant, dagegen finden sich auf der der Scala tympani zuge- wandten Seite (Taf. VII. Fig. 16. Ah.) zellige Gebilde von 0,004 Durchmes- ser, die in mehr oder minder reichlicher Anzahl bald weit, bald dicht an einander stehend, die Membrana basilaris bekleiden. Es sind das mehr Kerne, an denen eine Zellmembran dicht um dieselbe herumliegend, nur selten wahrnehmbar ist. Der Kern hat einen Durchmesser von 3 0,0032==,. Ihr Vorkommen ist constant, aher ihre Menge, wie gesagt, variabel. Sie sind aber doch wohl als zellige Elemente, nichi aber als Kerngebilde zu betrachten. Betrachtet man die Membran in situ nach Wegnahme des Tegmentes von oben, so iritt die constante Zunahme an Breite schön zu Tage; einen Wechsel, wie ihn Deiters in seiner Figur 3 VII. abgebildet, habe ich nie gesehen, ebensowenig einen se spitzen Beginn. Ich habe dort immer eine leichte Rundung gefunden, dagegen tritt sehr schön die feine Streifung zu Tage, die er auch abbildet. Die Streifen verlaufen einander ziemlich parallel, etwas gewellt, schräge | gegen den Beginn der Schnecke vom vier- bis zum dreieckigenKnorpel.

Die Schnecke der Vögel, 713

ganze Dicke der Membran zu durchsetzen, woraus sich die Längsstrei-

fung in derFig. 10. erklären liesse. Ein eigenthümliches Verhalten zeigt . auch der Ansatz der Membran am dreieckigen Knorpel (Taf. VII. Fig. 10. h). Man sieht nämlich an einem kleinen Stücke derselben, an der dem - Canalis cochlearis zugewandten Seite häufig fest anhaftend eine schwärz- liche körnige Masse, in der sich nichts Bestimmtes erkennen lässt. Ich | komme darauf später noch einmal zurück. Einen Wechsel in der Rich- k tung der Streifen habe ich nichtentdecken können, wie es auch Drirers in seinen Abbildungen angiebt. Die Membran haftet nur sehr lose an en Knorpeln, inniger jedoch am Nerven als am dreieckigen Knorpel.

ui legt sich da, wo die vorhin beschriebene kennt Masse sich

© So hätten wir denn den Raum der knöchernen Schnecke mit allen ; gröberen Theilen, mit Ausnahme des Nerven, ausgefüllt, von welchem h jetzt reden will. Der Nervus acusticus iiirehbeiirt als dicker Strang 6 anglion eochleare) schräge die hintere Knochenwand des Vestibulum Find 'verläuft‘dort in dem früher erwähnten knöchernen Canale. Er legt sich dann nach Abgabe von Zweigen an den Anfang der Schnecke, die den Nervenknorpel leicht gekrümmt durchbohren (Taf. VIl. Fig. 41. b), unter die untere Fläche des viereckigen Knorpels und ändert nun nach "Abgabe von Fäserchen, die den Raum zwischen Knorpelleiste und dem rhin genannten Knorpel ausfüllen, sowohl seine Dicke, wie seine &. Der Nerv nimmt immer mehr an Dicke ab, und rückt immer hr nach oben gegen die Mitte der Membrana basilaris und tritt dann in die Lagena, sich dort in mehrere Zweige spaltend. Auf dem Durch- tritt. durch den Knorpel und auf die Endverzweigungen komme ich spä- zurück. Indem der Nerv anfangs die Scala tympani auf einen un- elmässig gestalteten Raum beschränkt, macht er denselben später ändig verschwinden, und dabei helfen die Fortsätze, die wir gegen die Lagena hin von den unteren Theilen der Knorpel ausgehen sehen. Diese umfassen den Nerven, vereinigen sich untrennbar, werden, je ner derselbe durch die Abgabe von Fasern wird, immer dicker, 'so kommt der Nerv im Knorpel der Lagena zu liegen, da er ja nach sn hin durch die veränderte Knorpelleiste von der Membrana basi- s und dem Ganalis cochlearis ahgeschlossen wird. Der Nervenstrang ht aus verschiedenen Theilen, aus feinsten Nervenfäserchen , aus ässen und Bindegewebe. Von letzteren Beiden ist nichts Besonderes 'zu bemerken. Sie verlieren sich in der Nähe der Lagena, wo der Strang eigentlich nur aus Nervenfasern besteht. Diese sind hell, durch- sichtig, ‚hyalin,, einfach contourirt, zeigen zuweilen Karel und

74 Dr, med, C. Hasse,

stehen im Beginne im Ganglion cochleare mit bipolaren Ganglienzellen in Verbindung. In ihrem Verlaufe sind sie nicht von Ale unterbrochen, was auch schon Deırers angiebt. | | |

Wir kommen nun zu den in physiologischer Beziehung interessan- testen Theilen der häutigen Schnecke, zu den Gebilden, welche: sich innerhalb des Canalis cochlearis befinden und sprechen da zuerst von der eigentlichen Schnecke, abgesehen von den Verhältnissen, die der Zusammentriti der Knorpel im Beginne zeigt, die ich später zum Gegenstande meiner Betrachtung machen werde, und schliesslich von der Lagena.

In der eigentlichen Schnecke müssen wir die Gebilde unterschei- den, welche dem viereckigen, dann die, welche der Membrana hasilaris und schliesslich die, welche dem dreieckigen Knorpel aufsitzen. ‚Wir haben es überall mit Zellen zu thun, die in einfacher Lage den be- | treffenden Theilen aufsitzen, und so ist dann, abgesehen von dem wahrscheinlichen Abscheidungsproducte einiger Zellen, der ganze Raum des Canalis membranaceus von einfachen Zellenlagen ausgekleidet, deren Dignität freilich eine verschiedene ist. Alle jetzt von mir zu be- schreibenden Zellenformen und die übrigen Theile des Ganalis sind schon von Derters gesehen worden. Dennoch wird meine Darstellung | der Verhältnisse in wesentlichen Puncten von der seinigen abweichen

und dieselbe zu ergänzen suchen. 2 a

Deirters beschreibt die Zellen, die dem Nena ul | als eylindrische Körper und Ialins Zellen. Erstere sollen den von ihm | sogenannten Zähnen des _ anhaften, letztere unter denselben | sich befinden. Die Fig. IV., V., VI. a Abbildungen von Zacken | am Knorpel und ihnen ee die eylindrischen Körper, die, ent“ | sprechend den Erhöhungen und Vertiefungen, eine verschiedene Rich- | tung annehmen müssen. Auf dem Durchschnitt sehen die obersten | Zellen nach seiner Darstellung mehr nach unten, Die darauf folgenden | stehen mehr horizontal und werden in ihrer Richtung von den dahinier liegenden gekreuzt. Ihre Höhe nimmt von oben nach unten zu, um | dann plötzlich den hyalinen Zellen Platz zu machen. Jede einzelneZelle | soll ein hobler, mehr polygonaler Gylinder sein, mit einem oberen ver- hreiteteren Ende. Die Zellmembran soll sehr zart sein, der Inhalt meh zähe, ofi Faltungen zeigend. Kern und Kernkörperchen liegen .deutli im Grunde. Die hyalinen Zellen sind gross, rund, grosskernig und liegen übereinander. Sie gehen bis an den Nervendurchtritt und wer den dann. von den Zellen der Basilarmembran abgelöst. ‚Serial in kurs zen Worten die Darstellung von Deirers. ei a

Die cylindrischen Körper des viereckigen Knorpels, die ich au

Die Schnecke der Vögel. en 75

een. nennen will, beginnen ohne irgend welchen vermittelnden rgang. da, wo die en Zellen des Tegmentes an.der inneren] Fläche ihr Ende finden (Taf. VIIL Fig. 16.). Es sind leicht verän- | ‚derliche Gebilde, im frischen Zustande klar, durchsichtig, byalin, darauf N werden. sie leicht granulirt; die Granula fliessen zu grossen Tropfen nen, die Zellen schrumpfen, die Zelilmembran platzt und die Tropfen treten heraus. Sie beginnen etwas niedriger, werden aber ‚gleich höher und sind zuerst gegen die Membrana bin ge- chtet. Allmählich werden sie horizontal, nehmen dabei an Grösse ählich ab und richten sich, je nach der Krümmung der inneren he immer mehr auf (Fig. 16. i), so dass gegen den Nervendurch- hin ‚die niedrig gewordenen, aber noch deutlich cylindrischen en senkrecht stehen. So zeigt, sich das Verhalten in der Mitte der necke. Die Abnahme der Höhe ist eine stetige und die Richtung chselt, anders dagegen im Beginne (Fig. 45. f), wo die concave he steiler abfällt und nur leicht ausgehöhlt und niedriger ist. Auch sehen die obersten grössten Zellen nach abwärts, die folgenden en horizontal, aber aufrecht stellt sich keine. Hier nehmen auch Zellen, nachdem sie sich eine kurze Strecke weit ziemlich auf der- en Höhe erhalten haben, plötzlich ab und werden niedrig. Von grossen hyalinen Zellen nach Demens habe ich nirgends etwas | können, es ist möglich, dass er sich durch Flächenansichten hat chen lassen, da die oftmals auftretende Schwierigkeit die dünnen embranen deutlich zu Gesicht zu bekommen und die Unregel- igkeit in ihrer Begrenzung leicht ein rundliches Aussehen vor- In kann. Ebenso ist es mir nicht gelungen, die zackigen Her- zungen und die davon abhängige Richtung der Zahnzellen zu Ge- zu bekommen. Allerdings habe ich eine leicht wellenförmige Be- ung der freien Zellenenden gesehen (Taf. VIII. Fig. 17. g) und es lässt ‚daraus der Schluss auf eine allmählich bald ab bald zunehmende e der Zahnzellen. in derselben Ebene machen, doch ist der wellen- ge Contour zu unregelmässig, um für den Wechsel in der Höhe ' len: irgend welche Regel aufstellen zu können. Gegen dieLagena eibt die Höhe derselben, wenn man Flächenansichten betrachtet, und dieselbe. Da ich Knorpelhervorragungen und Vertie- n nicht wiederfinden konnte, so ist mir auch auf dem Querschnitt ich kreuzende Richtung der hinter einander liegenden Zellen ent- . Um sich über die Form der einzelnen Zellen besser zu ver- sern, ist es durchaus nöthig, die Schnecke auf längere Sirecken > Tesments zu entkleiden, die später zu erwähnende Lamina fene- irata abzuheben und nun von oben den Canalis cochlearis zu be-

78 "Dr. med. ©. Hasse,

irachten. Man sieht dann, dass die einzelnen Zellen polygonale Gebilde sind mit grossem Kern und Kernkörperchen im Grunde. Der Zellen- durchmesser, der nach unten zu etwas abnimmt, beträgt 0,01”, der "Kerndurchmesser 0,004=". Die Höhe des obersten Zahns im Anfange der Schnecke 0,4”", die Höhe der untersten 0,04==. Im weiteren Ver- laufe ist die Höhe der obersten Zellen 0,4"°®, die Höhe der untersten 0,096%®. Namentlich da, wo die Fläche stark gekrümmt ist, bekommt man die Zellen schön zu sehen, der Kern muss aber wegen der schrä- gen Richtung mehr wandständig sichtbar werden. Man bemerkt auf Flächenansichten auch, dass die einzelnen Zahnzellen hell, klar, durch- sichtig sind, von einem Lumen habe ich Nichts gesehen. Der Zellinhalt scheint allerdings zäher zu sein. Die Zellmembran ist äusserst fein. Schwieriger sind auf Flächenansichten die einzelnen Zellen im Beginne der Schnecke zu erkennen, da hier die innere Fläche steil abfällt und man also eine dicke Zellenlage im Profil zu sehen bekommt. Nur die Spitzen der obersten Zellen (Taf. VII. Fig.14.f} ragen alsein heller, klarer, hyaliner Saum über die dunkle Masse der übrigen herüber, in der nur 2 mit Schwierigkeit die Zellcontouren zu erkennen sind. Das freie Ende der Zellen stellt sich mehr abgerundet dar, während ich von einer Platte Nichts bemerken konnte. Wie der Ansatz am Knorpel sich ver- hält, darüber vermag ich nichts Bestimmtes zu sagen, es ist aber, 4 glaube ich, nichts Besonderes darüber zu melden, sie sitzen einfach dem Knorpel auf. Um eine endgültige Entscheidung über die Natur ° der Zellengrundfläche zu fällen, müsste man intacte Zellen isoliren, 7 und das ist mir trotz aller Mühe nicht gelungen, sie veränderten sich © immer mehr oder minder auf die schon angegebene Weise. Ich habe 5 auch zuweilen auf dem Querschnitt eine feine Streifung der Zellen ge— 1 sehen, wage aber nicht zu entscheiden, ob das ein natürliches Vor- kommen ist. Ich bin mehr geneigt, es auf Rechnung geringer stattge- fundener Veränderungen zu schreiben. Alle diese Zellen, die ich bis jeizt eingehender beschrieben, stehen wahrscheinlich in Beziehung zu | der später zu erwähnenden Lamina fenestrata (Derrers). Dies ist nicht % der Fall mit der Fortsetzung der Zahnzellen auf dem Nervendurchtritt. Die cylindrischen Zellen hören nämlich am Beginne des Nervendurch- 4 | trittes auf und werden von einer mehr oder minder reichlichen Anzahl | rundlicher Zellen, deren Zahl sich nach der Breite des Durchtrittes richtet, abgelöst. Sie gehen nie bis an die Knorpelleiste, sondern im- mer findet sich ein Raum zwischen ihnen und dem Ansatz der Basilar- membran (Taf. VII. Fig. 18. f). Sie kommen leicht aus der Lage und sind recht schwer in situ zu erhalten. Ich halte sie für eine Fortsetzung der Zahnzellen, da der Durchmesser der Kerne bei beiden der gleiche ist.

Die Schnecke der Vögel. ie 79:

Die feine, klare Zellmembran schliesst sich ziemlich dicht um den Kern und daher rührt das kugelförmige Ansehen derselben. | .. Gehen wir nun zu den Zellen über, welche den dreieckigen Knor- - pel bekleiden, so zeigen diese mehr Veränderungen vom Beginne der "Schneeke an bis zur T.agena, als die Zahnzelien. Im Anfange ganz oben an der inneren concaven Fläche des dreieckigen Knorpels als hohe eylindrische Zellen von 0,03”® Höhe beginnend, nehmen sie von da 3 ‚stetig mehr an Höhe bis zu 0,008"% ab. Aufinslich mehr horizontal | stehend (Taf. VII. Fig. 45. d u. 17. b) richten sie sich entsprechend der Nlachen Krümmung immer mehr in die Höhe. Von oben gesehen , sieht man deshalb die obersten Zellen en profil, die darauf folgenden jedoch mımer mehr von oben (Fig. 17. b und d). An diesen Flächenansichten bemerkt man nun zugleich, dass die Höhe der obersten Zellen wie die er entsprechenden Zähne um ein Geringes wechselt, bald sind sie er, bald niedriger, und so zeigt sich das freie Ende der en profil sehenen Zellen von einem leicht wellenförmigen Contour begrenzt. näher wir nun der Lagena kommen, je mehr das Tegment auf. die innere Fläche des dreieckigen Knorpels herunterrückt, desto mehr ver- ‚schwinden die anfänglich hohen Cylinder, die Zellen werden niedriger, hre grösste Höhe beträgt 0,02"", ihre geringste 0,046"; das ceylin- ‚drische Aussehen aber bleibt. Diese Zellen bekleiden nun aber nicht bloss den Knorpel, sondern auch noch ein Stück, und zwar ungefähr /a der Membrana basilaris vom Beginne bis zu ihrem Ende, und zwar jerall in gleicher Breite (Taf. VII. Fig. 14. du. 16. e), ausgenommen jatürlich an dem abgerundeten vorderen und hinteren Ende, wo die llen geringer an Zahl werden müssen. Diese haben eine Höhe von 43mm und einen Durchmesser von 0,0064"®, Die einzelnen zelligen ilde sind hyalin, unregelmässig also mit einem schönen klaren on und einem dunklen Kernkörperchen im Grunde. Der Durch- ser der Zellen nimmt von oben bis zu ihrem Ende auf. der Basilar- nbran, wenn auch um ein Geringes continuirlich ab. Das Aussehen ellen verändert sich ungemein leicht. Sie zerfliessen viel leichter | als die Zahnzellen, ohne zu schrumpfen und ihren Inhalt austreten zu n. Sie werden leicht fein granulirt und ihre Zellmembranen, die ne grosse Feinheit besitzen, lassen sich dann nur schwer erkennen. a,Knorpel liegen sie recht lose an. Ihr freies Ende zeigt sich etwas ‚abgerundet. Die der Membrana basilaris aufsitzenden Zellen halten ' sich am längsten und zerfallen in den schon früher an dieser Stelle be- hriebenen fest anhaftenden körnigen Detritus. Gegen die Zellen des Tegmentes sind sie scharf abgesetzt. Die Zeichnung, die Derrers von | diesen Zellen giebt, entspricht recht gui dem, wirklichen Verhalten,

78 Dr, med, €. Hasse,

doch scheint er die der Basilarmembran aufsitzenden Zellen nicht ge- sehen zu haben.

Wenden wir uns nun zu dem Zusammeniritt der Bier im Be- ginne der Schnecke, so entspricht das von mir in meiner Dissertation beschriebene Verhalten nicht genau dem wirklichen Verhältmiss; es kommen noch Gebilde in Betracht, deren ich dorı im Interesse der Ein- fachheit der Darstellung keine Erwähnung gethan habe. Dies werde ich jetzt nachtragen. Um wiederum mit den Zahnzellen anzufangen, so scheinen die hellen, die tiefer liegenden Zellen überragenden etwas unterhalb des Niveaus der Stelle, wo die später zu erwähnenden Stäb- chenzellen ihren Anfang nehmen, beim ersten Anblick plötzlich mit einer leichten Krümmung aufzuhören. Doch nur scheinbar, man be- merkt bald, dass wenigstens ein Theil derselben sich in die Tiefe be- giebt, hier noch halb im Profil sichtbar wird und mit einer leicht wellen- förmigen Linie an ihren freien Enden begrenzt wird (Taf. VIN. Fig. 17. m). Sie erreichen erst ihre Endschaft, wenn sie in leichter Biegung an der entgegengesetzten Seite den Ort, wo die Stäbchenzellen ihren Anfang nehmen, erreicht haben. Sie bekleiden also noch in der Tiefe die in- nere gekrümmte Fläche des Knorpelzusammentritts. Ich werde auf die mögliche Bedeutung dieses Verhaltens später bei der Lamina fenestrata zurückkommen. Doch nicht alle Zahnzellen erreichen s0 ihre Endschaft, es sind nur die unter den oberflächlichen gelegenen nächst tieferen. Die oberflächlichen wenden sich in doppelt Sförmiger Krümmung (Fig. 17. A) zur Seite und enden hier allmählich kleiner werdend ın einer Hervorragung. Sie sitzen dem Stamme der früher beschriebenen Knorpelaushöhlung gegen die obere Fläche des viereckigen Knorpels hin auf. Eine andere Erklärung dieses merkwürdigen Verhaltens bin ich für jetzt ausser Stande zu geben. Abgesehen von dieser Fortsetzung der Zahnzellen wird diese Vertiefung von kleinen, unregelmässig polv- sonalen, stark granulirten Pflasterpithelzellen von 0,0072"% Durch- messer ausgekleidet, die wir auf der Kante en profil, in der Tiefe von der Fläche sehen (Fig. 17. o und n). Die einzelnen Zellen zeigen einen ziemlich grossen, rundlichen Kern von 0,005" Durchmesser, der nur undeutlich durch den stark granulirten Inhalt durchschimmert. Jeder Kern besitzt ein Kernkörperchen. Ueber einen Theil dieser Knor+ pelvertiefung und’ deren Pflasterepithelzellen weg verläuft der Ganalis reuniens zur Ampulle und daher wären diese Zellen wohl als Zellen des Canalis reuniens zu bezeichnen. Wie verhält es sıch nun aber mit den | Zellen des dreieckigen Knorpels? Die oberflächlichen erreichen im einer starken Hervorragung, die sich unmittelbar an die vorhin genannten. Pflasterepithelzellen anschliesst, ihr Ende (Fig. 17. ec). In dieser -

Die Schnecke der Vögel, ni 79

vorragung beginnen die Zellen niedrig, steigen dann zu einer beträcht- lichen Höhe auf, um schliesslich wieder niedrig, doch noch deutlich eylindriseh, nur durch ihr hyalines Aussehen scharf gegen die granu- Jirten Pflasterzellen abstechend, zu enden. Da nun die flache Krüm- mung der inneren Fläche des dreieckigen Knorpels beim Zusammentritt - mit dem viereckigen stärker ausgeprägt und sieiler wird, so müssen die polygonalen Zellen, die man am dreieckigen Knorpel von oben sah "Pig. 17. d), je näher wir dem Zusammentriti mit dem viereckigen '* Knorpel kommen, immer mehr von der Seite sichtbar werden (Fig.

“4. 'p)und da nun die Höhe der oberflächlichsten nicht viel von der Höhe der Zahnzellen abweicht und auch das Aussehen nicht sehr different ist,

so ‚bekommen wir leicht Bilder wie in Taf. VIH. Fig. I%., wo es scheint,

als ob die Zahnzellen bogenförmig um den Knorpelzusammentritt bis | um eigentlichen dreieckigen Knorpel herumgingen, während sie doch, wie vorhin erwähnt, weit früher enden. Nur so kann ich mir die dunkle Lellenmasse (Fig. 17. p), die scheinbare DOPISeLzUmG, der Zahnzellen,

' Bevor ich näher auf die Auskleidung der Lagena eingehe, will ich uvor die Gebilde beschreiben, die sich noch oberhalb der Basilar- m »mbran und dem Nervendurchtritt befinden. Ich meine die von evpig zuerst beschriebenen, von Deirers sogenannten Levnie’schen Zellen und die von Drivers entdeckte Lamina fenestrata. Derrers beschreibt als Leypie’sche Zellen der Basilarmembran mit em spitzeren abgeplatteten Ende aufsitzende Gebilde, mit deutlichem

| en zeigen sie nach ihm einen verdickten Saum, der unter Umstän- len ähnlich wie bei den Darmeylindern in einzelne Gilien zerfällt. ne reihenweise Anordnung auf der Basilarmembran ist nieht zu er- nen. Dann sollen zwischen diesen Zelien nicht zu denselben ge-

nde freie Kerne liegen, deren Membran zu erkennen ihm nicht ge- wollte. Lewis zeichnet diese Zellen mehr rundlich und lässt sie ich oben zu einen hakenförmig gebogenen Stachel, aber keinen sol- en Satım tragen, wie Drırters ihn beschrieben. Nach Deitens sollen ’die einzelnen Zeilen auch granulirt zeigen.

Was nun meine Untersuchungen dieser wichtigen und interessan- en Gebilde betrifft, so ergeben diese folgendes: Sie finden sich vom | Beginn der Schnecke bis zur Lagena oberhalb der Membrana basilaris | und müssen danach, da die Zone der Membran, weiche von den Zellen des dreieekigen Knorpels eingenommen ist, nirgends an Breite zu oder | abnimmt, beständig an Zahl zunehmen, ontisphechekid der Zunahme der Buedlormeinbran: Doch so ganz einfach ist das Verhältniss nicht. Wir

80 Dr, med. ©. Hasse,

sehen namentlich im weiteren Verlaufe der Schnecke die Zellen über die Knorpelleiste hinübergehen und sich so weit erstrecken, als»sich die Grenze des Nervendurchtritts am. viereckigen Knorpel findet. ‘Wegen der schwierigen Anfertigung von Präparaten vermag ich nicht zu unterscheiden, ob etwas Aehnliches auch im ersten Anfange der Schnecke sich findet; ich glaube es nicht. Die Zellen seizen sich nicht auf die senkrecht abfallende innere Fläche des Nervenknorpels fort, sondern ünden sich dort nur oberhalb der Basilarmembran. Dagegen bekleiden sie noch als eine papillenartige Hervorragung jenseits des Ansatzes der Membran eine Strecke weit den Zusammentritt der Knor- pel, bis dahin, wo die Krümmung sich nach. oben wendet (Fig. 17. )). Von dieser leicht abgerundeten papillenartigen Erhabenheit an nehmen die Stäbchenzellen continuirlich an Zahl zu, ohne dass eine Zählung möglich wäre, da eine reihenweise Anordnung, wie auch schon DEITERS hervorhebt, nicht stattfindet, und enden dann wieder in der Lagena entsprechend der Art und Weise des Ansatzes der Basilarmembran mit einer gegen den Fundus hin gerichteten Krümmung. Diese papillen- 2 artige Wulstung im Anfange der Schnecke bleibi auch dann, wenn die Zellen über den Nervendurchtritt hinübergetreten sind, und dann dacht sie sichin einer leicht bogenförmigen Krümmunggegen die Zellendes drei- eckigen Knorpels ab (Taf. VIII. Fig. 16. 9). Begreiflich ist, dass bei dieser Lagerung der Stäbchenzellen über dem Nervendurchtritt die kugeligen Zellen (Taf. VII. Fig. 18. f), die aus dieser Gegend vorhin beschrieben wurden, unter denselben zu liegen kommen. Es möchten das vielleicht die freien Kerne sein, die dem Beobachtungstalent eines Deıters nicht entgangen sind. Das Uebertreten der Zellen über den Knorpel hat Dun- ters nicht beschrieben, wohl aber findet sich davon eine Andeutung in seiner Fig. XIV. Uebrigens sieht man nie die Zellen dem Knorpel oder der Basilarmembran aufsitzen, es findet sich anfangs ein beträcht- licherer,, später allerdings mehr abnehmender und immer schmäler 3 werdender Zwischenraum, der von einer Masse ausgefüllt ist, auf die ich später, bei der Beschreibung der Nervenendigungen zurückkomme, Somit trifft weder die Leypie'sche noch die Deirers’sche Beschreibung vollkommen zu. Indem sich nun die Stäbchenzellen über dem Nerven- durchtritt in Gestalt eines Wulstes erheben, den ich Papilla spiralis nennen will, muss zwischen dieser und den niedrig gewordenen Zahn- | zellen des viereckigen Knorpels ein sich gegen den Grund zuspitzender | Zwischenraum ein Sulcus bilden, den ich Suleus spiralis nenne (Fig; 16. s),; auf welchen ich noch zurückkomme. Gegen die Zellen des dreieckigen Knorpels auf der Basilarmembran heben ‚sich! die. Zeller deutlich und scharf ab. Die Papille im Anfange der Schnecke schein

- Die Sohnecke der Vögel. 81

. etwas kolbig verdickt und zeigt dahinter eine leichte Einschnürung. In wie weit hier optische Erscheinungen mit ins Spiel kommen, dar- über will ich mich hier für einmal nicht entscheiden. Es wäre denkbar, - dass die Zellen in der breiteren Papille flacher auflägen und die da- hinter gelegenen sich stärker hervorwölbten, um sieh dann in der Er- hebung gleich zu bleiben. So könnte ein Bild zu Stande kommen, wie "es Taf. VII. Fig. 17. 1 zeigt. 6 "Was nun die einzelnen Zellen betrifft, die ich aus später zu er- L% ei nandese Analogien, Stäbchenzellen nennen möchte, so ist das Bild, Eiras Leybis von ihnen gegeben hat, im Ganzen genommen mit dem, welches ich geben werde, mehr übereinstimmend als Driters’ Dar- ‚stellung. Allerdings sind die Zellen nicht rundlich, wie jener Autor ‚sie zeiehnet, aber den stachelartigen Fortsatz habe ich nie fehlen sehen. Der Derrers’sche Verdickungssaum ist ebenfalls vorhanden, ebenso das spitzen gegen die Basilarmembran. Auf der Fläche gesehen, präsen- irt sich jede Stäbchenzelle als ein unregelmässig polygonales Gebilde Fig. 17. !) mit grossem Kern, in dem ınan ein punctförmiges Kern- örperchen wahrnimmt. Der Horeliuesken des Kerns beträgt 0,0025"*. ehr häufig bekommt man die unregelmässig polygonalen Eovionsen r Zeilmembran nicht zu Gesicht, und es sieht dann aus, als hätten res mit zerstreut stehenden, rundlichen Zellen zu thun (Fig. 17. f}. ie Zellmembran muss demnach äusserst fein und zart sein. Jede Zelle st etwas granulirt. Auf dem Querschnitt bemerkt man, dass wir es einem eylindrischen Gebilde zu thun haben (Taf. IX. Fig. 23. a), dessen jsste Breite sich nach oben zu findet und 0,0056" beträgt. Von hier s spitzt sich die Zelle allmählich nach unten zu, doch mit einer leich- ‚Einbiegung hinter der breitesten Stelle. Hat die Zelle sich nach en zu nun so zugespitzt, dass ihre Breite 0,004” beträgt, so geht "in einen Faden über, von dem wir später reden werden (Fig. ö e). Die Zellen Busen dicht an einander gedrängt, weichen nur ‚unten zu wegen des abnehmenden Durchmessers etwas auseinan- Die Zellmembran sieht man als zartes Häutchen mit einem hyalinen ume (Fig. 23. d) den Kern umfassen, der sich in Karmin prächtig t: Als Inhalt der Zelle namentlich dicht um den Kern herum ge- lagert, finden wir eine feinkörnige, gelbliche Masse. Ob dieses gra- irte Aussehen Folge einer stattgehabten Veränderung ist, weiss ich ‚zu sagen, möchte es aber glauben, da die Gebilde im höchsten ade zart sind und sich oft auch ein Wechsel in der Menge der Gra- ı findet. Die Spitze unten hält sich am längsten hyalin, klar, rchsichtig, ebenso wie der Faden, in den sie ausläuft. Die Höhe der täbchenzelle beträgt 0,042”®. Nach oben hin, wo die Zelle ihre grösste i Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. XVII. Bad. 6

al

82 Dr. med. 0. Hasse,

Breite besitzt, zeigt sich ein ebenfalls längere Zeit hindurch durch- sichtig bleibender Verdickungssaum von 0,001 6"* Stärke, ähnlich dem der Darmeylinder, wie Derrers schon richtig bemerkt. Die Streifung desselben ist eine äusserst zarte; einen Zerfall in Cilien zu sehen, ist mir leider nie gelungen, zweifle aber nicht an der Richtigkeit der Be- obachtung des obengenannten Forschers. - Dieser helle Verdickungs— saum spitzt sich plötzlich zu einem dicken bald sehr spitz werdenden gekrümmten Stachel zu (Taf. IX. Fig. 23. c), dessen Durchmesser an der Basis 0,002”, dessen Höhe 0,005” beträgt. Der Stachel ist, wie ick gefunden habe, schwerer vergänglich als die Stäbchenzelle selbst und ‚zeigt eine äusserst feine Längsstreckung, über deren Natur ich keines- wegs im Klaren bin. Sieht man den Verdickungssaum etwas von der Fläche, so scheint es, als ob der Stachel aus einer becherförmigen Ver— tiefung herauskäme. Die Krümmung des Stachels ist eine verschiedene, je nach der Lage der Stäbchenzellen. In der Papilla spiralis geht .die Concavität der Krümmung gegen den Grund des viereckigen Knorpels, ‚in der Mitte steht der Stachel ziemlich senkrecht, . gegen das Ende krümmt sich derselbe jedoch gegen den dreieckigen Knorpel. Auch die Lage der Stäbchenzellen ändert sich, wie gesagt. Am Suleus spiralis liegen dieselben mehr horizontal, richten sich in der Papilla spiralis immer mehr auf und stehen von deren Höhe an bis zum Ende gegen den dreieckigen Knorpel hin senkrecht zur Basilarmembran (Taf. IX. Fig. 26. d). DieKrümmung der Stachel hat Leypig sehr gut ausgedrückt. Von der Fläche gesehen, habe ich nie solche Bilder von den rn zellen bekommen, wie Dirmeis sie Fig. XI. zeichnet

Die Lamina fen von der ich jetzt reden will, hat Deitens zuerst entdeckt und er beschreibt sie folgendermassen. Sie ist in der Höhe der Zähne quer durch den Raum der Scala vestibuli ausgespannt

und theilt sie dadurch, ausser in die eigentliche Vorhofstreppe, in den

Canalis cochlearis. Die Membran ist gefenstert mit Oeffnungen. Sie ist hyalin, structurlos und gehört nicht zum Bindegewebe. Sie besteht, aus mehreren übereinander liegenden Schichten, die eng verbunden

sind, und deren Löcher sich nicht vollkommen decken, so dass durch

ein Loch die Zwischensubstanz der unterliegenden Lage gesehen wer- den kann. Häufig ziehen sich über die Membran nicht scharf conteu—

rirte Faserzüge. Diese sollen durch Abdrücke der Elemente des Teg-

mentes hervorgerufen sein.. Ferner laufen zuweilen glänzende Fäser-

chen von einem Loche zum anderen. Auf der einen Seite in der Höhe

der von ihm beschriebenen Zähne angeheftet, verbindet sie sich an der gegenüberliegenden Seite mit dem zwischen Knorpel und Tegment be- findlichen Bindegewebe. Doch entscheidet er sich über letztere Be-+ '

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‚Die Schnecke der Vögel. 833

festigungsweise nicht mit Bestimmtheit. Er beschreibt dann Zacken, deren Zahl den Zwischenräumen zwischen seinen Zähnen entspricht. Jede Zacke reicht bis auf den Boden der Zwischenräume und befestigt sich hier theils am Knorpel, theils am Tegment. Die Breite der Mem- * bran nimmt allmählich zu. Von den Löchern beschreibt er drei Arten. F: Die ersten den Zacken am nächsten gelegenen sind länglich, die folgen- den rundlich und zuletzt finden sich grosse, länglich runde. - = Meine Anschauung von diesem Gebilde weicht beträchtlich von - dieser Darstellung ab, namentlich darin, dass die Membran nirgends in Beziehung zum dreieckigen Knorpel steht, dass sie unmittelbar den Zähnen an und den Stäbchenzellen aufliegt und sich niemals weiter erstreckt, als diese selbst. Diese Lamina fenestrata oder tectoria, wie - ieh sie nennen möchte, ist ausserordentlich leicht aus ihren Verbin- dungen zu lösen und namentlich wird sie durch Querschnitte bei den - meisten Vögeln ausserordentlich leicht aus der Lage gebracht. Nur die Taube bildet von den von mir untersuchten Vögeln aus mir unbekannten Gründen eine Ausnahme. Bei ihnen ist die Membran am leichtesten _ in situ zu erhalten. Häufig gelingt es, das ganze Gebilde unversehrt herauszuziehen (Taf. VII. Fig. 12.) und dann bemerktman, dassman esmit einer leicht Sförmig gekrümmten, durchsichtigen Membran zu thun hat, die durch schräge verlaufende feine Parallelstreifen charakterisirt ist [. {Fig. 12. d). Schmal abgerundet beginnend {Fig. 12. a) nimmt sie N allmählich immer mehr an Breite zu, um mit einer Rundung (Fig. 12. e) Bz ‚entsprechend der der Basılarnembran in der Lagena zu enden. Ihr innerer Seitenrand ist seinem grössten Theile nach, namentlich im Be- ginne der Schnecke, unregelmässig gezackt und PERERERTIN die | einzelnen Zacken (Fig. 12. db und Fig. 13. d) sind bald: mehr spitz, I: ‚gekrümmt, bald mehr stumpf, höckerförmig. Die Incisuren sind dem- |: mach mehr oder minder tief. Allmählich werden: die Zacken und Ein- | schnitte niedriger und flacher und schliesslich zeigt die Membran eine | scharfe, leicht gewölbte Begrenzung. Der andere Seitenrand zeigt "Niehts von Hervorragungen und Vertiefungen. Die transverselle Strei- fung geht schräge gegen das in der Lagena befindliche Ende vom ge- 8 zackten zum glatten Rande. Betrachtet man die Membran in situ, so | sieht man, dass der gezackte Rand sich genau den Contour der Zahn- | zellen anschmiegt, und von deren wellenförmiger Begrenzung habe ich ja schon früher gesprochen. Im Beginne der Schnecke an dem Zusam- | mentritt der Knorpel befestigt sie sich an die früher beschriebeneFori- setzung der Zahnzellen in die Tiefe gegen den dreieckigen Knorpel hin | (Taf. VIII. Fig. 17. m). So inLage betrachtet, zeigt sich die Membran voll- | kommen klar, durchsichtig und lässt die darunter gelegenen Theile mit 6*+

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84 Dr. med. 0. Hasse,

Deutilichkeit erkennen, nur ihr den Zahnzellen gegenüberliegender Rand bleibt als dunkle Linie undeutlich sichtbar und giebt über ihr Vorhandensein oder Fehlen Aufschluss. Von den Zähnen aus erstreckt sie sich nun über die Stäbchenzellen hinüber bis an deren Ende, aber nicht weiter. Niemals geht sie auf die auf der Membrana basilaris, be- findlichen Zellen des dreieckigen Knorpels über. Ein Querschniit be- lehrt uns am Besten über diese Wechselbeziehung zwischen Membran, Zahn- und Stäbchenzellen. Von den obersten Zahnzellen dünn ent- springend (Taf. VII. Fig: 16. f) nimmt sie nach unten aber nur in geringem Masse und allmählich an Dicke zu, senkt sich in den Suleus spiralis mit einem breiten, stumpfspitzig endenden, gegen den Nervendurch- writt leicht gekrümmien Fortsatz (Fig. 16. s), zeigt auf ihrer Oberfläche entsprechend dem Sulcus spiralis eine Aushöhlung und verläuft nun die Zapfen der Stäbchenzellen bis zum Verdickungssaume aufnehmend, allmählich, aber nur um ein Geringes dünner werdend, bis zur letzten Stäbchenzelle und endet hier mit einem leicht abgestumpften Rande. Dies ist das Verhalten im grössten Theile der eigentlichen Schnecke bis in die Lagena hinein, wo die Basilarmembran und die Zahnzellen enden. Leider vermag ich keine sicheren Aufschlüsse über das Verhalten der

Membran im Durchschnitt aus dem Anfange der Schnecke zu geben.

Ich habe auch hier das zapfenartige Hineinragen in «en Sulcus spiralis

gesehen, aber ob die Membran hier nicht eine beträchtlichere Dicke

wie weiterhin besitzt, ist mir nicht möglich gewesen, definitiv zu ent- scheiden, weil dieselbe leicht aus der Lage gerückt wird, sich umlegt und so ein dickeres Aussehen vortäuschen kann. Ich möchte erwähnen, dass beim Betrachten der Membran von der Fläche, man mit derselben Einstellung des Focus alle Theile gleich deutlich sieht. Unumstösslich ist der Beweis nicht für die gleichmässige Dicke der Membran am An- fang und Ende, und muss ich auch die Sache fürs Erste unentschieden lassen, so möchte ich doch auf diesen Punct aufmerksam gemacht

haßen. Um noch die Maasse nachzutragen, so beträgt die Dicke der

Membran zu Anfang an den obersten Zahnzellen 0,004”, über der

Papilla spiralis 0,009", über den letzten Stäbehenzellen 0,0074". Durch das Hineinragen der Zapfen der Stäbchenzellen bis zum

Verdickungssaum, durch das feste Anliegen der Membran an den Zahn-

zellen müssen Eindrücke und Löcher an derselben zurückbleiben, die |

an den verschiedenen Stellen je nach der Richtung der hineingesenkten Gebilde eine verschiedene Form haben müssen. In der That ist dieses

auch der Fall. Da, wo die Zahnzellen sich an den zapfenförmigen Her- vorragungen und die zwischen ihnen ‚liegenden Vertiefungen anlegen, siehtman, wenn man dieMembran von der Fläche betrachtet, flache, läng-

Die Schnecke der Vögel. 85

‚lich runde, allmählich schmäler werdende Abdrücke (Taf. Vf. Fig. 13. c). Dieses eigenthümliche Aussehen der Eindrücke polygonaler, runder Zellen beruht hauptsächlich darauf, dass wir dieselben bei einer Flächenansicht der Membran mehr oder minder von der Seite zu sehen bekommen. Die obersten Zellenabdrücke werden am deutlichsten ge- sehen werden, die untersten am wenigsten. Vergegenwärtigt man sich

das Verhalten der Zahnzellen, ihre allmähliche Höhenabnahme, die

Veränderung ihrer Stellung, so wird die vorhin beschriebene Einwir. kung auf die ihnen dicht anliegende Lamina tectoria einleuchtend sein.

Ri Da nun, wo wir die Membran über die Papilla spiralis wegziehen [

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2 Seas = i FR

sehen, dieselbe des Fortsatzes in den Suleus spiralis wegen ihre be- u trächtlichste Dicke besitzt, müssen die von den Zapfen gebildeten Löcher & ein anderes Aussehen bekommen, als da, wo sie in ziemlich gleicher E Dicke über die senkrecht stehenden Stäbchenzellen verläuft. Bei erste- E ren sind die Löcher überhaupt nur schwach sichtbar wegen der Dicke " der Membran und wegen der horizontalen Richtung der Zapfen (Fig. | % 13. b), später, je mehr die Stäbchenzellen sich aufrichten, werden die Löcher länglich rund, rundlich und gehen dann schliesslich in die l deutlich sichtbaren, recht scharf begrenzten, rundlichen oder etwas - länglich rundlichen Löcher oberhalb der senkrecht stehenden Stäbchen- zellen über (Fig. 13. a). Die Streifung, die auch auf dem Querschnitt gen Ausdruck findet, ist in der Fig. 13. nur in der Mitte deutlich 8 sichtbar. Ob die göten Granulationen der Membran als normal zu be- i trachten sind, oder ob sie schon auf Veränderungen hindeuten, vermag LE N" ich nicht zu sagen. Die ganze Membran ist wohl als eine Cuticularbil- dung der Zahnzellen aufzufassen (doch wären zum Beweise dafür | embryologische Studien unumgänglich nothwendig). Ihre Consistenz | Bm: festweiche. Ihr chemisches Verhalten habe ich nicht on | Dasigen haben nur einen ee Werth, da, wenn man nee ie methoden anwendet, ein Schrumpfen der Masse eintritt. In’ Alkohol Ei see die Membran a un. habe ich N entdecken kön-

MN Wenden wir uns nun zu der Lagena. Derknis hat inch hierin zu- erst Licht gebracht und trotz der grossen Schwierigkeiten den Bau im E einsen genommen, sehr richtig erkannt. Er beschreibt, wenn wir | = vom un die ste die dieselbe auskleiden , ne

| bleiben die! eylindrischen Körper, lehnen vom Grunde bis obenhin | saslieh' an Höhe ab und hilden hier einen allmähblichen Uebergang mu schön rundlichen Epithelzellen, die sich gegen die Zellen des Teg--

86 Dr. med. 0. Hasse,

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mentes abgrenzen. Die gegenüberstehende, dem dreieckigen Knorpel angehörende Fläche, wird von einem länglich geformten Epithel be- kleidet. Bei den wesentlichen Zellen der Lagena haben wir es mit zwei Arten zu thun, mit cylindrischen, die mit den Spitzen dem Knorpel aufsitzen und mit Zellen, die an ihrem freien Ende ein feines, lange persistirendes Härchen tragen. Dazwischen liegen kernhaltige Gebilde, deren Zellmembranen Deiters nicht mit Deutlichkeit erkannte, an denen sich nach beiden Seiten hin abgehende Fortsätze finden, von denen einer varicös zu sein schien. Auch die Lamina fenestrata setzt sich in veränderter Weise in die Lagena fort. Es ist eine Membran mit dicht- gedrängten, unregelmässigen Löchern, von feinen hyalinen Bälkchen begrenzt, welche mannigfach anastomosiren und so ein maschenartiges Gebilde entstehen lassen. Sie hat in der Lagena eine gebogene Rich- tung, die sich einerseits mehr auf die cylindrischen Körper und auf die Stachelzellen des hinteren Theils der Lagena herabsenki. Die Be- festigung hat Deiters nicht mit Sicherheit demonstriren können, ver- muthet aber, dass sie beiderseitig an den Trauben des Tegmentes be- festigt sei. Eine Befestigung an den ceylindrischen Körpern oder den Zähnen hat er nicht nachgewiesen, dagegen glaubt er an eine Verbin- dung mit den Haarzellen im hinteren Lagenaltheil. Die obere Fläche ist glatt und auf ihr liegen die Otolithen.

So weit seine Beschreibung, der ich die meinige folgen lasse. So wie die Knorpel nach oben hin zusammentreien, das Tegment ver- drängen und die Verbindung nach unten zu auch ihren Anfang genom- men hat, treten jenseits der Zahnzellen einerseits und der Zellen des dreieckigen Knorpels andererseits auf den zu Forisätzen ausgezogenen Knorpelspitzen Zellen auf, die sich scharf gegen die Zellen des Teg- mentes, weniger scharf gegen die anderen zelligen Gebilde abgrenzen (Taf. VII. Fig. 48. lu. !). Es sind eylindrische Körper von 0, 0128"= Höhe und 0,0064" Durchmesser. Danach haben sie ziemlich dieselbe Höhe und Breite von den Zellen des dreieckigen Knorpels. Sie sind übrigens ebenfalls polygonal, haben einen grossen Kern von 0,0043" Durch- messer und ein deutliches Kernkörperchen im Grunde. ‚Ihre Höhe ist nur wenig variabel, jedoch beginnen sie niedriger und nehmen nun allmählich, aber in einem höchst unbedeutenden Grade an Höhe zu. Allmählich nimmt nun die Zahl der Zahnzellen ab, ebenfalls die Breite der Basilarmembran und mit ihr die Zahl der Stäbchenzellen. Alle diese Gebilde verschwinden weiterbin in der Lagena gänzlich. '\Wäh-

rend dieses allmählichen Schwindens sehen wir nun zwischen den zur

Seite des Tegmentes auftretenden eben beschriebenen Zellen runde Gebilde auftreten, die den Stäbchenzellen gleichend, eben so wie diese

Die Schnecke der Vögel. 87

- benannt werden sollen (Taf. IX. Fig. 19. 9). Von diesen gleich ein Näheres. _ Zuvor muss ich auf ein eigenthümliches Verhalten der Zellen des drei- eckigen Knorpels aufmerksam machen. Mit dem Verschwinden der Basilarmembran der Stäbchen- und der Zahnzellen, breiten diese sich - am Boden der Lagena aus und schliessen sich so auf beiden Seiten den . anderen Zellen, die ich Zahnzellen der Lagena nenne, an (Fig. 19. e). In der Mitte des Bodens der Lagena am niedrigsten, werden sie von _ da an gegen die Zahnzellen hin immer nur um ein Unbedeutendes höher und sind nicht leicht von ihnen zu unterscheiden, nur dass diese ‘ein mehr granulirtes Aussehen besitzen. Im Dcbiiäsn unterscheiden er diese Bodenzellen in Nichts von den Zellen des dreieckigen Knor- pels. Das Tegment wird nun allmählich mehr und mehr verdrängt, und statt ihrer treten die Zähne mit den zwischen ihnen befindlichen R _ Stäbchenzellen auf. Aber sie treten nicht allein an die Stelle des Teg- " mentes, sie drängen immer weiter gegen den Boden der Lagena, ver- _ drängen die Bodenzellen und kleiden dann, wenn der Knorpel über all ® ‚die gleiche Dicke bekommen hat, in der lese Höhe die ganze Lagena aus | (Taf. IX. Fig. 20. oundd). Diese Beschreibung, wenn auch im grossen eanzen, ist doch nicht in ailen Theilen richtig, es muss noch ein Ver- "halten beschrieben werden, welches auf den Fundus der Lagena Bezug x nimmt. Bier finden sich ausschliesslich die Zähne der Lagena, von Stäbchenzellen ist keine Spur zu finden (Fig. 21.9). Diese Stäbchen- zellen, welche zwischen den Zahnzellen eingesprengt sind, so dass auf er, de Stäbchenzelle eine Zahnzelle und umgekehrt folgt, haben ein EN etwas verschiedenes Aussehen von denen, welche sich oberhalb der Basilarmembran befinden. Waren diese an ihrem Verdickungssaum > am Breitesten und nahmen von da an am Durchmesser ab, um sich uzuspitzen, so liegt bei ihnen der grösste Durchmesser von 0,0048" "der Mitte (Fig. 30. e) und sie spitzen sich nach beiden Seiten hin ', mehr allmählich nach dem Lumen der Lagena, mehr plötzlich ‚dem dem Knorpel zugewandten Ende. So kommt eine birnförmige Gestalt der Zelle zu Stande. Ihre Höhe beträgt 0,012””. Der Kern ist gross, länglich rund und die Zellmembran nahe anliegend (Fig. 30. a). Der Verdickungssaum zieht sich gleich in einen feinen, haarartigen, leicht zerreisslichen, wellenförmig gebogenen, sehr spitz endenden Fortsatz (Fig. 30. b) aus, dessen Durchmesser an der Basıs 0,0046”” } beträgt. Oft persistirt er länger wie die Zelle, und wenn er ver- schwindet, ‘schrumpft er zu einem hellen hyalinen Tropfen. Die Zelle sieht wegen des grossen Kerns und der Granulationen sehr dunkel aus. Non einer Streifung des haarartigen Fortsatzes und des Verdickungs- _ saums habe ich wegen der Feinheit der Gebilde Nichts entdecken kön-

88 Dr. med, C. Hasse,

nen. Jede einzelne Stäbchenzelle steht tief zwischen zwei Zahnzellen eingebettet (Taf. IX. Fig. 28. d), so dass das Haar noch eine Strecke weit im Zellenzwischenraum verläuft, um dann an die freie Oberfläche zu gelangen. Der spitze untere Fortsatz (Taf. IX. Fig. 30.d), der ganz hell, hyalin ist von demselben Aussehen wie der entsprechende der Stäb- chenzellen in der eigentlichen Schnecke, beginnt in der Höhe des Kerns der Zahnzellen und ist äusserst schwer weiter zu verfolgen. Natürlich müssen durch dieses Eingesprengtsein der Stäbchenzellen die Zahn- zellen an ihrer Form eine Aenderung erleiden. Sie werden in der Mitte wie eingekniffen und erlangen ihre regelmässige Form erst im Fundus wieder, wo die Stäbchenzellen fehlen. Oberhalb der Zahnzellen, denselben dicht anliegend, befindet sich eine gallertartige, homogene, dickeMembran (Taf. IX. Fig. 19. vu. 20. f), die Fortsetzung der Lamina fenestrata in der Lagena. In ihr, die keine besondere Structur erkennen lässt, sind Otolithen in unzähliger Menge, bald grösser, bald kleiner, in allen möglichen Richtungen liegend, ein- gestreut. In diese Membran hinein ragen die Härchen der Stäbchen- zellen. Leider ist es mir nicht gelungen, die Löcher zu sehen, die Deiıters abbildet, und die wohl von den Härchen herrühren. Dass sie vorhanden sind, glaube ich bestimmt. Darin hat aber Driters wohl unrecht, wenn er sagt, die Otoliihen liegen auf der freien Oberfläche, ich finde sie nie dort liegen, sondern immer eingesprengt. Ob die Härchen sich mit den Otolithen verbinden, vermag ich nicht mit Be- stimmtheit zu sagen, glaube es aber nicht, weil die Spitzen der Haare beim Abziehen der Otolithenmasse amı häufigsten unversehrt bleiben. Dass die Oiolithenmasse von den Zahnzellen abgesondert wird, daran möchte ich glauben, trotz des Mangels an nothwendigen embryologi- schen Forschungen. Allerdings findet man sie häufig abgehoben , aber

eben so häufig, namentlich an glücklich ausgeführten Schnitten dicht

aufliegend, ohne dass die unterliegenden Theile Druckspuren aufzu- weisen hätten. Dann wäre noch wichtig zu bemerken, dass die Oto- lithenmasse nie über den Bereich der Zahnzellen der Lagena hinaus- geht. Ä ae Es bleibt mir nun noch, um die Beschreibung der anatomischen

Verhältnisse zu beenden, der histologisch und physiologisch wichtigste

Theil der Beschreibung übrig, das Verhalten der Nervenendigungen,

sowohl in der eigentlichen Schnecke, wie in der Lagena. Auch hier

will ich zuvor in kurzen Worten das Resultat. der einschlägigen Derrars’—

schen. Untersuchung anführen. In senkrecht aufsteigender Richtung

durchbohren die Nervenfasern denKnorpel von der unteren Fläche her,

verbinden sich hier mit einander zu einem feinen Netze, treten dann

end TEURER SH

Die Schnecke der Vögel, | 89

in die von ihm sogenannte Scala vestibuli und hier ihre weitere Ver- breitung zu verfolgen, ist ihm nichi gelungen. Die Ganglienkugeln, die Lewis im Durebtritt der Nerven an den Fasern gefunden haben will, konnte Desrers nicht entdecken. In die Lagena eingetreten, strahlt der Nerv pinselförmig aus. Anfangs sich in der Mitte des Knorpels haltend,

nähert er sich im hinteren Theile der Innenfläche und läuft bis zur

Decke herum schräge gegen das Lumen der Lagena ausstrahlend.

Leber den weiteren Verlauf ist Drivers zu keinem Resultat gekommen, Pr nur hat er häufig feine varicöse Fäserchen sieh über die Knorpeltläche ; erheben gesehen, und er vermuthet einen Zusammenhang mit den 2 Zellen der Membrana basilaris einerseits, andererseits mit denen der

Die Richtung und den Verlauf des Nervenstranges,, seine Verthei- lung in der Lagena habe ich schon erwähnt. Folgen wir demselben ‚nun bei seinem Durchtritte durch den Raum zwischen viereckigem Knorpel und Knorpelleiste, resp. durch den viereckigen Knorpel im Beginn der Schnecke und schliesslich in der Lagena, so finden wir fol- gende Verhältnisse.

Mir Die feinen, hyalinen, zuweilen mit Varicositäten versehenen Fi RAGT: im Darsamessar haltenden Nerv enläserchen treten zu einem

aus. Die Concavität dieser Krümmung sieht gegen die Scala tym- ani. Das Bündelchen spitzt sich gegen den Canalis cochlearis zu. Je

| entfernen, desto grösser wird die Anzahl der durchtretenden Ner- fasern, desto dicker das Bündel, desto grösser der Raum zwischen orpelleiste und Nervenknorpel, desto breiter die gegen den Canalis embranaceus gewandte Spiize des Nervenbündels (Taf. IX. Fig. 25.). ı den eingestreuten Leypie'schen Ganglienzellen habe auch ich Nichts decken können, und vermuthe ich, dass er die auf dem Nerven- chtritt liegenden rundlichen Zellen als solche angesehen hat. An ıt feinen Schnitten gelingt es, die Nervenfasern in ihrem ganzen laufe zwischen den Knorpeln zu verfolgen, vermag aber nicht zu en, ob dieselben nicht auch eine andere Richtung annehmen, als die gegen den Canalis cochlearis hin, ob nicht möglicherweise Einige hi wch in der ganzen Länge des Nervenknorpels verlaufen. Zu entschei- ‚den mag ich ferner nicht mit Sicherheit, ob die Nervenfasern dicht an ander liegend hindurch verlaufen, oder ob sie durch ein feines, indegewebiges Gerüst, das zwischen den Knorpeln ausgespannt ist, trennt gehalten werden. ich wäre sehr geneigt, ein solches Ver-

90 | Dr. med. €. Hasse,

halten anzunehmen, denn zuweilen sind mir Bilder zu Gesicht gekom- men, an denen feine, unregelmässige Streifen von der Knorpelleiste zum Nervenknorpel quer über die Nervenfasern verliefen, doch ver- mag ich diesen Punct für diesmal nicht zu entscheiden und muss es nachfolgenden Forschern einstweilen überlassen , dieses keineswegs leichte Verhältniss aufzuklären. Die Vertheilung der Fasern im Durch- tritt ist so, dass gegen den viereckigen Knorpel nur wenige Fasern verlaufen, dass dagegen an der Knorpelleiste dieselben zu einem dich- ten, schwer entwirrbaren Bündel dicht gedrängt zusammentreten (Tat.

IX. Fig. 25.). Nachdem nun so mit der vorhin beschriebenen Krüm-

mung die Nervenfasern bis an die Knorpeloberfläche gegen den CGanalis membranaceus unter der Papilla spiralis dicht zusammengedrängt an- gelangt sind, treten sie einzeln zwischen die dort befindlichen runden Zellen dicht sich ihnen anschmiegend (Fig. 26. e), als heller, durch- sichtiger Streifen, um dann in der Papille weiter zu verlaufen, oder sie treten dichtgedrängt zu einem Bündel vereinigt (Fig. 25. c und Fig. 26. db) durch den Raum, der zwischen diesen Zellen und der Knorpelleiste in grösserer oder geringerer Ausdehnung gelassen wird, wie ich das soeben erwähnt und strahlen. nun pinselförmig aus. Die dem Nervenknorpel am nächsten liegenden Fasern gehen dabei senk-

recht in die Höhe, die folgenden neigen sich immer mehr und die der

Knorpelleiste am nächsten liegenden biegen sich gleich in horizontaler Richtung um. Einige verlaufen noch in der Papille, die grosse Mehr- zahl jedoch geht bis zu den auf der Basilarmembran sitzenden Zellen des dreieckigen Knorpels. In dem Raum nun, der zwischen Stäbchen- zellen und der Basilarmembran sich findet, der in der Papille am grössten ist, von da an jedoch gegen den dreieckigen Knorpel hin ab- nimmt, findet sich nun gleichsam ein sehr feines, gelbliches Reticulum, dessen ich schon früher erwähnt, und in welchem man hie und da mit Deutlichkeit einige Fasern verfolgen kann (Fig. 26. c).. Wenn ich sage, ein Reticulum, so ist dieser Ausdruck nicht präeise, wir haben es mit einem Gewirr von feinen Nervenfasern zu thun, doch davon

gleich mehr. Anfangs glaubte ich, ich habe ein Bindegewebsstratum

vor mir, durch das die Nervenfäserchen hindurchträten, um auf noch

zu beschreibende Weise ihre Endschaft zu erreichen, und dass dieses Bindegewebe von der Papille an weiterhin immer mehr an Dicke ab-

nähme, so dass die Stäbchenzellen beinahe auf der Basilarmembran zu sitzen scheinen. Mir war das um so wahrscheinlicher, weil ich auf der

Oberfläche der Basilarımembran häufig kleine feine Fortsätze etwas ver- breitert aufsitzen sah, die zuweilen geringe Varicositäten zeigten, und 2 dann, weil ein solches Verhalten in anderen Organen nicht ohne Ana-

Die Schnecke der Vögel. 91

‚logie wäre. Jedoch bin ich jetzt völlig von meiner ersten vorgefassten ‚Ansicht zurückgekommen und halte mich überzeugt, dass wir es hier, wie gesagt, mit einem Gewirr feinster Nervenfbrilien zu thun haben, ‚welches zu entwirren nicht überall, und nur mit den grössten Schwie- ‚rigkeiten gelingt. Einen unumstösslichen Beweis dafür, dass keine ‚anderen Elemente darin vorkommen, kann ich allerdings nicht liefern, ‚denn dann müsste ich die embryonalen Verhältnisse berücksichtigt "haben, ein Mangel, der sich in dieser meiner Arbeit auch in anderen "Puncten findet. Dass wir es nicht mit einem wirklichen Retieulum zu ‚thun haben, dafür spricht folgender schlagende Umstand. Wir können zuweilen eine. einzelne Nervenfaser von ihrem Durchtritt durch den Knorpel bis zu ihrem Ende hin in gleicher Dicke verfolgen. Nirgends, “wo ich einzelne Fasern mit Deutlichkeit gesehen habe, ist eine Ab- ‚nahme des Durchmessers bemerklich gewesen. Hätten wir es mit einem Reticulum zu’thun, das darauf beruhen müsste, dass Nervenfäserchen "sich theilten und mit einander anastomosirten, so wäre ein Wechsel im "Durchmesser durchaus nöthig. Allerdings kann ein Reticaulum vorge- täuscht werden, weil man häufig bei derselben Focaleinstellung sieht, wie Eeriasera sich verbinden und theilen, aber ich gebe zu be- denken, ‚dass die Zartheit der Gebilde so gross ist. dass man nicht zu ‚entscheiden vermag, ob wir es nicht mit übereinander liegenden Fasern zu thun haben. Dann sieht man auch, wenn man Fasern zu isoliren ucht, niemals eine Theilung und Verbindung, sondern die einzelnen isern verlaufen, wenn auch geschlängelt, neben einander her (Taf. IX. -25.). Von diesen Fasern sieht man nun einzelne an das untere hya- 2 Ende der Stäbchenzellen verlaufen (Fig. 26.c). Jede Stäbchenzelle kommt eine Nervenfaser. Es ist mir wiederholt gelungen, das Ner- enföserchen vom unteren Ende der Stäbchenzelle bis zum Nerven- arehtritt zu verfolgen, am häufigsten sind mir allerdings Bilder zu tesicht gekommen, wo der feine Faden am unteren Ende der Stäbchen- elle sich weit gegen den Nervendurchtritt verfolgen liess und wiederum ‚dere, wo die Nervenfasern weit gegen die Stäbchenzellen hin ver- fen (Fig. 26. b). Die Durchmesser beider Fädchen entsprachen sich dabei genau. Eine andere Endigungsweise der Nerven in der ‚eigentlichen Schnecke ist mir nicht zu Gesicht gekommen. Dabei ist es ‚leicht erklärlich, wie das feine Gewirr von der Papilla spiralis bis gegen ‚den dreieckigen Knorpel hin an Dicke abnehmen muss. Eine Verbin- ‚dung ‚der Fasern mit den auf dem Nervendurchtritt liegenden runden Zellen ist, glaube ich, nicht vorhanden. Ich habe sie häufig von ihrer Unterlage abgehoben gesehen , ohne dass Nervenfasern gerissen waren (Fig. 26. e). Allerdings schmiegen sich die Fasern ihnen dicht an.

92 Dr. med. C. Hasse,

Die Verbindung der Nervenfäserchen mit der Basilarmembran ist eine sehr lose, wenn es überhaupt eine Verbindung ist, ich glaube, es ist mehr ein Anlegen, denn die Fortsätze, die der Membran oft anhaften, sind inconstant in ihrem Vorkommen, in ihrer Länge und Menge; zu- weilen kann die Basilarmembran an ihrer oberen Fläche vollkommen glatt sein. ' | | Was nun die Verbreitung der Nerven in der Lagena betrifit, so | verhält essich damitfolgendermassen: der zwischen den Knorpeln einge- | schlossene Nervenstrang (Taf. IX. Fig. 19. e) geht als solcher eine Strecke weit, ohne gegen die freie Oberfläche Aeste abzugeben. Erst dann, wenn die Stäbchenzellen der Lagena ihren Anfang nehmen, tritt eine Verästelung ein, zuerst in wenige grössere (Fig. 19. d’) und dann in immer kleinere Aeste (Fig. 20. c). Von den grösseren und kleineren Nervenbündeln ausgehend, laufen die einzelnen Fasern kürzer oder länger schräge gegen die Innenfläche des Knorpels, leicht geschlängelt und treten hier an die Oberfläche. So schön wie in der eigentlichen Schnecke habe ich den Zusammenhang derselben mit den Endappa- raten nicht gesehen, aber dennoch sind mir Bilder zu Gesicht gekom- men {Fig. 28.), zufolge welcher ich behaupten kann, dass auch hier sie nicht anders als in den Stäbehenzellen ihre Endschaft erreichen. Ein paar Mal ist es mir auch an weniger gut erhaltenen Präparaten ge- jungen, über die freie Knorpelobertläche einen feinen, byalinen Faden ireten zu seben, der mit einem Körper in Verbindung stand, der aller- dings nur undeutlich eine Stäbchenzelle erkennen liess. Ich will darauf wenig Gewicht legen, mehr dagegen darauf, dass ich von dem spitzen unteren Ende der Stäbchenzellen ein feines kurzes Fäserchen gegen die Knorpeloberfläche habe hinlaufen sehen und wiederum ein solches über die freie Oberfläche des Knorpels hinüberragen, welches un- zweifelhaft mit einem durch den Knorpel verlaufenden Nervenfäserchen zusammenhing. Eine Verbindung der Nervenfasern mit den Zahnzellen ist, glaube ich, nicht vorhanden. Allerdings verlaufen sie in deren Zwischenräumen zu den Stäbchenzellen, allein sie lösen sich leicht ab, ohne dass damit irgend eine Veränderung an der Nervenfaser zu be- merken gewesen wäre. So ist denn als Gesetz für die ganze Schnecke der Satz aufzustellen: »Die Fasern des Acustieus enden in Zellen, die, wenn sie auch in Einzelheiten etwas von einander abweichen, doch im Grossen und Ganzen denselben Typus erkennen lassen.« Eine Ver- bindung mit anderen Zellen, ebenso wenig eine freie Endigung der Nerven ist nicht zu entdecken gewesen. A ' Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die gesammien geschil- derten anatomischen Verhältnisse, so wird es uns tiberräschen , zu

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Die Sehnecke der Vögel. i 93

sehen, mit welch einfachen Mitteln und auf welch einfache Weise die ‚Natur ein so complieirtes Organ wie die häutige Schnecke aufgebaut hat. Zwei Gewebe kommen in Betracht und lassen sich nirgends ver- “kennen: ein äusseres bindegewebiges Gerüst und eine innere Epithel- ‚auskleidung. Das Bindegewebe ist allerdings in verschiedenen Formen ‚vorhanden, ebenso wie die einfache Epithelauskleidung, aber nirgends zu verkennen. Dazu kommen dann noch als drities die Nerven. Man kann sich das Ganze unter dem einfachen Schema eines bindegewe- 'bigen Rohres darstellen, mit einer einfachen Lage von Zellen bekleidet, ‘ein Schema, welches wir am nächsten in den Bogengängen verwirk- liebt sehen.

>, Ieh wende mich nun zu dem für die vergleichende Anatomie wich- tigsten Theile, zu den Analogien mit der Schnecke der Säugethiere. Die Analogien, die die Schnecke der Vögel mit denen der Säugethiere ‚darbietet, sind so bis ins Einzelnste gehend und interessant, dass es ‚möglich ist, fast zu jedem Theil den entsprechenden zu finden. Deirers "hat den ersten Versuch gemacht, die Analogien ausfindig zu machen ‚und im Einzelnen durchzuführen, und in mancher Beziehung ist es ‚Ihm auch gelungen , dennoch bieten sich ihm noch grosse Hindernisse, | so viele Räthsel in den einzelnen Theilen, dass er für manche und ge- rade die wichtigsten Theile die sehn aufgeben musste und zu ‚dem Ausspruche gelangte, dass, wenn auch die Schnecke der Vögel f rösse Aehnlichkeiten mit der der Säugethiere hätte, dennoch grosse er schiedenheiten vorhanden seien, die sie e als wesentlich anders ge-

ner. ‚dass Deiters er Existenz aid Membrana akaen leugnete und I echt wusste, dass ein Ganalis cochlearis als geschlossenes mit Epithel ‚ausgekleidetes Rohr vorhanden ist. Ich hoffe, es wird mir gelingen, | auf Grund der vorausgegangenen anatomischen Beschreibung nachzu- wei an, dass beide Schneckenformen bis ins feinste Detail einander entsprechen, und um das’gleich voranzustellen, nur darin Verschieden- a aufweisen, dass Gebilde, ein Ben, der für uns von dem

a hie EEE Zellen des a a item mit Kt snahlire der Stähchen- zellen den Vögeln fehlen.

' Dermers bringt die gröberen Theile der Knorpel und zwar den BE ekisen mit dem Ligamentum spirale, den viereckigen mit dem Beleg der Zona ossea zusammer. Das Tegmentum vasculosum reprä- sentirt nach ihm die Stria vascularis. Dagegen ist es ihm, wie gesagt, ‚nicht gelungen , ein Analogon der Membrana Reissneri niet Die Basılarmembran entspricht der Zona pectinata, und demgemäss

94 Dr. med. ©. Hasse,

muss der Knorpelansatz derselben der Habenula perforata und arcuata entsprechen. Als Corrr’sches Organ betrachtet er seine eylindrischen Zellen, meine Zahnzellen, und führt als grosse Merk würdigkeit an, dass der Nervendurchtritt bei den. Vögeln hinter, bei den Säugern vor dem CGorrr'schen Organe sich finde. Die unter den Gylinderzellen belegenen grossen, runden, hyalinen Zellen entsprechen den Grauprus’schen. Die Lamina fenestrata ist als Membrana Gorrı und Lamina velamentosa zu betrachten, und soll die Schiehtung dieser Membran auf die ursprüng- liche Trennung hindeuten. Bei dem Corrr’schen Organ der Vögel ist ihm das auffallend, dass die Bogenverbindung fehlt. Die Leynie’schen Zellen lassen sich mit den speecifischen Zellen der Lamina spiralis mem- branacea nicht vergleichen und auch für die Lagena bieten sich keine | Analogien. Eat! ag |

Ich will systematisch zu Werke gehen und mit dem viereckigen Knorpel und dessen einzelnen Theilen beginnen und die Analogien einzeln nachzuweisen versuchen. Der viereckige Knorpel, welcher sich einfach dem knöchernen Gehäuse anschmiegt, ohne dass ein Vorsprung, | eine Leiste nach Art eines Modiolus sich zeigt, ist doch wohl als Analo- gon des Gebildes zu betrachten, welches der Zona ossea beim Menschen und den Säugethieren aufsitzt. Dasselbe hat hier allerdings keine so ° bedeutende Ausdehnung und tritt vor dem Knochen in den Hinter- 4 srund, aber das begründet keinen wesentlichen Unterschied. Worauf es ankommt, das ist die histologische Zusammensetzung. Diese ist bei beiden Geweben, worauf auch schon Hzxsen aufmerksam gemacht hat, dieselbe. Dieser Knorpel hat eine ähnliche, dem Canalis membranaceus 4 cochleae zugewandte Krümmung wie bei den höheren Thieren, und so ° kommt es, dass in Verbindung mit den umliegenden Theilen eben so ein Suleus spiralis zu Stande kommen kann, nur dass der Vorsprung 4 fehlt, der die Zähne erster Ordnung von den Zellen des Suleus spiralis 4 trennt. Eben so wie dort haben wir auch hier eine schöne Zellenbe- | kleidung, die mit noch grösserer Deutlichkeit ausgesprochen ist und i keine so scharfe Trennung, wie bei den höheren Thieren zeigt. Es ist hier mehr der embryonale Zusiand der Parthien in der Säugethier- schnecke vorhanden. Ich meine die von mir sogenannten Zahnzellen, namentlich die den oberen Knorpelabschnitten aufsitzenden. Sie ent- sprechen den Zähnen erster Ordnung, und man könnte daher diese 4 Theil des Knorpels auch wohl wie bei den Säugern als Habenula sulcata bezeichnen. Gegen den Suleus spiralis hin niedriger werdend, be- kommen die Zellen ein wenig anderes Aussehen, und diese entsprechen den Zellen des Sulcus spiralis. Ich muss aber noch einmal erwähnen, dass bei den Vögeln eine scharfe Trennung zwischen den Analoga der

Die Schnecke der Vögel. 95

- Zähne erster Ordnung’ und den Zellen des Suleus spiralis nicht vor- "handen ist. Nach aussen von diesen Zellen durchbohrt nun der Nerv den Knorpel, freilich nicht so wie bei den höheren Thieren, dass jedes -Faserbündel förmlich seinen eigenen Canal hat, aber ähnlich. Jedes Fäserchen ist aller Wahrscheinlichkeit nach durch das von mir ver- muthete Bindegewebsgerüst isolirt, also wäre diese Parthie des Knor- pels wohl mit Recht, wie es schon Derrers gethan hat, als Habenula perforata’zu bezeichnen. Gehen wir nun zur Basilarmembran und den "Theilen, die sich über und unter ihr befinden. Es frägt sich, entspricht ‚diese Membran vollständig der Lamina spiralis membranacea, oder wie " Derrens es will, der Zona pectinata? Ich glaube beiden Theilen und “schliesse das aus dem Verhalten der überliegenden zelligen Gebilde. Wir haben es hier im Wesentlichen miteiner Form zu thun mit den Stäbchen- ‚zellen und deren ganzes Aussehen ergiebt schon auf dem ersten Blick die Analogie mit den gleichnamigen Zellen der menschlichen Schnecke.

"Nur einen grossen Unterschied bemerken wir jetzt. Während bei den ‚höheren Thieren die Basilarmembran von den CGorrr'schen Fasern und d n ihnen anhangenden unbedeutenden Gebilden einerseits, und den av ischen den Stäbchenzellen befindlichen Zellen andererseits bekleidet ist, die ebenfalls eine Anordnung zur Papilla spiralis zeigen, finden wir hier allerdings auch eine Erhöhung, eine Papilla spiralis, aber nur " Stäbchenzellen und die wenigen rundlichen Gebilde, die oberhalb des Nervendurchtritts liegen. Keine Spur von Boßenfagern und den übrigen ‚charakteristischen Zellen, und man kann entweder annehmen, dass die kleinen, runden Zellen die Ueberbleibsel der die Schnecke der höheren | ‚Thiere so sehr charakterisirenden Bogenfasern sind, oder dass dieselben | die Reste der anderen Zellenformen darstellen. Danach stehe ich nicht an, ungeachtet die Stäbchenzellen über der Basilarmembran auf den norpel hinüberreichen zu behaupten, dass die Basilarmembran der ı Lamina membranacea entspricht. Die Ueberreste der Zellen, die sich \ unter der Basilarmembran finden, haben auch ihr Ans in der enschlichen Schnecke und sind den beschrieben. DieZellen des drei-

Bi

Ü | charakteristisch genug, um sie mit den Zellen, oe hinter den in Ana- n. gie zu nsein, die ja auch einem Theil der ea aui- we Die Zellenformen stimmen schön mit einander überein. Das ine von mir beschriebene Nervenstratum ist mit Sicherheit beim | Menschen noch nicht erkannt, möglich dass es vorhanden in den Längs- ‚und Querzügen der Fasern. Wir kommen dann zu dem dreieckigen | Knorpel, dessen Bekleidung und Gewebszusammensetzung. Ich er-

96 Dr, med, ©, Hasse,

kenne hierin mit Drrıters das Analogon des Ligamentum spirale mit dessen Epithelüberzug, Freilich zeigt das Ligamentum spirale der höheren Thiere keine knorpelige Beschaffenheit, sondern eine mehr dem gewöhnlichen Bindegewebe sich nähernde Structur, jedoch haben wir gesehen, dass das knorpelartige Gewebe unzweifelhaft dem Binde- gewebe zuzuzählen ist, und somit fällt dieser Unterschied. Die Aehn- lichkeit tritt dadurch stärker hervor, wenn wir das constante Einge- schlossensein eines geschlängelten Gefässes eines Vas spirale externum und das Epithel in Betracht ziehen. Wir haben eben bei den Vögeln auch ein Vas spirale externum, wie auch das internum in derKnorpel- leiste vorhanden ist, und das eylindrische Epithel zeigt grosse Aehn- lichkeit mit demjenigen der höheren Thiere an derselben Stelle. Es drängt sich uns nun noch die Frage auf: Was entspricht der Stria

vascularis, was der Membrana Reissneri? Wir haben alle Gebilde der

Vogelschnecke in Analogie gebracht, nur das Tegment, das Bindege- websstratum mit den auf eigenthümliche Weise sich hineinlegenden

Gefässen und die Zellenauskleidung bleibt noch übrig, und ich stehe

nicht an zu behaupten, dass dieses Gebilde, sowohl der Stria vascularis, als der Membrana Reissneri entspricht. Beide Theile sind hier nicht getrennt, sondern untrennbar vereinigt. Gleichwie die Reissner’sche

Membran das Dach des Canalis cochlearis und die Grenze gegen die

Scala vestibuli hin bildet, so auch hier, jedoch hat das Gewebe ein

etwas anderes Aussehen. War bei den Thieren die Reisswer'sche Haut

ein nur zuweilen Gefässe führendes, zartes Bindegewebe mit dasselbe bekleidenden Pflasterepithelzellen, so sehen wir hier ein stärkeres, ge-

fässreiches Bindegewebe in zablreiche Falten gelegt, auftreten, und dasselbe von einem Epithel bekleidet, dessen Zellen denen entsprechen, die aus der Stria vascularis und der Umgebung der dort sich findenden

reichlichen Gefässe beschrieben sind. So wären denn die Theile in der

eigentlichen Schnecke mit Ausnahme derjenigen, welche sich im An- fange befinden, in eine, wie ich glaube, zwanglose Analogie mit denen der höheren Thiere gebracht. Betrachten wir jetzt den Anfang der

Schnecke und die Lagena. Wie im Anfange sich die Membrana basilaris

schmal zeigt, so auch hier, und nimmt diese wie beim Menschen, allmählich an Breite zu. Die übrigen Theile sind dieselben, wie in der

übrigen Schnecke, daher ergeben sich die Analogien von selber, nur 4 über den Canalis reuniens müssen wir noch wenige Worte reden. Dieses Gebilde ist von Hansen zuerst beschrieben und dessen aus der Entwicklung folgende Existenz nachgewiesen. Es hat in der Vogel=

schnecke ein Analogon in Gestalt eines die Ampulle und das Tegment

verbindenden Streifens. Hier sehen wir nun auch zum ersten Male auf

Te

e"

Die Schnecke des Vögel, 97:

‚orpelzusammentritt ein ähnliches Eeithel; wie.es die Mermbrana. N: zeigt. ich: meine die von.mir sogenannten Zellen des Ganalis 5,...Die Lagena als Ganzes: betrachtet, entspricht dem Hamulus, n Vögeln eine etwas; andere und modifieirte Gestalt besitzt. el treten auch hier zusammen, aber nicht:so.einiach wie die

>

1 ist, dass hier die Stäbchenzellen eine etwas andere Form. .. Ich bin bier nicht im Stande; die Analogie bis ins Einzelne ren, offenbar hat dieser Theil: beiv.den Vögeln eine eigen+ wicklung erlangt. Betrachten wir schliesslich die Membrana jria, so glaube ich entgegen: Drirzrs, ı dass diese der Membrana i -. ‚dieser und der Lamina retieularis EEE Da die

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der Stäbehenzellen. Beim Menschen ist es noch strittig, ob jegen das Ligamentum spirale hin anheftei, da Hunsen zwar i Be sine: en Ieugnek; andere Beobachter

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eitschr. f, wissensch. Zoologie. XVIT, Bd. 7

98 Dr.